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Abstract zur Publikation: Mindestindikatorensatz zur Erfassung des Migrationsstatus. Empfehlungen für die epidemiologische Praxis. [A basic set of indicators for mapping migrant status. Recommendations for epidemiological practice]

Schenk L, Bau AM, Borde T, Butler J, Lampert T, Neuhauser H, Razum O, Weilandt C (2006): Mindestindikatorensatz zur Erfassung des Migrationsstatus. Empfehlungen für die epidemiologische Praxis. [A basic set of indicators for mapping migrant status. Recommendations for epidemiological practice].
Bundesgesundheitsbl. – Gesundheitsforsch. – Gesundheitsschutz 49: 853-860.

Nach wie vor fehlt eine Datenbasis, die Migranten und ihre gesundheitliche Situation angemessen repräsentiert. Einer der Gründe für diesen Mangel ist die unzulängliche Erfassung des Migrationsstatus in der amtlichen Statistik und in epidemiologischen Studien. Voraussetzung für eine adäquate und standardisierte Operationalisierung ist eine genaue Definition der Begriffe „Migrant“ und „Migrationshintergrund“. In unserem Beitrag diskutieren wir Konzepte zur begrifflichen Bestimmung und Erfassung ethnischer Minderheiten und Migranten und entwickeln auf dieser Grundlage einen Mindestindikatorensatz für die epidemiologische Forschung. Der vorgeschlagene Mindestindikatorensatz zur Erfassung des Migrationsstatus enthält die Merkmale Geburtsland von Vater und Mutter, Einreisejahr, Muttersprache, Deutschkenntnisse sowie den Aufenthaltsstatus. Zentraler Indikator zur Identifikation von Migranten ist das Geburtsland der Eltern und nicht – wie bislang zumeist üblich – die Staatsangehörigkeit. Die Klassifikation mittels der juristischen Kategorie Staatsangehörigkeit wird damit abgelöst durch die Klassifikation anhand des lebensbiographischen Ereignisses „Migration“. Mit der Migration gehen spezifische Lebensbedingungen und Handlungsanforderungen einher, die über mehrere Generationen für die Gesundheit von Bedeutung sein können. Ein Instrument zur Erfassung des Migrationsstatus muss dahingehend weiterentwickelt werden, dass es diese aus dem Migrationsereignis resultierenden Besonderheiten in der Lebenssituation widerspiegelt und möglichst alle Aspekte eines Migrationshintergrundes berücksichtigt.

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