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Antworten des Robert Koch-Instituts auf häufig gestellte Fragen zu Vitamin D

Stand 27.6.2014

Was ist Vitamin D und welche Funktionen hat es im Körper?

Vitamin D ist ein fettlösliches Vitamin, das beim Menschen unter dem Einfluss von Sonnenlicht in der Haut gebildet werden kann. Die beiden wichtigsten Formen sind Vitamin D3 (Cholecalciferol) und Vitamin D2 (Ergocalciferol). Vitamin D3 wird in der Haut gebildet oder über tierische Lebensmittel aufgenommen. Dagegen gelangt Vitamin D2 über pflanzliche Lebensmittel in den Körper.

Vitamin D wird in der Leber zunächst in 25-Hydroxyvitamin-D umgewandelt. In der Niere wird schließlich die aktive Form (1,25-Dihydroxyvitamin-D) gebildet. Diese wirkt im Körper wie ein Hormon und reguliert dort zahlreiche wichtige zelluläre Vorgänge. Am längsten bekannt ist die Regulation des Kalzium- und Mineralstoffwechsels, so sorgt Vitamin D beispielsweise für die Aufnahme von Kalzium aus dem Dünndarm in das Blut.

In den letzten Jahren sind weitere Funktionen von Vitamin D erforscht und beschrieben worden. Ergebnisse aus Laboruntersuchungen weisen auf eine schützende Wirkung auf das Immunsystem und eine Hemmung der Zellteilung hin.

Stand: 26.03.2009

Was ist der Unterschied zwischen Mangel und Unterversorgung?

Von Mangel eines Vitamins oder Spurenelementes spricht man, wenn klinisch relevante Symptome auftreten. Im Falle von Vitamin D geht ein schwerer Mangel unterhalb von <12,5 nmol/L mit schwerwiegender Entkalkung des Knochens einher, die bei Kindern und Heranwachsenden zu Skelettverformungen (Rachitis), beim Erwachsenen zu Osteomalazie (Knochenerweichung) mit Muskel- und Knochenschmerzen führen (Knochenschwund bzw. Osteoporose). Auch bei moderatem Mangel (12,5 bis < 25 nmol/L) ist häufig bereits eine ungünstige Wirkung auf den Knochenstoffwechsel durch eine gesteigerte Calciummobilisierung über das Parathormon (sekundärer Hyperparathyreoidismus) nachzuweisen. Eine suboptimale Versorgung oder Unterversorgung wird auf der Grundlage von neueren Studien bei Werten von 25 bis <50 nmol/L, teilweise auch 25 bis <75 nmol/L angenommen. Die Ergebnisse dieser Studien weisen darauf hin, dass die Entstehung verschiedener chronischer Krankheiten (z. B. kardiovaskuläre Erkrankungen, Krebserkrankungen) durch eine länger bestehende Unterversorgung mit Vitamin D offenbar begünstigt wird. Die Ergebnislage ist hier jedoch nicht eindeutig.

Stand: 27.06.2014

Welche Folgen kann ein Vitamin-D-Mangel haben?

Bei einem schweren Vitamin-D-Mangel kommt es zur Entkalkung der Knochen, Osteomalazie, bei Kindern Rachitis genannt. Die Rachitis führt zu schwerwiegenden Störungen des Knochenwachstums und bleibenden Verformungen des Skeletts. Dank der vorbeugenden Rachitisprophylaxe (Vitamin-D-Präparate für alle Säuglinge im ersten Lebensjahr und im Winter des zweiten Lebensjahres) ist diese Erkrankung in den Industrieländern sehr selten geworden. Auch die Osteomalazie im Erwachsenenalter zählt zu den insgesamt eher seltenen Erkrankungen. Neben der Entkalkung des Knochens kommt es zu Muskelschwäche, die Stürze und damit auch Knochenbrüche begünstigen kann. Ein Zusammenhang zwischen einem schweren bis moderaten Vitamin-D-Mangel und einem erhöhten Risiko für osteoporotische Knochenbrüche (Oberschenkelhalsfrakturen) ist wissenschaftlich gut belegt.

Ergebnisse aus der aktuellen medizinischen Forschung weisen darauf hin, dass sich auch mildere Formen eines Vitamin-D-Mangels langfristig nachteilig auf die Gesundheit auswirken könnten. So sind Zusammenhänge zwischen niedrigeren Vitamin-D-Spiegeln und verschiedenen chronischen Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder bestimmte Krebserkrankungen beschrieben. Der Beweis für einen ursächlichen Zusammenhang ist jedoch noch nicht erbracht.

