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Häufig gestellte Fragen und Antworten zur Grippe

Stand: 20.9.2016

Wie ist die aktuelle Situation?

Für Deutschland veröffentlicht das Robert Koch-Institut während der Influenzasaison wöchentlich auf seinen Internetseiten einen Bericht und bei Bedarf aktuelle Situationseinschätzungen oder Beiträge im Epidemiologisches Bulletin. Auf der Seite der Arbeitsgemeinschaft Influenza, wo die Wochen-, Monats und Jahresberichte abrufbar sind, sind auch (unter "Diagramme") täglich aktualisierte Meldedaten gemäß Infektionsschutzgesetz und Informationen zu Virusnachweisen verfügbar. Über die europäische Situation berichtet das Europäische Zentrum für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) gemeinsam mit dem europäischen Regionalbüro der Weltgesundheitsorganisation (WHO Euro) in Wochenberichten. Die Weltgesundheitsorganisation veröffentlicht regelmäßig Updates zum weltweiten Influenza-Geschehen.

Stand: 20.09.2015

Wann beginnt eine Grippewelle?

Die jährliche Grippewelle hat in den vergangenen Jahren meist im Januar begonnen und drei bis vier Monate gedauert, außer­halb dieser Zeit werden nur Einzelfälle beobachtet. Es gibt verschiedene Vermu­tungen, warum die jährliche Grippewelle in den gemäßigten Zonen der Nord- und Süd­hemi­sphäre jeweils im Winter auftritt: Influenza­viren sind bei niedrigen Tempe­ra­turen und in trockener Luft außer­halb ihrer Wirtsstrukturen (mensch­li­che Atemschleimhaut) stabiler. Außerdem wird vermutet, dass die Schleimhaut der oberen Atem­wege bei trockener Luft anfälliger für eine Infektion ist und das Immun­system im Winter weniger schlagkräftig ist als im Sommer. Ein weiterer Faktor könnte auch sein, dass man sich im Winter längere Zeit zusammen mit anderen Menschen in weniger belüfteten Räumen aufhält. Schließlich muss für das Entstehen einer Grippe­welle erstens eine genügend große Anzahl an empfäng­li­chen Personen in der Bevölkerung vorhanden sein und zweitens (bei den oben genannten Bedingungen) ein genügend großer Eintrag an infek­tiösen Patienten in die empfängliche Bevölkerung erfolgen. Die Grippe­welle in Europa beginnt häufig in den südwestlichen Ländern Europas (zum Beispiel Spanien, Portugal) und setzt sich dann über Mitteleuropa nach Osteuropa fort. In den sehr seltenen Fällen einer Influenzapandemie durch ein völlig neues Virus kann eine Grippe­welle auch außerhalb des Winters kommen (siehe Antworten auf häufig gestellte Fragen zur Pandemie).

Stand: 23.08.2013

Kann man den Verlauf einer Grippesaison vorhersagen?

Die in der menschlichen Bevölkerung zirkulierenden Influenzaviren gehören seit Jahren zu den Subtypen A(H1N1) und A(H3N2) und zum Typ B. Mit H und N werden zwei Proteine auf der Virushülle abgekürzt (Hämagglutinin und Neuraminidase). Influenzaviren sind genetisch instabil (siehe Frage "Was bedeuten Mutationen bei Influenzaviren?"). Der Impfstoff enthält von den (Sub-)Typen die Varianten, die aufgrund der genauen weltweiten Beobachtung der zirkulierenden Viren für die nächste Grippesaison erwartet werden. Es lässt sich allerdings nicht vorhersagen, in welcher Häufigkeit die einzelnen (Sub-)Typen auftreten werden. Auch die geschätzte Zahl der arztpflichtigen Influenzaerkrankungen wie auch die Zahl der Influenza-bedingten Todesfälle kann von Saison zu Saison stark schwanken. Es ist auch bekannt, dass die Influenza-Aktivität in verschiedenen Regionen der Welt sehr unterschiedlich verlaufen kann und man zum Beispiel von einem moderaten oder schweren Verlauf in einem Staat nicht unbedingt auf einen ähnlichen Verlauf in einem anderen Staat schließen kann. Informationen zur aktuellen Grippewelle sind auf der Internetseite der Arbeitsgemeinschaft Influenza abrufbar (siehe Frage "Wie ist die aktuelle Situation?").

