Was hat sich bezüglich des Schweinegrippe-Virus seit seinem ersten Auftreten 2009 verändert?
Seit dem ersten Auftreten in der Pandemie 2009 sind die Eigenschaften des Virus, vor allem hinsichtlich des Krankheitsverlaufs und der Personengruppen mit erhöhtem Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf, besser bekannt. Im Influenzaimpfstoff für die Saison 2010/11 wurde neben den Antigenen des A(H3N2) und B-Virus das Antigen des A(H1N1) 2009-Virus aufgenommen, eine Produktion des Impfstoffes erfolgte rechtzeitig vor der Grippewelle in der seit vielen Jahren bekannten Weise, die Impfung stand rechtzeitig ab September 2010 zur Verfügung. Es gelten jetzt die gleichen Präventions- und Behandlungsstrategien wie in jeder Influenzasaison. In der ersten Grippesaison nach der Pandemie war weiterhin zu beobachten, dass das „Schweinegrippe“-Virus (Influenza A(H1N1) 2009) auch bei jüngeren Erwachsenen und Kindern zu sehr schweren Erkrankungen und Todesfällen geführt hat, insbesondere beim Vorliegen von Grundkrankheiten. Das höchste Risiko für schwere Verläufe und Todesfälle im Falle einer Infektion hatten nach wie vor ältere Menschen (siehe auch die Frage: "Was war bei der pandemischen Grippe anders als bei den jährlichen Grippewellen?").
Wie sich das Schweinegrippevirus zukünftig entwickeln wird, lässt sich nicht vorhersagen. Es ist zu vermuten, dass sich das durchschnittliche Alter bei Todesfällen durch A(H1N1) 2009 nach oben verschieben wird, ähnliche Beobachtungen wurden auch nach früheren Pandemien gemacht. Bisher hat sich das Erbgut des Schweinegrippevirus noch nicht so sehr verändert, dass die Impfstoffkomponente hätte angepasst werden müssen. Genetische Veränderungen von Influenzaviren sind nicht ungewöhnlich (siehe Frage „Was bedeuten Mutationen bei Influenzaviren?“). Sie werden bei der Impfstoffempfehlung der Weltgesundheitsorganisation für den jeweils aktuellen Impfstoff berücksichtigt (siehe Internetseite des Paul-Ehrlich-Instituts).