Stand: 26.03.2009

Wie wird ein Vitamin-D-Mangel festgestellt?

Die Bestimmung des Vitamin-D-Status erfolgt durch die Messung von 25-Hydroxyvitamin-D im Blut (siehe Frage: Was ist Vitamin D und welche Funktionen hat es im Körper?). Bei einem schweren Vitamin-D-Mangel ist die Aufnahme von Kalzium aus dem Dünndarm ins Blut so ernsthaft gestört, dass die Aufrechterhaltung der Kalzium-Spiegel im Blut gefährdet ist. Kalzium ist aber für viele lebenswichtige Funktionen nötig und wird in der Regel im Blut konstant gehalten. Daher wird bei einem schweren Vitamin-D-Mangel unter dem Einfluss von Parathormon Kalzium zum Ausgleich aus dem Knochen bereitgestellt. Parathormon ist daher bei einem schweren Vitamin-D-Mangel meist erhöht.

In der Regel setzt dieser Mechanismus (sekundärer Hyperparathyreodismus) bei sehr niedrigen Vitamin-D-Werten ein. Ein eindeutiger Grenzwert kann jedoch nicht angegeben werden, da offenbar zusätzliche Einflussfaktoren wie das Lebensalter oder die Kalzium-Aufnahme aus der Nahrung eine Rolle spielen. Hinzu kommt, dass die Bestimmung von Vitamin D mit einer Vielzahl von Messmethoden erfolgt, die auf unterschiedlichen Testprinzipien beruhen, so dass die Messergebnisse nicht unbedingt vergleichbar sind.

Für die am häufigsten eingesetzten Bestimmungsmethoden gelten nach aktuellem Stand der medizinischen Forschung folgende Richtwerte zur Beurteilung der 25-Hydroxyvitamin-D-Konzentration (in Nanomol pro Liter, abgekürzt nmol/L):

  • unter 12,5 nmol/L: schwerer Vitamin-D-Mangel mit einer Osteomalazie oder Rachitis einhergehend
  • 12,5 bis unter 25 nmol /L: moderater Vitamin-D-Mangel mit wissenschaftlich gut belegter Auswirkung auf den Knochenstoffwechsel
  • 25 bis unter 50 nmol/L (abhängig vom Lebensalter auch 25 bis unter 75 nmol/L): milder Vitamin-D-Mangel mit möglicher Auswirkung auf den Knochenstoffwechsel.

Stand: 27.06.2014

Wie kommt es zu einem Vitamin-D-Mangel?

Ein Vitamin-D-Mangel entsteht durch ein über längere Zeit andauerndes, zu geringes Angebot an Vitamin D. Dies kann durch mangelnde Sonnenbestrahlung oder eine unzureichende Aufnahme von Vitamin D mit der Nahrung zustande kommen. Daneben gibt es Erkrankungen, die zu einem Vitamin-D-Mangel führen können. Dünndarmerkrankungen können beispielsweise eine gestörte Absorption (Aufnahme aus dem Darm) von Vitamin D zur Folge haben. Des Weiteren kann die Umwandlung in aktives Vitamin D durch chronische Erkrankungen der Leber, Niereninsuffizienz oder auch durch Einnahme bestimmter Medikamente (z.B. Anti-Epileptika) beeinträchtigt sein.

Stand: 26.03.2009

Wie ist die Vitamin-D-Versorgung in Deutschland?

Anhand repräsentativer deutschlandweiter Studien des Robert Koch-Instituts wurde auf der Grundlage der oben genannten Richtwerte (siehe Frage: Wie wird ein Vitamin-D-Mangel festgestellt?) eingeschätzt, wie es um die Vitamin-D-Versorgung in Deutschland bestellt ist. Dazu wurden die Vitamin-D-Konzentrationen im Blut bei 4.030 Erwachsenen (Teilnehmer des Ernährungsmoduls des BGS98) und 10.015 Kindern und Jugendlichen (KiGGS-Teilnehmer)) im Blut gemessen. Die Ergebnisse sind in der folgenden Tabelle dargestellt:

25-Hydroxy­vitamin-DJungen Mädchen Männer Frauen
(in nmol/L)

(3 bis 17 Jahre)

(18 bis 79 Jahre)
Schwerer Vitamin-D-Mangel<12,53,6%4,0%2,2%1,9%
Moderater Vitamin-D-Mangel12,5 bis < 2515,6%15,4%13,4%15,1%
Suboptimale Vitamin-D-Versorgung25 bis < 5042,9%44,5%41,2%40,8%
< 5062,2%63,9%56,8%57,8%

Stand: 27.06.2014

Wie ist die Vitamin-D-Versorgung im Jahresverlauf?

