Angststörungen – GBE-Heft 21
Im Mai 2004 in der Reihe "Gesundheitsberichterstattung des Bundes" erschienen:
| ISBN 3-89606-152-6 |
Angst ist dem Menschen als natürliche Anpassungsleistung für das Überleben im Sinne der Gefahrenvermeidung mitgegeben. Bei Personen mit Angsterkrankungen bzw. Angststörungen sind die Angstreaktionen nicht mehr angemessen und führen zu erheblichen Beeinträchtigungen und Belastungen der Betroffenen.
In Deutschland wurden Häufigkeit, Auswirkungen und Versorgungssituation von Angststörungen erstmals im Bundes-Gesundheitssurvey 1998 (BGS98) detailliert und bevölkerungsrepräsentativ erhoben. 14% der befragten Bundesbürger zwischen 18 und 65 Jahren erfüllen im Zeitraum von 12 Monaten die internationalen Diagnosekriterien für eine Angststörung, darunter deutlich mehr Frauen als Männer.
Angststörungen zählen aufgrund ihrer hohen Verbreitung, aber auch aufgrund hoher indirekter Kosten – vor allem durch Arbeitsausfall – zu den kostenintensiven Erkrankungen. Zur Behandlung fast aller Angststörungen stehen seit einigen Jahren verschiedene, in ihrer kurz- und zum Teil auch langfristigen Effektivität gut gesicherte Therapieverfahren zur Verfügung, die von verschiedenen Berufsgruppen und Einrichtungen angeboten werden. Allerdings gibt nur etwa die Hälfte aller Betroffenen mit einer im BGS98 diagnostizierten Angsterkrankung an, wegen ihrer Angstbeschwerden professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Die Verbesserung sowohl der Erkennensraten (z.B. beim Hausarzt) als auch die effizientere Verzahnung der hausärztlichen Versorgung mit spezialisierten psychiatrischen und psychotherapeutischen Einrichtungen stellen daher eine beträchtliche Herausforderung dar.