Stand: 11.02.2015

Welche saisonalen Grippeviren kommen beim Menschen vor, und wie wirken sie sich in Grippewellen aus?

Als saisonale Grippeviren zirkulieren Influenza A(H3N2)-, Influenza A(H1N1)pdm09- und Influenza B-Viren. Von Saison zu Saison unterscheidet sich, welches Virus am häufigsten vorkommt. Die drei Arten von Grippeviren haben viele Gemeinsamkeiten, und alle drei können das ganze Spektrum von relativ leichten zu schwereren Krankheitsverläufen und sogar Todesfällen verursachen. In mancher Hinsicht unterscheiden sich die Viren jedoch – etwa in der Erkrankungshäufigkeit in bestimmten Altersgruppen.

  • Influenza A(H1N1)pdm09: Dieses Virus trat erstmals während der Influenza-Pandemie 2009 auf (sogenannte Schweinegrippe) und zirkuliert seitdem auch saisonal in Deutschland, zuletzt deutlich in der Saison 2015/16. Das bis 2009 zirkulierende alte saisonale Influenza A(H1N1)-Virus wurde durch das A(H1N1)pdm09-Virus abgelöst. Bei Grippewellen, in denen Influenza A(H1N1)pdm09-Viren dominierten, war bislang zu beobachten, dass es auch bei jüngeren Erwachsenen und Kindern zu sehr schweren Erkrankungen und Todesfällen gekommen ist, insbesondere beim Vorliegen von Grundkrankheiten. Insgesamt sind solche schweren Verläufe bei jungen Menschen aber selten.
  • Influenza A(H3N2): Bei Grippewellen, in denen Influenza A(H3N2)-Viren dominierten, waren in der Vergangenheit besonders ältere und hochbetagte Menschen von schweren Krankheitsverläufen betroffen (jüngstes Beispiel: Saison 2014/15). In solchen Saisons wird meist auch eine deutliche Übersterblichkeit beobachtet (siehe auch "Wie werden Todesfälle durch Influenza erfasst?" und "Wie viele Menschen sterben jährlich an Influenza?"). A(H3N2)-Viren scheinen sich auch am schnellsten zu verändern (siehe auch "Was bedeuten Mutationen bei Influenzaviren?"). Das bedeutet, dass die A(H3N2)-Komponente im saisonalen Grippeimpfstoff häufig angepasst werden muss – und dass viele Menschen nach wenigen Jahren erneut an den dann leicht veränderten Viren erkranken können. Influenza A(H3N2)-Viren dominieren daher auch in den meisten Grippe-Saisons: In den letzten 30 Jahren (Saisons 1986/87 bis 2015/16) zirkulierten 16 mal A(H3N2)-Viren dominant, in sieben Saisons Influenza B-Viren, und in sechs Saisons dominierten Influenza A(H1N1)-Viren (ab 2009 (H1N1)pdm09). Nur in einer Saison (2012/13) wurden alle drei Grippeviren fast gleich häufig nachgewiesen.
  • Influenza B-Viren: Influenza B-Viren zirkulieren während saisonaler Grippewellen zeitlich oft nach den Influenza A-Viren und verursachen damit eine insgesamt längere Grippewelle. Bei dominanter Influenza B-Viruszirkulation fällt auf, dass Schulkinder (Altersgruppe fünf bis 14 Jahre) häufiger erkranken, während Influenza A-Viren eher schon bei Kindern im Kindergartenalter die erste Grippeinfektion des Lebens verursachen.

Das höchste Risiko für schwere Verläufe und Todesfälle haben – bei allen saisonalen Grippeviren – ältere Menschen.

Stand: 20.09.2016

Wie wird die Grippe-Aktivität in Deutschland erfasst?

