Nationales Referenzzentrum für Masern, Mumps, Röteln
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Leitung:
Annette Mankertz
Die Erkrankungen an Masern, Mumps und Röteln sind nicht spezifisch therapierbar. Durch die Anwendung von Lebendimpfstoffen kann diesen Erkrankungen jedoch vorgebeugt werden, womit Komplikationen wie die Masernenzephalitis, Mumpsmeningitis oder die schwerwiegenden Schäden bei angeborenen Röteln zu verhindern sind. Das von der WHO gesetzte Ziel, die Masern als auch die Röteln in der Region Europa bis zum Jahr 2010 zu eliminieren, wird auch von Deutschland angestrebt, was in dem 1999 gestarteten "Interventionsprogramm Masern, Mumps, Röteln" zum Ausdruck kommt. Die wichtigsten Maßnahmen sind dabei die Erhöhung der MMR-Impfraten für die erste und zweite Dosis auf über 95% und die Verbesserung der Überwachung. Dies beinhaltet das regelmäßige Erfassen von alters- und regionalspezifischen Daten zu Inzidenz, Impfraten und Seroprävalenz sowie die Labordiagnostik von Verdachtsfällen.
Aufgaben
Das NRZ MMR trägt bei der Realisierung dieser Aufgaben den laborwissenschaftlichen Teil. Dazu gehören im Rahmen von Ausbruchsuntersuchungen neben der Bestätigung der klinischen Verdachtsdiagnosen der Nachweis und die Charakterisierung der auftretenden Viren, um zur Klärung von Transmissionswegen beizutragen. Außerdem werden kontinuierliche Untersuchungen der Populationsimmunität als auch der individuellen Immunität gegenüber Masern, Mumps und Röteln im Zusammenhang mit den empfohlenen Impfungen vorgenommen.
Den Arbeiten zur Qualitätssicherung, zur Standardisierung und zur Weiterentwicklung der Labordiagnostik kommt besondere Bedeutung zu. Es zählen dazu eine entsprechende Virusstammhaltung, die Evaluierung von Testkits, die Herstellung und Abgabe von Referenzpräparaten sowie die Teilnahme an nationalen und internationalen Ringversuchen, wie sie u.a. durch Instand e.V. und die WHO durchgeführt werden.
Das NRZ MMR ist in nationale infektionsepidemiologische Projekte eingebunden (z.B. "Arbeitsgemeinschaft Masern und Varizellen") und unterstützt das Interventionsprogramm MMR durch Beratung von Ärzten, Laboratorien und des ÖGD bei Fragen zu Ausbrüchen, Impfung und Diagnostik sowie durch Beiträge zur Öffentlichkeitsarbeit und zur Weiterbildung von Ärzten. Es ist auf europäischer Ebene an Kooperationen zur Überwachung impfpräventabler Erkrankungen beteiligt (z.B. "European Sero-Epidemiology Network") und betreut als Regionales Referenzlabor der Region Europa der WHO 18 nationale Masern- und Rötelnlabore.
