20. April 2017

RKI-Newsletter zu aktuellen Infektionsschutzthemen

Sehr geehrte Damen und Herren,

an dieser Stelle informieren wir Sie über Neuigkeiten zu aktuellen Infektionsschutzthemen des Robert Koch-Instituts.

Echinokokkose – Eine Übersicht und neue Erkenntnisse in der Diagnostik, Therapie und Parasitenbiologie

Fuchs

Ein Bericht aus dem Konsiliarlabor für Echinokokken gibt eine Übersicht und Bewertung verschiedener Testverfahren. Die Chemotherapie, die über sehr lange Zeiträume, oft lebenslang, angewendet werden muss, ist problematisch. Neue Forschungsansätze lassen Fortschritte bei der Entwicklung neuer therapeutischer Ansätze erwarten. Ob solche Ansätze zu neuen Medikamenten führen, bleibt abzuwarten. Schwierigkeiten bereitet die Finanzierung von Projekten, denn nach wie vor gehört die Echinokokkose zu den vernachlässigten Krankheiten.

Weitere Informationen finden Sie hier:
http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2017/Ausgaben/15_17.pdf?__blob=publicationFile
http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Echinokokkose.html

Europäische Impfwoche 2017

Logo der Europäischen Impfwoche 2017

Die 12. Europäische Impfwoche findet vom 24. bis 30. April 2017 unter dem Motto "Impfungen wirken" statt. Die europäischen Mitgliedsstaaten sind dazu aufgerufen, die Impfwoche zu nutzen, um die Bevölkerung insbesondere auf die Bedeutung von Impfungen in jeder Lebensphase hinzuweisen. Auch in diesem Jahr unterstützt das Robert Koch-Institut die Europäische Impfwoche.
Impfungen schützen in jeder Lebensphase – vom Säuglingsalter bis ins hohe Erwachsenenalter. Während die Impfquoten in Deutschland im Allgemeinen gut sind, gibt es dennoch immer wieder Teile der Bevölkerung, bei denen der Impfschutz nur unzureichend ist. Die Folge sind Krankheitsausbrüche, wie z. B. momentan die erneut auftretenden Masern-Ausbrüche.
Sowohl bei der Impfung gegen Masern im Kindesalter als auch bei der Impfung gegen saisonale Influenza bei Senioren liegt Deutschland deutlich unter den nationalen bzw. internationalen Zielvorgaben. Auch die Impfquoten gegen Humane Papillomviren, die mitunter für die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs verantwortlich sind, befinden sich bei jungen Mädchen immer noch auf einem niedrigen Niveau.
Die Europäische Impfwoche bietet daher eine gute Möglichkeit, auf die Wichtigkeit des Impfens in jeder Lebensphase hinzuweisen, und darauf, dass jeder die Möglichkeit haben sollte, entsprechend seines Alters die empfohlenen Impfungen zeitgemäß zu erhalten. Auf Länder- und/oder Kreisebene können verschiedene Aktivitäten angeboten werden, um über das Thema Impfen zu informieren und die Impfakzeptanz zu steigern.

Weitere Informationen finden Sie hier:
Informationen des WHO-Regionalbüros Europa: http://www.euro.who.int/de/media-centre/events/events/2017/04/european-immunization-week-2017
Kampagnen-Material (Poster, Vorlage für Tagungsmappe etc.): http://www.euro.who.int/de/media-centre/events/events/2017/04/european-immunization-week-2017/download-campaign-material

Kein Ende in Sicht: Hepatitis-A-Ausbruch in Berlin bei Männern, die Sex mit Männern haben

Hepatitis A-Virus. Elektronenmikroskopie. Quelle: CDC/PHIL

Seit November 2016 (46. KW 2016 – 14. KW 2017) wurden in Berlin über 98 Hepatitis-A-Fälle einem Ausbruch zugeordnet. Bei >95% der Fälle handelt es sich um Männer, die mindestens 20 Jahre alt sind (medianes Alter 32 Jahre). Nach Angaben aus der intensivierten Surveillance sind darunter überwiegend Männer, die Sex mit Männern haben (MSM). Eine Übertragung von Hepatitis A findet meist fäkal-oral statt, wobei eine erhöhte Infektionsgefährdung auch bei Sexualverhalten mit möglicher oraler Aufnahme von Fäkalspuren besteht. Bisherige Ergebnisse der laufenden Ausbruchsuntersuchung des Robert Koch-Instituts in Kooperation mit niedergelassenen Ärzten des Arbeitskreises AIDS Berlin, Gesundheitsämtern und dem Landesamt für Gesundheit und Soziales Berlin deuten darauf hin, dass bei MSM die empfohlene Hepatitis-A-Impfung noch nicht ausreichend umgesetzt wurde und Impflücken bestehen.
Der Hepatitis-A-Ausbruch in Berlin hat epidemiologische Zusammenhänge zu Fällen in anderen deutschen und europäischen Städten.

Weitere Informationen:
http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_HepatitisA.html
http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2017/Ausgaben/13_17.pdf
http://www.eurosurveillance.org/ViewArticle.aspx?ArticleId=22709