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Was muss bei der Impfung gegen Neue Influenza von Schwangeren beachtet werden?

Schwangere gehören zu einer der Risikogruppen, für die eine Impfung gegen Neue Influenza A (H1N1) besonders indiziert ist. Die epidemiologischen Daten zum aktuellen Stand zeigen, dass Schwangere ein erhöhtes Risiko für schwere Krankheitsverläufe von Neuer Influenza haben.

Klinischen Studien mit Impfstoffen gegen Neue Influenza können bei Schwangeren aus ethischen Gründen nicht durchgeführt werden. Daten aus Schweden, wo bereits seit Anfang Oktober 2009 landesweit Impfungen mit adjuvantierten Influenza-Impfstoffen durchgeführt werden (u.a. wurden 30.000 Impfungen von Schwangeren dokumentiert), lassen nicht auf akut aufgetretene vermehrte unerwünschte Wirkungen bei Schwangeren schließen. Langzeitdaten zur Impfung von Schwangeren fehlen jedoch noch.

Schwangere können mit einem adjuvantierten wie auch einem nicht-adjuvantierten Impfstoff geimpft werden. Da jedoch nur mit nicht-adjuvantierten (saisonalen) Influenzaimpfstoffen umfangreichere Erfahrungen bei Schwangeren vorliegen (Impfstoff dieser Art wird bei der saisonalen Influenzaimpfung Schwangerer in den USA angewendet), empfiehlt die STIKO für Schwangere bis zum Vorliegen weiterer Daten eine Impfung vorzugsweise mit einem nicht-adjuvantierten Spaltimpfstoff. Dieser sollte vorzugsweise ab dem 2. Schwangerschaftsdrittel verabreicht werden.

Das Paul-Ehrlich-Institut und Robert Koch-Institut weisen darauf hin, dass im Rahmen einer sorgfältigen individuellen Nutzen-Risiko-Analyse und bei Vorliegen eines hohen Infektionsrisikos die Anwendung von einer Erwachsenendosis Pandemrix® (adjuvantierter pandemischer H1N1-Impfstoff des Herstellers GSK) bei Schwangeren sinnvoll sein kann. Bei entsprechender Indikationsstellung sollte Schwangeren nicht allein deshalb eine Impfung vorenthalten werden, weil Adjuvanz-freier Impfstoff nicht verfügbar ist. Basis für die Indikationsstellung ist eine individuelle Nutzen-Risiko-Abwägung, in die sowohl die erwartete epidemiologische Entwicklung der Neuen Influenza als auch das individuelle Risiko der Schwangeren, insbesondere das erhöhte Risiko für eine schwer verlaufende H1N1-Erkrankung in Folge einer vorbestehenden Grunderkrankung eingehen. Zudem sollte ein mögliches erhöhtes Infektionsrisiko für eine H1N1-Infektion (z.B. weitere(s) Kind/Kinder in der Familie oder eine besondere berufliche Exposition) berücksichtigt werden.

Um mögliche Risiken der Impfung gegen die Neue Influenza für Schwangere und das ungeborene Leben beurteilen zu können, hat das Paul-Ehrlich-Institut in Zusammenarbeit mit dem Berliner Zentrum für Embryonaltoxikologie eine Studie zur (freiwilligen) Überwachung der geimpften Schwangeren (unabhängig davon, welcher Impfstoff eingesetzt wurde) und die Untersuchung der Neugeborenen begonnen. Schwangere, die geimpft wurden oder Fragen zur Impfung haben, sollten sich telefonisch oder per Internet an das Institut für Embryonaltoxikologie in Berlin wenden. Für den Erstkontakt per Internet gibt es auch einen (Online-)Fragebogen. Behandelnde und impfende Ärztinnen und Ärzte können sich ebenfalls mit dem Zentrum für Embryonaloxikologie in Verbindung setzen. Weitere Informationen zur Studie finden Sie auf der Homepage des Paul-Ehrlich-Instituts.

Stand: 21.12.2009

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