Ist die Impfung gegen Masern auch für Erwachsene empfohlen?
Die Impfung gegen Masern ist für alle Erwachsene empfohlen, die nach 1970 geboren wurden und noch gar nicht oder nur einmal in der Kindheit gegen Masern geimpft wurden oder deren Impfstatus unklar ist. Weiterhin ist die Masernimpfung allen Erwachsenen als so genannte Indikationsimpfung bei beruflicher Exposition oder als postexpositionelle Prophylaxe (vorbeugende Impfung nach Kontakt zu Masernkranken) empfohlen. Die Empfehlung zur Masernimpfung im Erwachsenenalter wurde 2010 von der Ständigen Impfkommission (STIKO) erweitert, um Masernausbrüche in der Bevölkerung zu verhindern und damit der Elimination der Masern im europäischen Raum ein gutes Stück näher zu kommen. Die Empfehlung soll des Weiteren dazu beitragen die Herdenimmunität zu stärken und so Personen zu schützen, die selbst nicht aktiv geimpft werden können.
Die STIKO empfiehlt bei gegebener beruflicher Exposition allen nach 1970 Geborenen, die nicht oder nur einmal in der Kindheit gegen Masern geimpft wurden oder deren Impfstatus unklar ist, eine einmalige Impfung gegen Masern – vorzugsweise sollte ein MMR-Kombinationsimpfstoff verwendet werden. Eine berufliche Exposition kann vermutet werden bei Personen, die im Gesundheitsdienst und bei der Betreuung von Immundefizienten sowie in Gemeinschaftseinrichtungen beschäftigt sind. Gemeinschaftseinrichtungen werden nach § 33 des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) als Einrichtungen definiert, in denen überwiegend Säuglinge, Kinder oder Jugendliche betreut werden, insbesondere Kinderkrippen, Kindergärten, Kindertagesstätten, Kinderhorte, Schulen oder sonstige Ausbildungseinrichtungen, Heime, Ferienlager und ähnliche Einrichtungen.
Zur postexpositionellen Prophylaxe wird von der STIKO empfohlen, alle ungeimpften oder in der Kindheit nur einmal geimpften Personen oder Personen mit unklarem Immunstatus mit Kontakt zu Masernkranken einmalig vorzugweise mit MMR-Impfstoff zu impfen. Diese postexpositionelle Impfung sollte möglichst innerhalb von 3 Tagen nach Kontakt zu Masernkranken erfolgen.
Darüber hinaus empfiehlt die STIKO im Rahmen eines Ausbruchs die einmalige Masernimpfung (vorzugsweise mit einem MMR-Impfstoff) für alle nach 1970 Geborenen, die nicht oder nur einmal in der Kindheit gegen Masern geimpft wurden oder deren Impfstatus unklar ist.