Wie erwartet sind die Vitamin-D-Spiegel von der Jahreszeit abhängig, sie sind im Bevölkerungsdurchschnitt niedriger im Winter und höher im Sommer. Im Winter hatten in den Untersuchungen des Robert Koch-Instituts zum Beispiel 31% der Frauen im Alter zwischen 65 und 79 Jahren einen schweren bis moderaten Vitamin D-Mangel (Werte unter 25 nmol/L). Im Sommer lag der Anteil bei 23%. Die entsprechenden Anteile bei 11- bis 17-jährigen Jungen mit Migrationshintergrund lagen bei 51% im Winter und 15% im Sommer. Die Anteile bei 11- bis 17-jährigen Mädchen mit Migrationshintergrund lagen bei 50% im Winter und 17% im Sommer.

Stand: 26.03.2009

Welche Risikogruppen gibt es?

Schon lange ist bekannt, dass die Vitamin-D-Versorgung von bettlägerigen oder sehr gebrechlichen und in ihrer Mobilität eingeschränkten Menschen (insbesondere von Menschen in Pflegeheimen) besonders schlecht ist. In der Untersuchung des Robert Koch-Instituts zeigte sich, dass die Versorgung mit Vitamin D auch in der mobilen, in Privathaushalten lebenden älteren Bevölkerung (im Alter von 65 bis 79 Jahren) zum Teil sehr schlecht ist.

Neben älteren Menschen gehören auch Personen mit dunkler Hautfarbe zu den Risikogruppen. Die Gründe sind vielfältig: die Fähigkeit der Haut, Vitamin D zu produzieren, nimmt mit dem Alter ab. Zudem halten sich ältere Menschen oftmals nicht genügend im Freien auf. Bei Personen mit dunkler Hautfarbe gilt: je stärker die Haut pigmentiert ist (je mehr Melanin in der Haut ist), umso ineffizienter ist die Vitamin-D-Produktion in der Haut.

Personen mit dunkler Hautfarbe benötigen daher eine vielfach höhere Sonnenstrahlung als Personen mit heller Hautfarbe, um eine ähnliche Vitamin-D-Produktion zu erreichen. Daneben sind grundsätzlich alle Personen gefährdet, die sehr selten ins Freie gehen oder selbst Gesicht und Hände im Freien bedecken (z.B. Frauen, die sich voll verschleiern).

Stand: 11.04.2012

Wie gelangt Vitamin D in den Körper?

Vitamin D kann vom Körper mithilfe von Sonnenlicht (UV-B-Strahlen) selbst gebildet werden. Dafür sind keine Sonnenbäder notwendig, es genügt bereits ein relativ kurzer Aufenthalt in der Sonne. Es wird geschätzt, dass insgesamt etwa 80 Prozent des Vitamin-D-Bedarfs über die Produktion in der Haut gedeckt wird. Der restliche Bedarf an Vitamin D kann über die Nahrung aufgenommen werden.

Stand: 11.04.2012

Welche Empfehlungen gibt es für die Zufuhr von Vitamin D und wie ist die Situation in Deutschland

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hat Schätzwerte für eine angemessene Zufuhr von Vitamin D herausgegeben. Für Kinder ab 1 Jahr und Erwachsene aller Altersgruppen wird dieser Schätzwert mit 20 µg Vitamin D pro Tag angegeben, das entspricht 800 Internationalen Einheiten (1 μg = 40 Internationale Einheiten (IE)). Nach aktuellen Empfehlungen ist davon auszugehen, dass der geschätzte Bedarf bei ausreichender endogener Synthese von Vitamin D durch regelmäßigen Aufenthalt im Freien in den sonnenreichen Monaten des Jahres (unter strikter Vermeidung eines Sonnenbrandes) großenteils gedeckt werden kann.

