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Optionen zum Management von Kontaktpersonen unter medizinischem und nicht medizinischem Personal in Alten- und Pflegeeinrichtungen bei Personalmangel

Durch Klicken auf das Lupen-Symbol unter dem Vorschaubild kann die Infografik geöffnet werden. Die Infografik ist als PDF-Datei zum Selbstausdrucken verfügbar:

Infografik: Kontaktpersonen­nachverfolgung bei SARS-CoV-2-Infektionen für Personal in Alten- und Pflegeheimen (PDF, 2 MB, Datei ist nicht barrierefrei)

Änderung gegenüber der Version vom 12.10.2020: Dokument und Infografik umfassend überarbeitet Fokussierung nun auf die Situation mit relevantem Personalmangel. Für alle anderen Situationen gilt Kontaktpersonenmanagement: www.rki.de/covid-19-kontaktpersonen)

I. Hintergrund

Das allgemein empfohlene „Management von Kontaktpersonen“ ist beschrieben unter www.rki.de/covid-19-kontaktpersonen

Während der gegenwärtigen COVID-19-Pandemie konkurrieren beim Umgang mit Kontaktpersonen unter Personal von Alten- und Pflegeeinrichtungen folgende Ziele miteinander:

  1. Die Absonderung/Quarantäne von Personal nach Kontakt zu einem COVID-19-Fall, um bei einer eventuellen Infektion das Risiko von Übertragungen zu minimieren (Infektionsschutz) und
  2. die Gewährleistung der Versorgung von Risikogruppen in Alten- und Pflegeeinrichtungen.

Ist die adäquate Versorgung der Bewohnerinnen und Bewohner durch Personalengpässe nicht mehr möglich, kann es notwendig sein, die bestehenden Empfehlungen zum Umgang von Kontaktpersonen (www.rki.de/covid-19-kontaktpersonen) anzupassen.

Die folgenden Handlungsoptionen sollen nur in Situationen zur Anwendung kommen, in denen ein relevanter Personalmangel (adäquate Versorgung der Bewohnerinnen und Bewohner nicht gewährleistet) vorliegt und andere Maßnahmen zur Sicherstellung einer angemessenen Personalbesetzung ausgeschöpft sind.

Voraussetzungen für die Anwendung der unten beschriebenen Anpassungen des allgemein empfohlenen "Managements von Kontaktpersonen" in Alten- und Pflegeeinrichtungen sind:

  1. Einweisung in korrektes Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes (MNS); Hygienemaßnahmen (u.a. Handhygiene) und weitere Schutzmaßnahmen (z.B. Vermeidung nicht unbedingt notwendiger Kontakte). Daraus ergibt sich:

    • Arbeiten NUR mit Mund-Nasen-Schutz
    • Strikte Einhaltung aller Hygiene-Empfehlungen insb. Hände-Hygiene
    • Sofern die Tätigkeit dies nicht zwingend ausschließt, unbedingt Abstand zu anderen Personen (mind. 1,5 m) halten (auch während Pausen etc.)
  2. Tägliche Eigenbeobachtung, zusätzlich „Erkältungssymptom-Screening“ beim Personal bei Betreten der Einrichtung.
  3. Bei Auftreten von Symptomen vereinbar mit einer COVID-19- Erkrankung:

    • Umgehende Freistellung von der beruflichen Tätigkeit
    • Testung auf SARS-COV-2 und Selbstisolation bis zum Ergebnis
  4. Strikte räumliche und personelle Trennung in der Versorgung bei Auftreten von Fällen unter Bewohnerinnen und Bewohnern
  5. Eine regelmäßige Testung auf SARS-CoV-2 unabhängig von dem Auftreten von Symptomen wird empfohlen (siehe nationale Teststrategie).
  6. Weitere Maßnahmen siehe (www.rki.de/covid-19-kontaktpersonen) und „Ergänzende Grundsätze der medizinischen Versorgung in Zeiten der SARS-CoV-2-Epidemie

Die folgenden Hinweise eröffnen Möglichkeiten zur Anpassung vor Ort. Diese Anpassungen sollten möglichst gemeinsam mit dem Gesundheitsamt und unter Berücksichtigung der angestrebten Schutzziele vorgenommen werden.

II. Mögliche Anpassung der Empfehlungen für Kontaktpersonen unter Personal von Alten- und Pflegeeinrichtungen an Situationen mit akutem Personalmangel

Liegt eine Situation mit relevantem Personalmangel in der Versorgung der Bewohnerinnen und Bewohner vor, können Kontaktpersonen der Kategorie I unter dem Personal unter bestimmten Voraussetzungen vom Gesundheitsamt vorzeitig wieder zur Arbeit zugelassen werden. Diese Möglichkeit besteht unabhängig davon, ob der Risikokontakt in der privaten oder beruflichen Umgebung stattgefunden hat. Außerhalb ihrer medizinisch/pflegerischen Tätigkeit unterliegen die Beschäftigten weitgehend den allgemeinen Empfehlungen zum Management von Kontaktpersonen in der Allgemeinbevölkerung. Die Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist erlaubt. Auf keinen Fall dürfen aber in der Quarantänezeit z.B. Veranstaltungen, Geschäfte oder Restaurants besucht werden.

Mögliche Anpassung der Empfehlungen für Kontaktpersonen Kategorie I

  • Häusliche Quarantäne mindestens in den ersten 7 Tagen nach Exposition
  • Frühestens ab Tag 8 nach Exposition bis Ende der Quarantäne bei anhaltender Symptomfreiheit:

    • die häusliche Quarantäne kann zum Zweck der Tätigkeitsaufnahme aufgehoben werden
  • So früh wie möglich SARS-CoV-2 Testungen, und regelmäßige Wiederholung bis Ende der Quarantäne
  • Intensivierte Selbstbeobachtung und zusätzliche Dokumentation (bis Ende der Quarantäne)

Bei Auftreten von Symptomen vereinbar mit einer COVID-19- Erkrankung:

  1. Umgehende Freistellung von der beruflichen Tätigkeit
  2. Testung auf SARS-COV-2 und Selbstisolation bis zum Ergebnis
  3. Bei positivem Test siehe „SARS-COV-2-positives Personal”

SARS-COV-2-positives Personal

  1. Keine Versorgung von Bewohnerinnen und Bewohnern
  2. Kriterien für die Wiederaufnahme der Arbeit entsprechend dem Dokument COVID-19: Entlassungskriterien aus der Isolierung

Bei Personal, das früher bereits selbst eine molekulardiagnostisch bestätigte SARS-CoV-2 Infektion hatten und wieder als genesen gilt, kann nach aktuellem Kenntnisstand von einer partiellen Immunität ausgegangen werden. Dennoch muss dieses Personal selbstverständlich alle Hygiene- und Schutzmaßnahmen wie anderes Personal einhalten. Sollte dieses Personal Kontaktperson Kategorie I werden ist, obwohl eine erneute Ansteckung und ein damit einhergehendes Übertragungsrisiko auf andere Personen nicht mit letzter Sicherheit ausgeschlossen werden kann, dennoch keine Quarantäne erforderlich. Es soll wie immer eine tägliche Eigenbeobachtung erfolgen und bei Auftreten von Symptomen sollte die berufliche Tätigkeit umgehend unterbrochen werden sowie eine Selbstisolierung bis zur diagnostischen Klärung erfolgen. Bei positivem Test wird die Kontaktperson wieder zu einem Fall. In dieser Situation sollten alle Maßnahmen ergriffen werden wie bei sonstigen Fällen unter Personal (inkl. Isolation).

III. Ergänzende Hinweise

Stand: 30.11.2020

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