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Optionen zum Management von Kontaktpersonen unter Personal der kritischen Infrastruktur bei Personalmangel

Optionen zum Management von Kontaktpersonen für medizinisches Personal in Arztpraxen und Krankenhäuser; siehe hier; ; für Personal von Alten- und Pflegeeinrichtungen; siehe hier

I. Hintergrund

Während des gegenwärtigen COVID-19-Ausbruchs konkurrieren beim Umgang mit Kontaktpersonen und infiziertem besonderem Personal der kritischen Infrastruktur (KritIs-Personal) folgende Ziele miteinander:

  1. Die Absonderung/Quarantäne von Personal, um das Risiko von Übertragungen zu minimieren (Infektionsschutz) und
  2. die Gewährleistung einer weiter funktionierenden kritischen Infrastruktur.

Die folgenden Handlungsoptionen sollen nur in Situationen zur Anwendung kommen, in denen ein relevanter KritIs-Personalmangel vorliegt. Eine grundsätzliche Auflistung der Sektoren und Brancheneinteilung der kritischen Infrastruktur findet sich auf der Webseite https://www.kritis.bund.de.

Im Rahmen der betrieblichen Pandemieplanung wurden bereits organisatorische Regelungen für die Sicherstellung der Funktionsfähigkeit getroffen, auf diese sollte zurückgegriffen werden. Hierzu gehört auch ein betriebliches Konzept, welches essentielle Personal bei Bedarf durch wen oder wie zu ersetzen ist (z.B. Teambildung). Dabei soll auch eine Liste mit essentiellem bzw. hochspezialisiertem und nur schwer zu ersetzendem Funktionspersonal erstellt sein.

Aufgrund des mit der Anwendung der Optionen einhergehenden erhöhten Risikos der Weiterverbreitung von Infektionen mit SARS-CoV2 dürfen die Handlungsoptionen nur angewendet werden, wenn allen anderen Maßnahmen zur Sicherstellung einer unverzichtbaren Personalbesetzung ausgeschöpft sind. Die Anwendung der Ausnahmeregelung muss beschränkt bleiben auf essentielles und/ oder hoch spezialisiertes KritIS-Personal, welches nicht durch Umsetzung oder kurzfristiges Anlernen von Personal aus anderen Bereichen ersetzt werden kann (z.B. Techniker in der Energie- und Wasserversorgung, Fluglotsen, IT-Ingenieure, Veterinärmedizinisches-, Pharmazeutisches- und Laborpersonal).

Die unten beschrieben Handlungsoptionen sind somit NICHT pauschal auf das gesamte Personal in den KritIS- Sektoren und Branchen anzuwenden. In jedem Fall sollte zudem ein betriebliches Konzept mit präventiven Maßnahmen bestehen, beispielsweise mit Festlegung, welche Schutzmaßnahmen an welchem Arbeitsplatz vorzunehmen sind (z.B. Abstandsregelungen, Vereinzelung, Zuordnung fester Teams, um wechselnde Kontakte zu vermeiden etc.). Hierbei ist auch zu berücksichtigen, dass ggf. bei relevantem Personalmangel einzusetzendes Personal, welches Kontaktperson ist (oder in absoluten Ausnahme-/Notfällen infiziertes Personal ist), nach Möglichkeit keinen unmittelbaren Kontakt mit „gesundem“ Personal hat.

Die folgenden Hinweise eröffnen Möglichkeiten zur weiteren Anpassung vor Ort. Diese Anpassungen sollten möglichst gemeinsam mit dem Gesundheitsamt und dem betriebsärztlichen Dienst sowie der Betriebsleitung unter Berücksichtigung der angestrebten Schutzziele vorgenommen werden.

II. Mögliche Anpassung der Empfehlungen für Kontaktpersonen und infiziertes Personal an Situationen mit akutem Personalmangel

Das allgemein empfohlene „Management von Kontaktpersonen“ ist beschrieben unter www.rki.de/covid-19-kontaktpersonen.

Es gelten weiterhin die dort angegebenen Kategorien von Kontaktpersonen, insbesondere:

Kategorie I:
direkter Kontakt zu Sekreten oder Körperflüssigkeiten oder insgesamt mindestens 15-minütigem Gesichts- ("face-to-face") Kontakt zu COVID-19-Fall, z.B. im Rahmen eines Gesprächs.

Kategorie II:
Personen, die sich im selben Raum wie ein bestätigter COVID-19-Fall aufhielten, z.B., Arbeitsplatz, jedoch keinen kumulativ mindestens 15-minütigen Gesichts- („face-to-face“) Kontakt mit dem COVID-19-Fall hatten.

