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PD Dr. Thomas Lampert, Robert Koch-Institut, Abt. für Epidemiologie und Gesundheitsmonitoring, Berlin

Das Robert Koch-Institut (RKI) führt regelmäßig Gesundheitsstudien durch, die umfassende Aussagen zur Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland erlauben. Für die Gesundheitsberichterstattung nutzt das RKI daneben zahlreiche weitere Studien und Statistiken, um eine möglichst aussagekräftige Daten- und Informationsgrundlage zu schaffen. Die Auswirkungen von Armut und sozialer Ungleichheit auf die Gesundheit stellen dabei einen Schwerpunkt dar.

Zum diesjährigen Kongress Armut und Gesundheit liegen zum einen aktuelle Daten zur gesundheitlichen Situation von Kindern und Jugendlichen vor. Diese entstammen der „Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland“, die vom Robert Koch-Institut in den Jahren 2014 bis 2017 zum insgesamt dritten Mal durchgeführt wurde (KiGGS Welle 2) – nach KiGGS Basis 2003-2006 und KiGGS Welle 1 2009-2012.

Die aktuellen KiGGS-Daten sind im Journal of Health-Monitoring, dem zentralen Publikationsorgan der Gesund­heits­bericht­erstattung des Bundes veröffentlicht worden. Zum anderen wurden zum Kongress Armut und Gesundheit in einer Sonderausgabe des Journal of Health Monitoring aktuelle Daten zu zeitlichen Entwicklungen und Trends der gesundheitlichen Ungleichheit veröffentlicht. Diese basieren auf verschiedenen Daten und Studien aus den letzten 20 Jahren, die für den Bericht zusammengetragen wurden, und legen den Schwerpunkt auf die Erwachsenenbevölkerung.

Die Ergebnisse der aktuellen KiGGS-Studie zeigen, dass die große Mehrheit der Kinder und Jugendlichen in Deutschland gesund aufwächst. Gleichzeitig machen sie aber große soziale Unterschiede zuungunsten von Kindern und Jugendlichen mit niedrigem Sozialstatus deutlich:

  • Eltern mit niedrigem sozialen Status schätzen im Vergleich zu Eltern mit hohem sozialen Status den allgemeinen Gesundheitszustand ihrer Kinder
    (3–17 Jahre) deutlich häufiger als nur mittelmäßig schlecht oder sehr schlecht ein (8 % gegenüber 1 %, insgesamt sind es 4 %).
  • Kinder und Jugendliche (3–17 Jahre) aus Familien mit niedrigem Sozialstatus sind häufiger stark übergewichtig (adipös) als die Gleichaltrigen aus sozial bessergestellten Familien (10 % gegenüber 2 %, insgesamt 6 %) und sie sind vermehrt nur wenig körperlich aktiv, d.h. an weniger als zwei Tagen pro Woche mindestens 60 Minuten aktiv (15 % gegenüber 6 %, insgesamt 9 %)
  • Der Tabakkonsum ist insgesamt rückläufig, 11- bis 17-jährige Jugendliche aus Familien mit niedrigem Sozialstatus rauchen aber nach wie vor häufiger als die Gleichaltrigen aus Familien mit hohem Sozialstatus (8 % gegenüber 4 %, insgesamt 7 %)
  • Mütter mit niedrigem Sozialstatus rauchen während der Schwangerschaft weitaus häufiger als Mütter mit hohem Sozialstatus (27 % gegenüber 2 %, insgesamt 11 %; nach Angaben von Müttern, deren Kinder heute 0–6 Jahre alt sind).

Mit Blick auf Erwachsene (18+ Jahre) weisen die aktuellen Zahlen auf große soziale Unterschiede in der Lebenserwartung (11 Jahre bei Männern und 8 Jahre bei Frauen beim Vergleich von Personen mit niedrigem und hohem Einkommen) sowie ein 2- bis 3-fach erhöhtes Risiko für chronische Krankheiten (u.a. Herz­infarkt, Schlaganfall, Diabetes) sowie Risikofaktoren (u.a. Rauchen, Übergewicht, Bewegungsmangel) in sozial benachteiligten Gruppen hin. Zur Entwicklung dieser Unterschiede lässt sich sagen:

  • Die mittlere Lebenserwartung nimmt in allen Bevölkerungsgruppen zu, der Zugewinn an Lebenszeit fällt in den höheren Einkommensgruppen noch etwas stärker aus
  • Für viele Bereiche sind stabile gesundheitliche Ungleichheiten zu beobachten, die zum Ausdruck bringen, dass Personen mit niedrigem sozialen Status ein etwa 2- bis 3-fach erhöhtes Risiko für chronische Krankheiten und Beschwerden haben
  • In einigen Bereichen haben sich die Unterschiede vergrößert, so z. B. beim Tabakkonsum (weil vor allem Personen mit höherem Sozialstatus mit dem Rauchen aufgehört haben) und bei der sportlichen Aktivität (weil insbesondere in den höheren Statusgruppen mehr Sport getrieben wird).

KiGGS Welle 2

An der aktuellen Erhebung der KiGGS-Studie des Robert Koch-Instituts, die von 2014 bis 2017 durchgeführt wurde, haben 15.023 Kinder und Jugendliche im Alter von 0 bis 17 Jahren in ganz Deutschland teilgenommen. Neben Befragungen der Eltern und der Jugendlichen ab 11 Jahren umfasst KiGGS auch (für einen Teil der Studienteilnehmenden) körperliche Untersuchungen und Tests sowie eine Labor­diagnostik. Die so gewonnenen Daten ermöglichen Aussagen zur aktuellen gesundheitlichen Situation von Kindern und Jugendlichen in Deutschland und zu Veränderungen über die letzten zehn Jahre. Der soziale Status der Familie wird über Angaben der Elter zu ihrem Bildungsniveau und ihrer beruflicher Stellung sowie zum Haushaltsnettoeinkommen bestimmt.

Weitere Informationen

KiGGS Welle 2 – Erste Ergebnisse aus Querschnitts- und Kohortenanalysen. Journal of Health Monitoring, Ausgabe 1/2018

Lampert T, Kroll LE, Kuntz B, Hoebel J (2018) Gesundheitliche Ungleichheit in Deutschland und im internationalen Vergleich: Zeitliche Entwicklungen und Trends. Journal of Health Monitoring, Special Issue 1/2018

Presseanfragen

Pressestelle des Robert Koch-Instituts
Susanne Glasmacher, Tel. 030/18754-2286 oder-2562 oder -2239, E-Mail: presse[at]rki.de

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