Nach aktuellen Daten der Nationalen Verzehrsstudie (NVS II) liegt die Vitamin-D-Zufuhr bei Männern im Alter von 14 bis 80 Jahren bei 2,9 μg pro Tag und bei gleichaltrigen Frauen bei 2,2 μg pro Tag. Die größte Menge an Vitamin D wird über Fisch und Fischerzeugnisse aufgenommen. Die überwiegende Mehrheit der Männer und Frauen erreichen die empfohlene tägliche Zufuhr von Vitamin D allein über die Nahrung nicht.

Bei Kindern und Jugendlichen ist die Zufuhr von Vitamin D über die Nahrung noch geringer: Laut EsKiMo-Studie (Ernährungsmodul der KiGGS-Studie) nehmen 6- bis 11-jährige Jungen im Durchschnitt 1,4 μg und gleichaltrige Mädchen 1,3 μg Vitamin D pro Tag auf. Jungen im Alter von 12 bis 17 Jahren nehmen 2,2 μg und Mädchen dieser Altersgruppe 1,7 μg Vitamin D pro Tag auf.

Stand: 11.04.2012

Über welche Lebensmittel kann Vitamin D aufgenommen werden?

Nur wenige Lebensmittel sind gute Vitamin-D-Lieferanten. Relativ hohe Gehalte an Vitamin D weisen Fettfische wie Hering, Aal, Lachs oder Makrele auf, ebenso Pilze wie Champignons, Steinpilze oder Pfifferlinge. Eier, Butter, Margarine und Milch sind weitere Vitamin-D-Lieferanten, die Gehalte sind jedoch geringer.

Stand: 27.06.2010

Muss man Vitamin-D-Supplemente (Präparate oder Nahrungsergänzungsmittel) einnehmen, um den täglichen Bedarf zu decken?

Eine generelle Empfehlung für eine Supplementierung zusätzlich zur Ernährung kann derzeit nicht gegeben werden. Ob und in welcher Höhe eine zusätzliche Einnahme von Vitamin-Tabletten notwendig ist, sollte ärztlich auf der Basis der verfügbaren wissenschaftlichen Erkenntnisse entschieden werden.

In Studien wurde gezeigt, dass ältere Menschen mit schwerem bis moderatem Vitamin-D-Mangel weniger stürzen und weniger Knochenbrüche erleiden, wenn der Vitamin-D-Mangel durch die Einnahme von Vitamin-D-Präparaten ausgeglichen wird.

Bestimmte Risikogruppen wie bettlägerige Personen oder Menschen mit dunkler Hautfarbe könnten durch eine Supplementierung mit Vitamin D möglicherweise ebenfalls profitieren. Zur genauen Abklärung sind jedoch noch Studien nötig.

Stand: 12.04.2012

Ist zuviel Vitamin D schädlich?

Eine Vergiftung (Intoxikation) mit Vitamin D ist eher selten. Sie kann nicht durch eine zu hohe Eigenproduktion (zu lange Sonnenbestrahlung) ausgelöst werden, sondern nur durch eine hohe orale Zufuhr (z.B. durch zuviel Supplemente). Bei einer Überdosierung entstehen im Körper erhöhte Kalziumspiegel, die zu Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit oder gar zu Herzrhythmusstörungen führen können.

Stand: 26.03.2009

Was ist die Rachtisprophylaxe bei Säuglingen?

Muttermilch enthält nur geringe Mengen an Vitamin D. Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin empfiehlt für alle gestillten und nicht gestillten Säuglinge die tägliche Gabe einer Vitamin-D-Tablette von 10-12,5 µg (400-500 IE). Dies gilt von der ersten Lebenswoche bis zum Ende des ersten Lebensjahres, bei im Winter geborenen Kindern auch im 2. Lebensjahr in den Wintermonaten.

Stand: 26.03.2009

Wie viel UV-Strahlung benötigt man, um genug Vitamin D aufzubauen?

Vitamin D wird im Körper nicht sofort verbraucht oder abgebaut, sondern in der Regel für einige Monate gespeichert. In Nord-Europa sollte jeder von Frühling bis Herbst für eine Auffüllung der Vitamin-D-Speicher sorgen. Dazu genügt ein Aufenthalt von etwa 15-20 Minuten pro Tag im Freien, wenn Gesicht und Arme unbedeckt sind. Dies hängt aber vom Hauttyp, der Wetterlage, dem Breitengrad und der Tageszeit ab. Eine Rötung der Haut oder gar ein Sonnenbrand sollten unbedingt vermieden werden!