Für die Einschätzung der Grippe-Aktivität sind mehrere Datenquellen erforderlich. Zum einen müssen Laboratorien (gemäß den Vorgaben des Infektionsschutzgesetzes, IfSG) Influenzavirus-Nachweise an die zuständigen Gesund­heits­ämter melden, die sie über die Landes­be­hörden an das Robert Koch-Institut übermitteln. Üblicherweise wird nur bei einem kleinen Teil der Patienten Probenmaterial entnommen und an ein Labor geschickt. Der Umfang hängt stark von der öffent­li­chen Aufmerksamkeit und dem diagnostischen Vorgehen ab, die beide in verschiedenen Jahren und Regionen sehr unter­schied­lich sein können. Aus diesen Gründen spiegeln die Meldezahlen den zeitlichen Verlauf einer Grippewelle mit zusätzlichen wichtigen Einzelfall-Informationen wider, aber nicht die Krankheitslast in der Bevölkerung.

Um die Krankheitslast auf Bevölkerungsebene zu bestimmen, werden die Daten der Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI) genutzt. Die AGI ist ein Netzwerk von rund 700 regelmäßig an das RKI berichtenden Haus- und Kinderärzten, die zusammen etwa ein Prozent der Bevölkerung versorgen. Sie teilen dem Robert Koch-Institut alle akuten Atem­wegs­er­kran­kun­gen mit. Zu diesen akuten respi­ra­to­rischen Erkrankungen (ARE) zählen Rachen­ent­zün­dungen, Lungen­ent­zün­dungen und Bronchitis. Die AGI-Ärzte berichten außerdem die Zahl der Kranken­haus­ein­wei­sungen und Arbeits­un­fähig­kei­ten (oder Pflegebedürftigkeit) aufgrund einer ARE-Diagnose. Die Häufigkeit der Atem­wegs­er­kran­kun­gen sind, zusammen mit den Informationen aus der virologischen Über­wachung (siehe unten) und den Melde­daten gute Kriterien zur Einschätzung der Influenza-Aktivität. Die ARE-Daten werden auch als sogenannte Konsul­ta­tions­inzi­denz in fünf Altersgruppen dargestellt, das ist die geschätzte Zahl der ARE-Patienten in Arztpraxen pro 100.000 Einwohner in der jeweiligen Altersgruppe pro Woche.

Das Nationale Referenz­zentrum für Influenza nimmt im Rahmen der Arbeitsgemeinschaft Influenza die Aufgabe der virologischen Surveillance wahr, etwa 150 Arztpraxen senden dem Referenz­zen­trum überwiegend Nasenabstrichproben von Patienten mit typischen Influenzasymptomen. Der Anteil der Proben, in denen Influenzaviren nachgewiesen werden (die sogenannte Positiven­rate), ist eine wichtige Information auch für Ärzte, weil sie eine Einschätzung ermöglicht, wie zuverlässig eine Diagnose anhand von klinischen Symptomen gestellt werden kann (zum Höhepunkt einer Influen­za­welle liegt die Positivenrate bei mehr als 50 Prozent). An der Positivenrate orientiert sich auch die Definition der AGI für den Beginn der Grippewelle. Andere Laboratorien, insbesondere spezialisierte Labo­ra­torien der Bundesländer tragen durch Erkennung und Isolierung von Viren ebenfalls zur Identifizierung und Charakterisierung der zirkulierenden Influenzaviren bei.

Seit 2011 fragt das RKI über ein Onlineportal die Bevölkerung direkt nach akuten Atemwegserkrankungen, einschließlich grippeähnlichen Symptomen (GrippeWeb, https://grippeweb.rki.de). Je mehr Teilnehmer sich registrieren und die wöchentliche Frage nach einer akuten Atem­wegs­er­kran­kung beantworten, umso zuverlässiger kann der saisonale Verlauf von Atemwegserkrankungen im Allgemeinen und grippeähnlichen Erkrankungen im Besonderen verfolgt werden. Zudem helfen die Daten, den Anteil der Erkrankten abzuschätzen, die einen Arzt aufsuchen.

Für die Situationseinschätzung werden alle Datenquellen zusammen bewertet und wöchentlich (im Sommer monatlich) sowie am Ende jeder Influenzasaison auf der RKI-Internetseite der Arbeitsgemeinschaft Influenza veröffentlicht.

Stand: 20.09.2016

Wie viele Menschen in Deutschland erkranken jedes Jahr an Influenza?

