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COVID-19: Entisolierung von Patient/-innen im stationären Bereich sowie Bewohner/-innen in Alten- und Pflegeheimen

Infografik

Stand: 27.5.2022

Änderungen gegenüber der Version vom 14.1.2022:

  • Verkürzung der empfohlenen Isolierungszeit von asymptomatisch infizierten Personen auf 10 Tage mit abschließendem Test
  • Hinweis auf Erläuterungen zum Hintergrund

Änderungen gegenüber der Version vom 18.5.2021:

  • Diese Infografik bezieht sich ausschließlich auf die Entisolierung von Patientinnen und Patienten im stationären Bereich sowie Bewohnerinnen und Bewohnern in Alten- und Pflegeheimen.
  • Für das Vorgehen zur Entisolierung der Allgemeinen Bevölkerung, von Beschäftigten in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und Einrichtungen der Eingliederungshilfe sowie bei Schülerinnen/Schülern, Kindern in Schule, Kita, Hort verweisen wir auf die gemäß Beschluss der Ministerpräsidentenkonferenz vom 07.01.2022 festgelegten Absonderungszeiten, siehe auch www.rki.de/covid-19-absonderung

letzte Überprüfung auf Aktualität: 27.5.2022

Die Angaben in der Infografik geben auf der Basis der bisher vorliegenden Literatur eine Orientierung zu wesentlichen Parametern, die bei den Entscheidungen im Rahmen des Entisolierungsmanagements helfen können.

Die Infografik ist als PDF-Datei zum Selbstausdrucken verfügbar:

COVID-19: Entisolierung von Patient/-innen im stationären Bereich sowie Bewohner/-innen in Alten- und Pflegeheimen (27.5.2022) (PDF, 3 MB, Datei ist nicht barrierefrei)

Zur Erläuterung der Entisolierungskriterien

Stand: 27.5.2022

Änderung gegenüber der Version vom 14.01.2022:

  • Verkürzung der empfohlenen Isolierungszeit von asymptomatisch infizierten Personen auf 10 Tage mit abschließendem negativem Test
  • Wegfall des Hinweises zur Ausscheidungskinetik von besorgniserregenden SARS-CoV-2-Varianten (variants of concern, VOC)
  • Erläuterung bzgl. der Anwendung der Entisolierungskriterien in verschiedenen Settings

Änderungen gegenüber der Version vom 16.11.2021:

  • Ergänzungen und Anpassungen in Anlehnung an die Infografik: Besondere Personengruppen, Hinweise zur PCR-Untersuchung, allgemeiner Hinweis

Hintergrund

Kontagiosität

Im Rahmen der Maßnahmen zur Vermeidung der Weiterverbreitung von SARS-CoV-2 ist die Entlassung einer an COVID-19 erkrankten bzw. mit SARS-CoV-2 infizierten Person aus der stationären Isolierung eine verantwortungsvolle ärztliche Entscheidung. Dies gilt insbesondere in solchen Fällen, in denen eine Weiterbetreuung stationär bzw. in einer Gemeinschaftseinrichtung mit vulnerablen Personen geplant ist. Hierbei spielt die Einschätzung der Kontagiosität der betroffenen Person eine wesentliche Rolle.

Die Kontagiosität eines von einer Infektion betroffenen Menschen wird von verschiedenen Faktoren bestimmt. Dazu zählen:

  • die Manifestationsform und Schwere der Infektion, die von schwer (mit Sauerstoffbedürftigkeit) über leicht (ohne Sauerstoffbedürftigkeit) zu asymptomatisch reicht;
  • das Zeitintervall nach Infektion bzw. Symptombeginn in Tagen;
  • Art und Umfang der protektiven Immunreaktion des Betroffenen;
  • das Verhalten bzw. der klinische Zustand/ die klinischen Symptome der Betroffenen (z.B. Husten, Niesen, lautes Sprechen, Singen bei respiratorischer Symptomatik);
  • Art und Menge der ausgeschiedenen Erreger über Sekrete und Exkrete sowie mögliche Schwankungen in der Ausscheidung.

Diagnostik

Erkenntnisse aus medizinisch-virologischen sowie epidemiologischen Studien können die Entscheidung zur Entisolierung unterstützen. Dazu gehören etwa Erkenntnisse zur Ausscheidungskinetik von SARS-CoV-2-RNA, SARS-CoV-2-Protein sowie aus der In-vitro-Kultur der Erreger in übertragungsrelevanten Ausscheidungen auf geeigneten Zellkulturen im Verlauf der Infektion. Aus derartigen Untersuchungen liegen Ergebnisse für SARS-CoV-2 bei COVID-19-Patienten vor.

Für den klinischen Alltag ist die Virusanzucht zu aufwendig und zu zeitintensiv. Daher kommen andere Formen des direkten Erregernachweises zum Einsatz. Hierzu gehören:

  • Genombasierte Verfahren wie die PCR und
  • Antigennachweise.

Die PCR weist RNA des Virus nach, welche insbesondere bei schweren und kritischen Verläufen oder bei Immunsupprimierten oder sehr alten Menschen mit zahlreichen Begleiterkrankungen noch Wochen nach Infektion nachweisbar sein kann.

Antigen-Tests weisen Virusproteine nach. Die Sensitivität ist allerdings in der Regel geringer als beim PCR-Nachweis und damit auf hohe Virustiter beschränkt, wie sie typischerweise in der akuten Infektion nachgewiesen werden und ist in hohem Maße von der konkreten Qualität des Tests sowie der Qualität der Probengewinnung abhängig.