Auf der Basis bisher vorliegender Erkenntnisse empfehlen die Fachgesellschaften (Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin und der Deutschen Gesellschaft für Ermährung) auch für Kinder einen regelmäßigen Aufenthalt im Freien in den sonnenreichen Monaten unter der strikten Auflage, Sonnenbrand in jedem Fall zu vermeiden. Die vielfach zitierten Zeitangaben von 15-20 Minuten am Tag stellen dabei Durchschnittswerte dar, die sich aus Hochrechnungen auf der Grundlage von Studien zum Zusammenhang zwischen künstlichem UV-Licht und Vitamin D-Serumkonzentrationen ableiten. Hier besteht jedoch noch erheblicher Forschungsbedarf, da eine Vielzahl von Faktoren (Hauttyp, Vorliegen von Adipositas, Ausgangs-Vitamin D-Konzentration, geografische Lage und Höhenlage, Wetterbedingungen, Luftverschmutzung und Ozonschicht etc.) berücksichtigt werden müssen.

Säuglinge im Alter von 0-12 Monate dürfen in keinem Fall der direkten Sonne ausgesetzt werden. Sie gehören entsprechend zu den besonderen Gruppen, für die eine Gabe von Vitamin D-Supplementen zur Rachitis-Prophylaxe in Höhe von 10 µg (400 IE) Vitamin D empfohlen wird. Dies gilt unabhängig davon, ob die Säuglinge gestillt werden oder Säuglingsnahrung erhalten. Die Empfehlung gilt für das erste Lebensjahr und die Wintermonate des zweiten Lebensjahres. 

Eine besondere Risikogruppe stellen Personen mit dunkler Hautfarbe dar. Da die endogene Vitamin-D-Synthese bei starker Pigmentierung der Haut um eine Vielfaches geringer ist als bei hellem Hauttyp, können dunkelhäutige Menschen, die in unseren Breitengraden leben, die empfohlene Vitamin-D-Konzentration selbst im Sommer und Herbst nur schwer erreichen. Bei diesen Menschen muss ärztlicherseits auf einer möglichen Vitamin-D-Unterversorgung geachtet und bei Bedarf auch eine zusätzliche Einnahme von Vitamin-D-Tabletten verordnet werden. Ähnliches gilt für Kinder, die sich etwa aus Krankheitsgründen nicht oder fast gar nicht draußen aufhalten können. Eine generelle Einnahme von Tabletten wird von den genannten Fachgesellschaften nicht empfohlen.

Stand: 11.04.2012

Wann findet keine Vitamin-D-Produktion statt?

Bei Nutzung von Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 20 werden 95% der UV-Strahlung abgeblockt. Das verhindert den Sonnenbrand, aber auch einen Großteil der Vitamin-D-Produktion. Dies kann aber leicht durch einen kurzen (15-20 Minuten) Aufenthalt im Freien mit nicht eingecremten Armen und Gesicht, bei sonst textilgeschützter Haut kompensiert werden.

Prinzipiell ist in Europa im Winter der UV-B-Anteil der Sonne, der die Erde erreicht, so gering, dass nicht genügend Vitamin D produziert werden kann. Dies ist in Deutschland etwa von Oktober bis März der Fall.

Stand: 11.04.2012

Soll man dann im Winter ins Sonnenstudio gehen?

Das Robert Koch-Institut empfiehlt generell keine Solarienbesuche. Insbesondere Kinder und Jugendliche sollten nach einer Empfehlung des Bundesamts für Strahlenschutz nicht ins Solarium gehen. Solarienbesuche können nach Einschätzung des Bundesamts für Strahlenschutz das Hautkrebsrisiko erhöhen.

Stand: 26.03.2009

Was kann man generell für eine bessere Versorgung mit Vitamin D tun?

Die Rachitisprophylaxe bei Säuglingen hat sich bewährt und sollte befolgt werden. Grundsätzlich kann jeder einzelne durch eine regelmäßige und maßvolle Sonnenbestrahlung (ohne dabei einen Sonnenbrand zu riskieren) von Frühling bis Herbst seine Vitamin-D-Versorgung verbessern. Es wird empfohlen, täglich an die frische Luft zu gehen. Dazu sind alle Aktivitäten im Freien wie spazieren gehen, joggen, Rad fahren oder Gartenarbeit geeignet. Daneben sollte man auch auf eine Vitamin D reiche Ernährung achten.

Stand: 26.03.2009

Wo findet man weiterführende Informationen?

Weitere Informationen

Literatur

Stand: 26.03.2009

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