Nach jeder Grippesaison wird die Gesamtzahl der über das erwartete Maß hinausgehenden Arztbesuche aufgrund akuter Atem­wegs­er­kran­kun­gen geschätzt. Diese Gesamtzahl entspricht vermutlich in etwa der Zahl der arztpflichtigen Influenza-Erkrankungen der jeweiligen Saison.

Saisonale Influenzawellen verursachen in Deutschland jährlich zwischen einer und fünf Millionen zusätzliche Arztkonsultationen, in Jahren mit starken Grippewellen auch deutlich mehr. Daten des RKI-Bürgerportals GrippeWeb deuten darauf hin, dass jeder zweite Erkrankte mit typischen Grippesymptomen zum Arzt geht.

Demnach erkranken während einer saisonalen Grippewelle in Deutsch­land zwischen zwei und zehn Millionen Menschen an Influenza. Die Zahl der Infektionen während einer Grippewelle - nicht jeder Infizierte erkrankt - wird auf 5 bis 20 Prozent der Bevölkerung geschätzt, in Deutschland wären das 4 bis 16 Millionen Menschen.

Stand: 11.09.2015

Wie werden Todesfälle durch Influenza erfasst?

Üblicherweise wird die Zahl der mit dem Auftreten von Influenza zusammenhängenden Todesfälle auf dem Wege eines statistischen Berechnungsverfahrens geschätzt, das - weltweit üblich - auf der so genannten Übersterblichkeit (Exzessmortalität) beruht. Die influenzabedingte Sterblichkeit (Mortalität) kann durch statistische Verfahren aus der Zahl der Gesamttodesfälle oder aus der Zahl der als „Pneumonie oder Influenza“ kodierten Todesfälle geschätzt werden. Dieser Ansatz wird gewählt, weil bei weitem nicht alle mit Influenza in Zusammenhang stehenden Todesfälle als solche erkannt oder gar labordiagnostisch bestätigt werden. Die Zahl der mit Influenza in Zusammenhang stehenden Todesfälle wird – vereinfacht dargestellt – als die Differenz berechnet, die sich ergibt, wenn von der Zahl aller Todesfälle, die während der Influenzawelle auftreten, die Todesfallzahl abgezogen wird, die (aus historischen Daten berechnet) aufgetreten wäre, wenn es in dieser Zeit keine Influenzawelle gegeben hätte. In Deutschland wird, wie in vielen anderen Ländern, die Zahl der Gesamttodesfälle für die Schätzung verwendet. Das Schätz-Verfahren ist im Epidemiologischen Bulletin in den Ausgaben 10/2011 und 3/2015 ausführlich erläutert.

Stand: 20.09.2016

Wie viele Menschen in Deutschland sterben jährlich an Influenza?

Die Zahl der geschätzten Todesfälle kann bei den einzelnen Grippe­wellen stark schwanken. Die meisten Todesfälle in den letzten Jahren gab es mit geschätzten 21.300 in der Grippe­saison 2014/15 - das ist der höchste Wert seit 1996 - und geschätzten 20.700 im Winter 2012/2013. Dagegen wurde zum Beispiel in der Grippesaison 2013/14 und während der Pandemie 2009/10 keine nach­weis­bare Über­sterb­lich­keit (Exzess­mortalität) beobachtet. Allerdings kann die verwendete statistische Methode auf Bevöl­kerungs­niveau kleine Exzess­mor­ta­li­täten unter Umständen nicht erkennen. Auch bei moderaten Grippe­wellen gibt es Todes­fälle durch Influenza. Zwischen Mai 2009 und April 2010, d.h. im ersten Jahr der durch das pandemische Virus A(H1N1)pdm09 hervorgerufenen Pandemie, waren Todesfälle mit labordiagnostisch nach­ge­wie­se­ner pan­de­mi­scher Influenza über eine vom Bundes­gesund­heits­minis­te­rium erlassene Verordnung melde­pflichtig, es wurden insgesamt 252 Todesfälle gemäß IfSG an das RKI über­mittelt.

Die Zahl der geschätzten Todesfälle für die Influenzasaisons von 1988/89 bis 2014/15 ist im Influenzabericht für die Saison 2015/16 veröffentlicht.

