Schweres Akutes Respiratorisches Syndrom (SARS)
Am 16. April 2003 hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mitgeteilt, dass ein neuer Erreger aus der Familie der Coronaviren als Ursache des schweren akuten respiratorischen Syndroms (SARS) gefunden wurde (http://www.who.int/csr/sarsarchive/2003_04_16/en/). Das bislang unbekannte Coronavirus hatte Ende März erstmals eine Gruppe aus dem Bernhard-Nocht-Institut in Hamburg (www.bni-hamburg.de) und der Universität Frankfurt beschrieben, ebenso die Centers for Disease Control in den USA http://www.cdc.gov/ncidod/sars/
Coronaviren:
Coronaviren bilden eine große Virusfamilie, deren Mitglieder sowohl beim Menschen wie auch zahlreichen Tierspezies Infektionen auslösen. Gemeinsam ist allen Coronaviren der morphologische Aufbau und das große Genom aus Ribonukleinsäure. Während Coronavirusinfektionen in der Veterinärmedizin große Bedeutung haben, sind die bisher bekannten menschenpathogenen Coronaviren lediglich Auslöser von Erkältungskrankheiten (banale Repirationstraktinfektionen der oberen Atemwege). Sie werden durch Tröpfcheninfektion übertragen. Vor Entdeckung des SARS Virus war man davon ausgegangen, dass Coronavirusinfektionen nur bei respiratorischen Vorerkrankungen wie Asthma bronchiale oder chronisch obstruktive Lungenerkrankungen größeren Krankheitswert haben.
Obwohl die herkömmlichen humanen Coronaviren unter Menschen sehr weit verbreitet sind - 90 Prozent der Fünfjährigen hatte bereits Kontakt - ist ihr diagnostischer Nachweis schwierig. Da sie sich in herkömmlichen Zellkulturen kaum vermehren lassen, müssen sie durch elektronenmikroskopische und molekularbiologische Methoden nachgewiesen werden. Für den Nachweis des neuen SARS Virus sind inzwischen molekularbiologische Nachweismethoden entwickelt worden, und auch Antikörpernachweisverfahren sind in absehbarer Zeit einsetzbar.
Stand: 17.04.2003
