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Was bedeuten Mutationen bei Influenzaviren?

Als Mutationen werden Veränderungen im Erbgut bezeichnet. Bei Influenzaviren sind Mutationen nicht ungewöhnlich. Sie gehören zur Gruppe der so genannten RNA-Viren, bei denen die üblichen Kopierfehler beim Vermehren der Erbsubstanz nicht repariert werden, genetische Veränderungen können damit leichter entstehen. Vor allem das Oberflächenmolekül Hämagglutinin (H oder HA) verändert sich stetig in geringem Umfang (Antigendrift). HA ist ein Eiweißstoff, der für die Erkennung durch das Immunsystem entscheidend ist. Bei Influenzaviren ist eine solche Antigendrift lange bekannt, dadurch entstehen regelmäßig neue Varianten, die es erforderlich machen, den Impfstoff gegen die saisonale Influenza jeden Winter neu anzupassen. Zu Mutationen, die eine Widerstandsfähigkeit (Resistenz) gegen ein Medikament verursachen können, siehe Frage „Welche Medikamente stehen zur Verfügung?“.

Eine Besonderheit von Influenzaviren ist das Vorliegen ihres Erbguts in einzelnen Abschnitten. Diese Erbgutsegmente können bei gleichzeitiger Infektion einer Wirtszelle mit zwei unterschiedlichen Influenzaviren ausgetauscht werden. Die entstehenden „Virusnachkommen“ können wegen des neuen „Bauplans“ im Erbgut andere Kombinationen von (Oberflächen-) Eiweißmolekülen tragen (Antigenshift oder Reassortment).

Die Überwachung der genetischen Eigenschaften von Influenzaviren wird in Deutschland insbesondere im Nationalen Referenzzentrum für Influenza durchgeführt, das am Robert Koch-Institut angesiedelt ist. Im Wochenbericht der Arbeitsgemeinschaft Influenza wird regelmäßig darüber berichtet.

Stand: 19.09.2011

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