Stand: 20.09.2016

Wie ist das Krankheitsbild der Influenza?

Die Influenza-typische Symptomatik (influenza-like illness, kurz ILI) ist oft durch einen plötzlichen Erkrankungsbeginn mit Fieber, Muskel- und/oder Kopfschmerzen gekennzeichnet. Häufig kommt etwas später ein trockener Reizhusten dazu. Allerdings erkranken längst nicht alle Infizierten so typisch. Als Faustregel gilt: Etwa ein Drittel der Infizierten erkrankt mit den genannten Symptomen, ein Drittel zeigt eine mildere Symptomatik (wie bei Erkältungs­krank­hei­ten) und ein Drittel entwickelt gar keine Symptome. Insbesondere ältere Erkrankte bekommen häufig kein Fieber. Die Krankheitsdauer liegt in der Regel bei fünf bis sieben Tagen, kann in Abhängigkeit von Kom­pli­ka­ti­o­nen und Risikofaktoren jedoch auch deutlich länger sein. Zu den besonders betroffenen Gruppen siehe RKI-Ratgeber für Ärzte.

Stand: 26.10.2015

Was ist der Unterschied zwischen einer Erkältung und einer Influenza-Erkrankung?

Eine Erkältung wird oft als "grippaler Infekt" bezeichnet, hat mit der echten Grippe (Influenza) jedoch nichts zu tun. Beide Erkrankungen werden durch verschiedene Erreger verursacht. Eine Grippe wird durch Influenzaviren ausgelöst. Sie kann durch einen plötzlichen Erkrankungsbeginn mit Fieber oder deutlichem Krank­heits­ge­fühl, verbunden mit Muskel- und/oder Kopf­schmer­zen und Reizhusten, einhergehen (siehe "Wie ist das Krank­heits­bild der Influenza?"). Eine Influenza-Erkrankung kann vor allem bei älteren Menschen, chronisch Kranken und Schwangeren zu Komplikationen wie beispielsweise einer Lungenentzündung führen und dann sogar tödlich verlaufen (siehe "Wie viele Menschen sterben jährlich an Influenza?"). Gegen eine Grippe­er­kran­kung kann man sich durch eine Grippeimpfung schützen (siehe FAQ zur saisonalen Influenzaimpfung).

Erkältungen werden von mehr als 30 verschiedenen Erregern (z.B. RSV, Rhino- und Coronaviren) hervorgerufen. Zu den Symptomen zählen Hals­schmer­zen, Schnupfen und Husten, seltener auch erhöhte Temperatur oder Fieber. In Einzel­fällen, etwa bei immunsupprimierten Menschen und Klein­kin­dern, kann jedoch auch eine Erkältung zu schweren Komplikationen führen.

Es ist oft nicht möglich, eine echte Grippe und eine Erkältung nur anhand der Symptome zu unterscheiden. Für Ärzte ist es daher auch wichtig zu wissen, welche Viren gerade in der Bevölkerung zirkulieren. Mitten in der Grippewelle ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Patient an Grippe erkrankt ist, auch bei milder Symptomatik hoch. Informationen zu zirkulierenden Atemwegsviren sind auf den Seiten der Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI) abrufbar.

Stand: 26.10.2015

Wie steckt man sich mit Influenzaviren an?

Eine Ansteckung erfolgt überwiegend durch virushaltige Tröpfchen, wenn sie insbesondere beim Husten oder Niesen von Erkrankten ausgeschieden werden und über eine geringe Distanz auf die Schleimhäute der Atemwege von empfänglichen Personen gelangen. Darüber hinaus ist eine Übertragung auch über Hände und Oberflächen möglich, die durch virushaltige Sekrete verunreinigt sind, wenn die Hand anschließend Kontakt zu Mund oder Nase hat.

Stand: 19.08.2011

Wie lange dauert es, bis Symptome auftreten?

