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Agens Workshop (28.02.2019)
Session V: Zeitliche Zuordnung - Die Umverteilung von ungültigen Codes in der Todesursachenstatistik

Wengler A, Leddin J, Rommel A, von der Lippe E
Robert Koch-Institut, Berlin

Hintergrund:

Auf Basis der Todesursachenstatistik berechnen wir im Rahmen des Projekts Burden 2020 – Die Krankheitslast in Deutschland und seinen Regionen – neben anderen Maßzahlen, die aufgrund frühzeitiger Sterblichkeit verlorenen Lebensjahre (YLL = Years of life lost). Die YLLs sind die Differenz zwischen Todesalter und der weiteren durchschnittlichen Lebenserwartung einer Person. Sie werden für spezifische Todesursachen berechnet.
Bei der Erfassung und Verarbeitung der Daten der Todesursachenstatistik kann es zu Fehlern kommen. Es treten in der Todesursachenstatistik sogenannte ungültige ICD-10-Codes auf, die nach der Systematik der Global Burden of Disease (GBD)-Studie keine ursächliche Todesursache beschreiben (Roth et al. 2018). Dies sind Ursachen, die nicht unmittelbar zum Tod führen (z.B. Herzinsuffizienz), Symptome von Erkrankungen (z.B. Rückenschmerzen), unplausible Ursachen (z.B. Prostatakrebs bei Frauen), unspezifische Ursachen (z.B. unspezifische Krebserkrankung) oder Folgeerkrankungen (z.B. Nierenversagen).

Ziel:

Im Rahmen von Burden 2020 wollen wir für alle gültigen Todesursachen in Deutschland YLLs berechnen. Die ungültigen Codes der Todesursachenstatistik sollen dazu auf die gültigen Codes umverteilt werden.

Methodisches Kernproblem & Lösungsansätze:

Zwei grundsätzliche Fragen stellen sich bei der Umverteilung der ungültigen Codes: A) Welche ICD-Codes können als ungültige Codes betrachtet werden? B) Auf welche Art und Weise wird umverteilt? Folgt man der Definition der GBD-Studie, sind in Deutschland etwas mehr als ein Viertel der ICD-Codes ungültig. Aktuell planen wir, diese Codes proportional, d.h. entsprechend der Verteilung gültiger Codes, umzuverteilen. Dies geschieht je nach Todesursache innerhalb von ICD-Haupt- und Untergruppen oder über den gesamten ICD-Katalog. Darüber hinaus stellen z.B. regressionsbasierte Umverteilungsverfahren Alternativen dar.

Diskussion & Schlussfolgerungen:

Grundsätzlich stellt sich die Frage, ob eine Umverteilung von ungültigen auf gültige ICD-Codes der Todesursachenstatistik plausibel ist. Es soll darüber hinaus diskutiert werden, welche alternativen Umverteilungsverfahren gewählt werden können.

Literatur:

Roth G. A. et al. (2018) Global, regional, and national age-sex-specific mortality for 282 causes
of death in 195 countries and territories, 1980-2017: a systematic analysis for the Global Burden of Disease
Study 2017. The Lancet 392:1736-1788 doi:10.1016/S0140-6736(18)32203-7

Korrespondenzadresse:

Dr. Annelene Wengler, Robert Koch-Institut, Abteilung für Epidemiologie und Gesundheitsmonitoring, General-Pape-Straße 62-66, 12101 Berlin, WenglerA[at]rki.de

Stand: 07.05.2019

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