Gesundheit alleinerziehender Mütter und Väter – GBE-Heft 14
Im April 2003 in der Reihe "Gesundheitsberichterstattung des Bundes" erschienen:
| ISBN 3-89606-141-0 |
In Deutschland leben 1,4 Millionen alleinerziehende Mütter und Väter, die 1,9 Millionen minderjährige Kinder betreuen. 88% der Alleinerziehenden sind Frauen. Auf der Basis einer einheitlichen Definition des »Alleinerziehens« wurden für diesen Bericht vier repräsentative Datenquellen ausgewertet und der Gesundheitszustand alleinerziehender und verheirateter Mütter und Väter verglichen.
Alleinerziehende Mütter leiden häufiger unter Allgemeinbeschwerden und Schmerzen als verheiratete Mütter und sind in ihrer psychischen Befindlichkeit sowie ihrer gesundheitsbezogenen Lebensqualität eher beeinträchtigt als diese. 55,9 % der alleinerziehenden und 62,3% der verheirateten Mütter schätzen ihren Gesundheitszustand als »sehr gut« bzw. »gut« ein. Alleinerziehende Väter unterscheiden sich von verheirateten Vätern vor allem hinsichtlich ihrer Lebenszufriedenheit und ihrer Zufriedenheit mit dem Lebensstandard: 46,5% der alleinerziehenden, aber 72,7% der verheirateten Väter sind mit ihrem Leben sehr zufrieden oder zufrieden; mit dem Lebensstandard sehr zufrieden bzw. zufrieden sind 44,2% der alleinerziehenden und 69,7% der verheirateten Väter.
Entsprechend ihrer jeweiligen Lebenssituation sind alleinerziehende Eltern unterschiedlich stark durch psychosoziale und gesundheitliche Risiken belastet und verfügen über ein unterschiedliches Maß an Ressourcen. Insbesondere eine schwierige finanzielle Situation und soziale Belastungen können ihre Gesundheit negativ beeinflussen. Eine Verringerung dieser spezifischen Belastungen kann einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der gesundheitlichen Lage alleinerziehender Mütter und Väter leisten.