Die Inkubationszeit beträgt ein bis zwei Tage. Das ist die Zeitspanne, die durchschnittlich vergeht, bis nach einer Infektion mit Influenzaviren die ersten Symptome wie Fieber oder Muskelschmerzen auftreten. Ein Erkrankter kann prinzipiell andere Menschen infizieren, solange er vermehrungsfähige Viren ausscheidet, wobei die Menge der ausgeschiedenen Viren mit der Stärke der Symptome korreliert, das heißt zu Beginn der Erkrankung mehr und bei nachlassender Symptomatik immer weniger. Dies ist im Mittel nach vier bis fünf Tagen ab Auftreten der ersten Symptome der Fall. Eine längere Ausscheidungsdauer ist aber möglich, vor allem bei Immunsupprimierten und schwerer Erkrankten. Bei Patienten im Krankenhaus, die häufig chronische Vorerkankungen und einen schweren Verlauf haben, ergab eine Studie z.B. eine mittlere Ausscheidungsdauer von sieben Tagen. Eine Virusausscheidung schon vor Symptombeginn ist möglich.

Stand: 20.09.2016

Wie kann eine Influenza-Erkrankung diagnostiziert werden?

Während der Erkrankungswelle in der Allgemeinbevölkerung können Ärzte aufgrund klinischer Merkmale und Symptome relativ zuverlässig die Erkrankung diagnostizieren, ohne dass zusätzliche Labortests durchgeführt werden müssen. In Einzelfällen können frühzeitige Laboruntersuchungen aber Therapieentscheidungen unterstützen, wenn sich z.B. Personen mit einem höheren Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf vorstellen, die eventuell keine typische Influenzasymptomatik entwickeln (z.B. ältere Menschen, Personen mit chronischen Vorerkrankungen wie Diabetes oder Patienten unter immunsupprimierender Therapie). Wichtig ist die Erregerdiagnostik auch bei respiratorischen Ausbrüchen in Alters- und Pflegeheimen.

In diesen Fällen können Influenzaviren mit der sogenannten PCR-Methode zuverlässig nachgewiesen und charakterisiert werden. Dabei werden charakteristische Abschnitte im Erbgut des Virus nachgewiesen. Zur Diagnose sollte ein Rachen- oder Nasenabstrich möglichst rasch nach Beginn der Erkrankung von einem Arzt entnommen und an ein Labor eingesandt werden. Im Rahmen der virologischen Influenzaüberwachung der Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI) werden außerdem auch vor dem Beginn, im Verlauf und am Ende der Erkrankungswelle systematisch Patienten mit akuten Atemwegserkrankungen labordiagnostisch untersucht. Eine Fotogalerie mit Erläuterungen zur Influenzadiagnostik ist auf den Influenza-Seiten des Robert Koch-Instituts (www.rki.de/influenza) abrufbar. Dort sind auch Informationen für Ärzte zu finden.

Stand: 10.02.2016

Was sollte man tun, wenn man befürchtet, an einer Influenza erkrankt zu sein?

Bei einer akuten Atemwegserkrankung, bei der eine Influenza zugrunde liegen könnte, sollten vor allem folgende Personengruppen eine Ärztin oder einen Arzt ansprechen: zum einen Erkrankte, bei denen eine chronische Erkrankung oder Schwangerschaft vorliegt, oder die sich an einem Ende des Altersspektrums befinden, das heißt sehr jung sind (Kinder unter zwei Jahren) oder schon der älteren Bevölkerung (über 60 Jahre) zuzurechnen sind; zum zweiten jede Person, egal, welchen Alters oder mit welcher Grunderkrankung, mit schwerem Krankheitsgefühl oder –verlauf. Auf dem Weg zur Praxis sollte enger Kontakt zu anderen Menschen vermieden werden. Grundsätzlich sollten beim Husten oder Niesen Mund beziehungsweise Nase bedeckt sein. Empfohlen wird, in den Ärmel zu husten oder zu niesen. Es sollten Einmaltaschentücher verwendet werden. Allgemeine Verhaltenshinweise sind bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung abrufbar (www.infektionsschutz.de).

Stand: 20.09.2011

Was sollten Erkrankte beachten?

