Welche Medikamente stehen zur Verfügung?
Zur ursächlichen Behandlung der Influenza stehen die Neuraminidasehemmer Oseltamivir (Tamiflu(R)) und Zanamivir (Relenza(R)) zur Verfügung; das ältere Amantadin spielt im Verschreibungsverhalten keine Rolle mehr, weil die Influenza A-Viren A(H1N1)2009 und A(H3N2) resistent gegen Amantadin sind und Amantadin gegen Influenza B ohnehin nicht einsetzbar ist.
Unter den bislang im Nationalen Referenzzentrum im Robert Koch-Institut untersuchten Influenza A(H1N1) 2009-Viren wurden nur sporadisch Oseltamivir-Resistenzen nachgewiesen. Gegen Zanamivir waren alle Viren empfindlich. Über nachgewiesene Resistenzen wird im Influenza-Wochenbericht der Arbeitsgemeinschaft Influenza informiert. Von den vor April 2009 zirkulierenden A(H1N1)-Influenzaviren ist bekannt, dass sich Oseltamivir-Resistenzen unter Umständen sehr schnell weltweit verbreiten können.
Eine individuelle Bevorratung mit antiviralen Arzneimitteln wird nicht empfohlen. Diese Arzneimittel sind rezeptpflichtig, da sie erst nach ärztlicher Untersuchung und Beratung eingenommen werden sollen. Das ist zum Beispiel deshalb wichtig, weil Unterdosierungen des Wirkstoffs die Entstehung von resistenten Viren begünstigen können. Zudem ist die Eigendiagnose einer Influenza unzuverlässig; die Influenza kann mit vielen anderen akuten Atemwegserkrankungen verwechselt werden. Zur Bevorratung antiviraler Arzneimittel durch öffentliche Stellen siehe Frage „Wie hatte sich Deutschland auf die Pandemie vorbereitet?“).
Weitere Informationen zu den Arzneimitteln sind beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte zu finden, in deren Antworten auf häufig gestellte Fragen.
Stand: 19.09.2011