Zur Korrelation der Ergebnisse der o.g. Testmethoden mit der In-vitro-Kultur liegen einige Studien (siehe Hinweise zur Testung auf SARS-CoV-2 unter www.rki.de/covid-19-diagnostik) sowie entsprechende Übersichtsarbeiten (z.B. https://doi.org/10.1093/cid/ciaa1764, https://www.hiqa.ie/reports-and-publications/health-technology-assessment/duration-infectiousness-sars-cov-2) vor.

Orientierungshilfe zur Entscheidung im Rahmen des Entisolierungsmanagements

Für Patientinnen und Patienten bzw. Bewohnerinnen und Bewohner mit leichtem oder mildem/ moderatem Krankheitsverlauf (gemäß WHO-Definition) und ungestörter Immunkompetenz kann eine Entisolierung in der Regel erfolgen, wenn (1) mindestens 14 Tage seit Auftreten der ersten Symptome verstrichen sind, (2) eine nachhaltige Besserung der akuten COVID-19-Symptomatik gemäß ärztlicher Beurteilung seit >48 h und (3) ein negativer Antigentest vorliegt.

Für Patientinnen und Patienten bzw. Bewohnerinnen und Bewohner mit einem asymptomatischem Verlauf der Infektion durch SARS-CoV-2 wird analog vorgegangen, allerdings kann unter Berücksichtigung einerseits der Schutzbedürftigkeit der Patientinnen und Patienten bzw. Bewohnerinnen und Bewohner, andererseits aber auch der erheblichen Belastung durch eine längere Isolation der Betroffenen nach Abwägung der Risiken einer Weiterverbreitung die Beendigung der Isolierung nach 10 Tagen ab dem Zeitpunkt des Erstnachweises mit einem abschließendem negativem Test erwogen werden.

Für Patientinnen und Patienten mit schwerem und insbesondere kritischem Krankheitsverlauf (gemäß WHO-Definition) wird eine Entisolierung in der Regel als möglich angesehen, wenn (1) mindestens 14 Tage seit Auftreten der ersten Symptome verstrichen sind, (2) eine nachhaltige Besserung der akuten COVID-19-Symptomatik gemäß ärztlicher Beurteilung seit >48 h vorliegt und (3) ein aussagekräftiges PCR-Untersuchungsergebnis, das darauf hindeutet, dass keine hohen Erregermengen ausgeschieden werden.

Hinweise zur Entlassung aus dem stationären Bereich bzw. Alten-/Pflegeheimen

Bei Entlassung aus der stationären Versorgung oder aus Alten-/Pflegeheimen während der Isolationszeit gelten dann im häuslichen Kontext die entsprechenden Empfehlungen zur Isolierung (siehe www.rki.de/covid-19-absonderung).

Hinweise zum Entisolierungsmangement besonderer Personengruppen

Immunsupprimierte Personen

Für Patientinnen oder Patienten mit angeborenen oder erworbenen Immundefekten oder unter immunsupprimierender Therapie muss eine Einzelfallbeurteilung erfolgen. Im Hinblick auf die protrahierte Ausscheidung der Viren durch Defekte bei der protektiven Immunantwort und die damit verbundene Möglichkeit der Mutation des Virus im Wirtsorganismus wird bei Ausscheidung hoher Virusmengen über Tag 21 nach Symptombeginn hinaus eine Sequenzierung der in der Probe enthaltenen Viren empfohlen.

Bewohner von Altenpflegeeinrichtungen

Die Ausscheidungskinetik bei Hochbetagten mit Vorerkrankungen ist weniger gut untersucht. Zusätzlich zu den zeitlichen und klinischen Kriterien wird daher vor Entlassung in ein Alten- oder Pflegeheim eine abschließende Testung empfohlen.

Hinweise zur PCR-Untersuchung

Zusätzlich zu den zeitlichen und klinischen Kriterien sind folgende Hinweise zur Durchführung einer PCR-Untersuchung als diagnostisches Kriterium zur Entisolierung zu beachten:

Probennahme und -material

  • Im Regelfall: Eine Untersuchung bestehend aus 2 zeitgleich durchgeführten Abstrichen des oberen Respirationstraktes, zunächst oropharyngeal, dann nasopharyngeal; möglich ist die Überführung zweier Abstrichtupfer in dasselbe Transportmedium oder die Abnahme beider Abstriche mit demselben Abstrichtupfer.
  • Insbesondere bei kritisch Erkrankten (Aufenthalt auf der Intensivstation/ Beatmung): 2 konsekutive Untersuchungen im Abstand von mind. 24 Stunden aus jeweils 2 zeitgleich durchgeführten Probenahmen (z. B. oberer Respirationstrakt plus Trachealsekret, sofern zugänglich).

PCR-Ergebnis

  • Im Regelfall: negatives PCR-Ergebnis oder
  • Alternativ: positives PCR-Ergebnis nur unterhalb eines definierten Schwellenwertes, der eine Aussage über die Anzuchtwahrscheinlichkeit erlaubt (quantitative Bezugsprobe Zellkulturüberstand < 1.000.000 (10^6) Kopien/ml, Details siehe www.rki.de/covid-19-diagnostik).

Antigentest als Alternative

Bei fehlender Verfügbarkeit einer PCR-Untersuchung bzw. in den in der Infografik angegebenen Situationen ist die Verwendung eines Antigentests bei Erfüllung der definierten Testanforderungen möglich (siehe www.rki.de/covid-19-diagnostik).

Weitere allgemeine Hinweise

Stand: 27.05.2022

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