Vor Anwendung der in der folgenden Tabelle angegebenen Handlungsoptionen ist eine Einweisung durch den betriebsärztlichen Dienst unbedingt anzustreben, u.a. zu: korrektes Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes (MNS); Hygienemaßnahmen (u.a. Handhygiene) und weitere Schutzmaßnahmen (z.B. Vermeidung nicht unbedingt notwendiger Kontakte).

Kein Personal­mangelRelevanter Personal­mangel
Kate­gorie I
  • Arbeiten in Ausnahme­fällen möglich
  • MNS* (wenn nicht ver­fügbar, Ver­wendung von alter­na­ti­vem Mund-, Nasen­schutz) bis 14 Tage nach Ex­po­si­tion
  • Selbst­beobach­tung + Doku­men­ta­tion (bis 14 Tage nach Expo­sition)
  • strenge Hygiene (u.a. häu­figes Hände­waschen)
  • sofern Tätig­keit dies nicht zwingend aus­schließt, un­be­dingt Ab­stand zu an­deren Personen (mind. 1,5 m) halten (auch während Pausen etc.)
  • Beim Auf­treten von Symp­to­men um­ge­hende Testung auf SARS-CoV-2; bei po­si­ti­vem Test siehe „SARS-CoV-2 Posi­tive“
  • weitere Maß­nahmen siehe Management Kontakt­personen
Kate­gorie II
  • Kontakt­reduktion
  • ab Symp­to­ma­tik: SARS-CoV-2-Testung und Vorgehen wie Personal mit Erkältungs­symp­tomen
  • weitere Maß­nah­men siehe Management Kontakt­personen
Per­so­nal mit Er­käl­tungs-symp­tomen

Häusliche Ab­son­derung;

Voraus­setzung für Wieder­auf­nahme der Arbeit:

  • Symptom­frei­heit seit mind. 48 Stunden
  • möglichst SARS-CoV-2-Testung
  • MNS* während gesamten An­wesen­heit am Arbeits­platz
  • strenge Hygiene (u.a. häufiges Hände­waschen)
  • sofern Tätig­keit dies nicht zwin­gend aus­schließt, un­be­dingt Ab­stand zu anderen Per­sonen (mind. 1,5 m) halten (auch während Pausen etc.)
  • wenn möglich Testung auf SARS-CoV-2; bei po­siti­vem Test siehe „SARS-CoV-2 po­siti­ves Personal“

SARS-CoV-2-pos. Per­sonal

Häus­liche Ab­son­de­rung;

Voraus­setzung für Wieder­auf­nahme der Arbeit:

  • 14 Tage nach Symp­tom­beginn
  • Symp­tom­frei­heit seit mind. 48 Stunden

Häus­liche Ab­son­derung;

Voraus­setzung für Wieder­auf­nahme der Arbeit:

  • 14 Tage nach Symp­tom­beginn
  • Symp­tom­frei­heit seit mind. 48 Stunden
  • Arbeiten in nur in abso­luten Aus­nahme-/Not­fällen (!) und unter ärzt­licher Be­glei­tung (Mög­lich­keit zur Symp­tom­kontrolle etc.) zu er­wägen
  • MNS* während der ge­samten An­wesen­heit am Arbeits­platz
  • strenge Hygiene (u.a. häufiges Hände­waschen)
  • sofern Tätig­keit dies nicht zwingend aus­schließt, un­be­dingt Ab­stand zu anderen Personen halten (auch während Pausen etc.)
* MNS = Mund-Nasen-Schutz

III. Ergänzende Grundsätze der Versorgung in der aktuellen Situation

  • Alle weiteren Maßnahmen der Basishygiene sind ebenso zu beachten.
  • Durch das korrekte Tragen von MNS während der Arbeit kann das Übertragungsrisiko auf andere Personen reduziert werden. Cave: Masken (FFP2) mit Ausatemventil sind nicht zum Drittschutz geeignet.
  • Personal höheren Alters und mit Grunderkrankungen (siehe www.rki.de/covid-19-risikogruppen) sollte wenn möglich nicht in Bereichen arbeiten, in denen häufiger enger Kontakt zu anderen Personen vorkommt.
  • Direkter Kontakt aller Art (z.B. Treffen und Besprechungen) soll auf ein Minimum reduziert bzw. direkter Kontakt unter Personal vermieden werden. Kontaktreduktion auch im privaten Bereich ist erforderlich.
  • Im privaten Bereich und auf dem Weg von oder zu der Arbeit gelten die allgemeinen Empfehlungen zur Reduktion von Kontakten.

Stand: 03.04.2020

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