Man sollte (enge) Kontakte zu anderen Menschen möglichst vermeiden oder mindestens zwei Meter Abstand halten. Vor allem zu Kindern, chronisch Kranken, Schwangeren und älteren Leuten sollte ein Kontakt minimiert werden. Soweit möglich, sollte man während der akuten Phase der Erkrankung zu Hause bleiben. Die besonders gute Einhaltung einer persönlichen Hygiene ist wichtig, insbesondere häufiges Händewaschen (Hautpflege nicht vergessen). Erkrankte sollte in den Ärmel husten oder niesen, nicht in die Hand. Es sollten Einwegtaschentücher verwendet und sorgfältig entsorgt werden, am besten in einen Mülleimer oder Behälter, damit diese nicht zur „Virenschleuder“ werden. Der Partner sollte, wenn möglich, in einem anderen Zimmer schlafen. Regelmäßiges Lüften ist sinnvoll, denn frische Luft ist wichtig für den Körper und das Immunsystem und verringert die Zahl der potentiell erregerhaltigen feinsten Tröpfchen in der Luft. Regelmäßiges Fiebermessen hilft, um Veränderungen der Symptome, insbesondere Verschlechterungen, frühzeitig festzustellen. Wenn die Beschwerden zunehmen, sollte der Arzt (erneut) konsultiert werden, dies gilt insbesondere für Kinder, chronisch Kranke, Schwangere und die ältere Bevölkerung.

Stand: 02.08.2010

Was sollte man tun, wenn man Kontakt zu Erkrankten hat?

Das Risiko einer Ansteckung mit einem Influenza-Virus ist bei engen Kontaktpersonen größer als bei flüchtigen Begegnungen. Als enge Kontaktpersonen werden Menschen bezeichnet, die mit Erkrankten im selben Haushalt leben, die Patienten (ohne adäquaten Schutz) pflegen oder sonstigen engen Kontakt mit Erkrankten hatten. Gerade für Haushaltskontakte lässt sich eine Übertragung nur begrenzt vermindern, z.B. durch getrenntes Schlafen oder die räumlich/zeitlich getrennte Einnahme der Mahlzeiten. Weitere Hinweise sind bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung abrufbar (http://www.bzga.de/themenschwerpunkte/infektionsschutz/).

Stand: 20.09.2016

Was sollte man übers Impfen wissen?

Informationen zur Impfung gegen Influenza sind in eigenen Antworten auf häufig gestellte Fragen zur saisonalen Influenzaimpfung (FAQ) zu finden (die fachlichen Informationen sind auf speziellen Seiten zur Influenza-Impfung zu finden, der Pfad lautet www.rki.de/impfen > Impfungen A-Z > Influenza). Detaillierte Informationen zu allen in Deutschland zugelassenen Impfstoffen sind auf den Internetseiten des Paul-Ehrlich-Instituts/Bundesinstitut und Impfstoffe und biologische Arzneimittel abrufbar unter www.pei.de. Auch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung informiert unter www.impfen-info.de speziell zum Thema Impfung und Influenza.

Stand: 23.08.2013

Was kann man außer der Influenzaimpfung noch tun, um eine Grippeerkrankung zu vermeiden?

Kein Impfstoff schützt 100 Prozent der Geimpften. In den letzten Jahren waren bei Untersuchungen zur Wirksamkeit der Impfung durchschnittlich 40 bis 60 von 100 geimpften Personen gegen eine laborbestätigte Grippe geschützt. Vor allem Personengruppen (z.B. ältere Menschen), deren Immunsystem schwächer ist, sprechen auf die Impfung weniger gut an (siehe auch FAQ zur saisonalen Influenazimpfung). Zusätzlich zur Grippeschutzimpfung sollten daher weitere Maßnahmen ergriffen werden, um das Ansteckungsrisiko mit Influenzaviren zu verringern. Dazu gehört zum Beispiel das Abstandhalten zu Personen mit Symptomen einer akuten Atemwegserkrankung. Beispielsweise könnten Großeltern den Besuch bei ihren Enkelkindern verschieben, wenn diese gerade eine akute Atemwegserkrankung haben. Regelmäßiges gründliches Händewaschen kann das Risiko einer Atemwegsinfektion ebenfalls vermindern.

Stand: 20.09.2016

Welche spezifische Therapie steht zur Verfügung?

