Können Vogelgrippeviren auch von Mensch zu Mensch übertragen werden?
Nach bisherigen Erfahrungen werden Vogelgrippeviren, wenn überhaupt, nicht effektiv von Mensch zu Mensch übertragen. Es gibt einzelne Fälle (2004 in Thailand, 2005 in Vietnam, 2006 in Indonesien und 2007 in China und Pakistan). Bei diesen Fällen bestand ein sehr enger Kontakt zwischen einem später erkrankten Familienmitglied und dem primär Erkrankten, z.B. durch häusliche Krankenpflege. Bei der Häufung in Indonesien 2006, bei der acht Personen einer Familie erkrankten, kam es möglicherweise auch erstmals zu einer Weiterübertragung des Virus an eine dritte Person (von einer 37 Jahre alten Frau zu ihrem Neffen und von dort an seinen Vater, den Bruder der Frau, siehe Nature, 13. Juli 2006). Bei einer familiären Häufung in der Türkei Ende 2005/Anfang 2006, gibt es keine Hinweise auf eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung, dort haben sich die Betroffenen vermutlich jeweils bei Geflügel angesteckt (siehe WHO-Update vom 16. Januar 2006)
Generell gilt, dass der für das Anheften an die Zellen des Wirtes notwendige Anteil des Virus nicht gut an menschliche Zellen angepasst ist. Prinzipiell besteht aber die Sorge, dass die Vogel-Influenzaviren durch genetische Veränderungen die Fähigkeit erlangen könnten, sich gut an menschliche Zellen anzuheften. Durch diese Änderung könnte eine effektive Übertragung von Mensch zu Mensch möglich werden und zu einer großflächigen, weltumspannenden Epidemie unter Menschen (einer so genannten Pandemie) führen.
