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Ein Tierpfleger bereitet einen Käfig vor. Quelle: RKI

Versuchstierhaltung

Versuchstierhaltung im Robert Koch-Institut

Wissenschaftler des Robert Koch-Institus erforschen unter anderem, wie Infektionskrankheiten entstehen, wie sie verlaufen und auf welche Weise sich Erreger wirkungsvoll bekämpfen lassen. Bei einigen Fragestellungen müssen sie dafür auch auf Tierexperimente zurückgreifen. Das Robert Koch-Institut besitzt daher eine Erlaubnis zur Haltung und Zucht verschiedener Versuchstierarten.

Derzeit befinden sich im RKI etwa eintausend Versuchstiere, es handelt sich dabei ausschließlich um kleine Nagetiere. Sie werden nach tierschutzrechtlichen Vorgaben und aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen gehalten. Die Tierräume verfügen über ein spezielles Raumklima, Licht und eigene Hygienemaßnahmen; Käfige und Käfigeinrichtungen sind auf die spezifischen Bedürfnisse der jeweiligen Tierart abgestimmt. Die Tierräume dürfen nur von berechtigten und speziell ausgebildeten Mitarbeitern betreten werden. Hygienische Barrieren verhindern, dass Krankheitserreger in die Tierhaltung eingebracht werden.

Die Tiere werden auch regelmäßig mikrobiologisch untersucht, um möglicherweise eingeschleppte Krankheitserreger früh zu erkennen und Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Dies dient einerseits dem Schutz der Tiere, ist aber auch eine Voraussetzung dafür, dass tierexperimentelle Forschung ohne mikrobiologische Beeinträchtigungen (Bias) durchgeführt werden kann.

Stand: 20.12.2017

    Rechtsgrundlagen

    Den rechtlichen Rahmen für einen Tierversuch in Deutschland bilden das Tierschutzgesetz (TierSchG) und die Tierschutz-Versuchstierverordnung (TierSchVersV).

    Tierversuche müssen bei der zuständigen Behörde des Bundeslandes, in dem die Versuche durchgeführt werden sollen, angemeldet und genehmigt werden. In Berlin ist dies das Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGeSo).

    Stand: 20.12.2017

      Tierschutzbeauftrage und Tierschutzausschuss

      Jede Einrichtung, in der Versuchstiere gehalten und Experimente mit Wirbeltieren gemacht werden, muss einen Tierschutzbeauftragten (einen qualifizierten Tierarzt) bestellen und einen Tierschutzausschuss einrichten, die unter anderem die Einrichtung und die Mitarbeiter beraten und das Wohl der Tiere im Blick haben. So schreibt es die Tierschutz-Versuchstierordnung vor.

      Die Tierschutzbeauftragten des Robert Koch-Instituts achten darauf, dass die gesetzlichen Vorschriften im Interesse des Tierschutzes eingehalten werden. Sie beraten und unterstützen Mitarbeiter, die Experimente mit Tieren durchführen oder Versuchstiere pflegen, in allen tierschutzrelevanten und versuchstierkundlichen Fragen. Die Tierschutzbeauftragten werden schon in die Planung von Tierversuchen mit einbezogen; sie haben jederzeit Zugang zur Tierhaltung, zu den Tieren, den Laboren und Aufzeichnungen der Wissenschaftler. Alle Mitarbeiter, die sich mit Tierversuchen und Versuchstieren befassen, sind gegenüber den Tierschutzbeauftragten auskunftspflichtig. Die Tierschutzbeauftragten wirken auch darauf hin, dass Ersatz- und Ergänzungsmethoden zu Tierversuchen im RKI entwickelt und eingeführt werden. Darüber hinaus fördern die sie die versuchstierkundliche Aus-, Fort- und Weiterbildung von allen beteiligten Mitarbeitern.

      Der Tierschutzausschuss besteht aus den Tierschutzbeauftragten und den für die Tierhaltung Verantwortlichen des RKI, außerdem aus Wissenschaftlern, die Tierversuche durchführen. Unter anderem legt der Ausschuss interne Arbeitsabläufe fest, mit denen das Wohlergehen der Tiere überwacht wird, und überprüft, dass diese Arbeitsabläufe eingehalten werden. Die Ausschuss-Mitglieder verfolgen auch den Verlauf der Tierversuche und die Ergebnisse, besonders im Hinblick auf die Auswirkungen für die eingesetzten Tiere.

      Stand: 20.12.2017

        Forschung zu Alternativmethoden zum Tierversuch

        Seit 2013 ist in der Tierschutz-Versuchstierverordnung die konsequente Umsetzung des 3R-Prinzps zur Vermeidung (Replacement), Verminderung (Reduction) und Verbesserung (Refinement) der Verwendung von Versuchstieren vorgeschrieben. Einige Tierversuche können heute schon durch Zellkulturversuche ersetzt oder ergänzt werden. Für bestimmte Fragestellungen gibt es jedoch noch keine Alternative, etwa, wenn das Zusammenspiel verschiedener Organfunktionen im Laufe einer Infektion untersucht werden soll.

        Auch im RKI werden Alternativmethoden entwickelt, unter anderem zum Nachweis biologischer Toxine (ZBS 3 Biologische Toxine), zur Überprüfung von Grippe-Impfstoffen (FG 17 Influenzaviren und andere Viren des Respirationstrakts) und zum Nachweis proteinöser Keimaktivität von Prionen und Prionoiden (ZBS 6 Proteomik und Spektroskopie).

        Stand: 20.12.2017

          Gesundheitsmonitoring

          In­fek­ti­ons­schutz

          Forschung

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