Zur ursächlichen Behandlung der Influenza stehen die Neu­ra­mi­ni­da­se­hemmer Oseltamivir (Tamiflu(R)) und Zanamivir (Relenza(R)) zur Verfügung; das ältere Amantadin spielt im Ver­schrei­bungs­ver­halten keine Rolle mehr, weil die Influenza A-Viren A(H1N1)pdm09 und A(H3N2) resistent gegen Aman­ta­din sind und Amantadin gegen Influenza B ohnehin nicht ein­setz­bar ist. Der aktuelle wissen­schaft­liche Stand zu Thera­pie­mög­lich­kei­ten bei Influenza ist im Kapitel Pandemierelevante Arzneimittel im Nationalen Pandemieplan zusammengefasst.

Im Nationalen Referenzzentrum im Robert Koch-Institut wird die Empfindlichkeit der in Deutschland zirkulierenden Influen­za­viren gegenüber antiviralen Wirkstoffen permanent überwacht Über die Ergebnisse wird in den Influenza-Wochen­be­richten und im Saisonbericht der Arbeits­ge­mein­schaft Influenza kontinuierlich informiert. Von den vor April 2009 zirkulierenden A(H1N1)-Influen­za­viren ist bekannt, dass sich Oseltamivir-Resistenzen unter Umständen sehr schnell weltweit verbreiten können.

Stand: 20.09.2016

Was bedeuten Mutationen bei Influenzaviren?

Als Mutationen werden Veränderungen im Erbgut bezeichnet. Bei Influenzaviren sind Mutationen nicht ungewöhnlich. Sie gehören zur Gruppe der so genannten RNA-Viren, bei denen die üblichen Kopierfehler beim Vermehren der Erbsubstanz nicht repariert werden, genetische Veränderungen können damit leichter entstehen. Vor allem das Oberflächenmolekül Hämagglutinin (H oder HA) verändert sich stetig in geringem Umfang (Antigendrift). HA ist ein Eiweißstoff, der für die Erkennung durch das Immunsystem entscheidend ist. Bei Influenzaviren ist eine solche Antigendrift lange bekannt, dadurch entstehen regelmäßig neue Varianten, die es erforderlich machen, den Impfstoff gegen die saisonale Influenza jeden Winter neu anzupassen. Zu Mutationen, die eine Widerstandsfähigkeit (Resistenz) gegen ein Medikament verursachen können, siehe Frage „Welche spezifische Therapie steht zur Verfügung?“

Eine Besonderheit von Influenzaviren ist das Vorliegen ihres Erbguts in einzelnen Abschnitten. Diese Erbgutsegmente können bei gleichzeitiger Infektion einer Wirtszelle mit zwei unterschiedlichen Influenzaviren ausgetauscht werden. Die entstehenden „Virusnachkommen“ können wegen des neuen „Bauplans“ im Erbgut andere Kombinationen von (Oberflächen-)Eiweißmolekülen tragen (Antigenshift oder Reassortment).

Die Überwachung der genetischen Eigenschaften von Influenzaviren wird in Deutschland insbesondere im Nationalen Referenzzentrum für Influenza durchgeführt, das am Robert Koch-Institut angesiedelt ist. Die Arbeitsgemeinschaft Influenza informiert regelmäßig darüber.

Stand: 30.08.2012

Wo kann man sich weiter informieren?

Zuständig für Gesundheitsschutz sind die Bundesländer, für Maß­nah­men vor Ort die Gesundheitsämter. Bei besonderen akuten Geschehen werden häufig Hotlines eingerichtet. Informationen für Bürger zur Influenza und zur Influenzaimpfung bietet die Bundes­zentrale für gesundheitliche Aufklärung an, die Internetadressen lauten www.impfen-info.de und www.infektionsschutz.de. Die zentrale bundesweite fachliche Informations-Plattform ist www.rki.de/influenza.

Antworten auf häufig gestellte Fragen gibt es auch zu den Themen Saisonale Grippeschutzimpfung, zu Influenzapandemie und zur aviären Influenza (Vogelgrippe). Die Einstiegsseite zu allen Informationen über Influenza, aviäre Influenza und Influenzapandemie ist auf den RKI-Seiten in der Rubrik Infektionskrankheiten A-Z zu finden.

Stand: 20.09.2016

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