Sollen Kinder gegen die Neue Influenza geimpft werden?
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Impfung gegen die Neue Grippe ab einem Alter von 6 Monaten.
Es ist besonders wichtig, Kinder und Jugendliche mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens gegen die Neue Grippe zu impfen. Dies sind zum Beispiel Kinder und Jugendliche mit Erkrankungen der Atemwege, neurologischen Grunderkrankungen oder einem eingeschränkten Immunsystem, da diese ein besonders hohes Risiko für schwere Krankheitsverläufe haben.
Die aktuellen Daten unterstreichen jedoch auch ein erhöhtes Risiko von jungen gesunden Kindern und von Jugendlichen, sowohl an der Neuen Influenza A (H1N1) zu erkranken als auch schwere Krankheitsverläufe zu entwickeln. Bei einer Infektion zeigen Kinder und Jugendliche häufiger einen schwereren Krankheitsverlauf: ca. 2/3 der Personen, die in Deutschland aufgrund einer Infektion mit Neuer Grippe in ein Krankenhaus eingewiesen wurden, waren unter 24 Jahre.
Kinder und Jugendliche haben durch ihre vielfältigen Kontakte in Kindertagesstätten oder Schulen ein erhöhtes Risiko sich mit dem Virus zu infizieren. Kinder und Jugendliche sind die Altersgruppen, die am häufigsten von einer Neuen Grippe betroffen sind.
Der Schutz von Kindern unter 6 Monaten kann durch die Impfung von Haushaltskontaktpersonen erreicht werden.
In einer Stellungnahme des Paul-Ehrlich-Institutes gemeinsam mit dem Robert Koch-Institut wird für die Impfung von Kindern im Alter von 6 Monaten bis 9 Jahre zurzeit eine einmalige Verabreichung von 0,25 ml des Impfstoffes (d.h. der Hälfte der Dosis für Erwachsene) empfohlen. Für Kinder ab einem Alter von 10 Jahren empfehlen das Paul-Ehrlich-Institut und das Robert Koch-Institut die Verabreichung einer Erwachsenendosis.
Die zur Verfügung stehenden Daten belegen bei Kindern im Alter von 6 Monaten bis 9 Jahren eine ausgesprochen gute Immunantwort nach Impfung. Durch die zugefügten Wirkverstärker, die zu einer guten Immunantwort beitragen, treten möglicherweise etwas häufiger als bei herkömmlichen Grippeimpfstoffen lokale Reaktionen (v.a. Schmerzen an der Injektionsstelle) und in manchen Fällen als Reaktion des Immunsystems kurzzeitig auch grippale Symptome (z.B. leichte Gliederschmerzen, Kopfschmerzen oder Schüttelfrost) auf. Es kann jedoch davon ausgegangen werden, dass diese grippalen Symptome nach Impfung deutlich seltener, leichter und kürzer auftreten, als wenn das Kind an der Neuen Influenza erkrankt. In Schweden wurden bereits mehr als 3,4 Millionen Dosen Pandemrix® ausgeliefert und auch an Kinder (etwa 55.000 Kinder zwischen 6 Monaten und 6 Jahren, Stand: 12.11.2009) verimpft. Nach Angabe der schwedischen Behörden weicht das Spektrum von Nebenwirkungen nicht von dem in Zulassungsstudien beobachteten ab.
