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Schutzimpfung gegen Tollwut: Häufig gestellte Fragen und Antworten

Stand: 2.8.2010

Für welche Personen ist eine prophylaktische Impfung gegen Tollwut empfohlen?

Der Personenkreis ist in den Tabellen 2 und 5 der Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) benannt.

Hier heißt es, geimpft werden sollen "präexpositionell: Tierärzte, Jäger, Forstpersonal u.a. Personen mit Umgang mit Tieren in Gebieten mit neu aufgetretener Wildtiertollwut sowie Personen mit beruflichem oder sonstigem engen Kontakt zu Fledermäusen, Laborpersonal mit Expositionsrisiko gegenüber Tollwutviren und Reisende in Regionen mit hoher Tollwutgefährdung."

Es bleibt also zu berücksichtigen, inwieweit eine Exposition möglich und beruflich wahrscheinlich ist. Informationen zu den regionalen Gegebenheiten der Wildtollwut erhalten Sie am zuverlässigsten über die regionalen Veterinärämter. Die heutigen modernen Tollwutimpfstoffe sind in ihrer Wirksamkeit und in ihrer Verträglichkeit deutlich verbessert, sodass Tollwutimpfungen sicher durchgeführt werden können.

Stand: 02.08.2010

Welche Vorgehensweise ist nach einem möglichen Kontakt mit dem Erreger zu wählen?

Grundsätzlich ist die Frage einer postexpositionellen Tollwutprophylaxe abhängig vom Grad der Exposition und der Art der Exposition, Art des Kontaktes, der Tollwutverbreitung in der Region und des Impfstatus des Tieres. Informationen bezüglich der Verbreitung von Tollwut in der Region sind z.B. beim örtlichen Veterinäramt oder Gesundheitsamt zu erhalten. Die individuelle Impfindikation kann nur in einem ausführlichen Gespräch mit einem impfenden Arzt bestätigt oder ausgeschlossen werden. Da es sich bei einer Tollwuterkrankung um eine schwere tödliche Erkrankung handelt, ist im Zweifelsfalle eine Impfung vorzuziehen. Häufig können durch genaue Anamnese und zusätzliche Hintergrundinformationen zur epidemiologischen Situation Zweifel soweit ausgeräumt werden, dass eine Impfung nicht notwendig ist.

Die STIKO empfiehlt im Falle einer nicht auszuschließenden Verletzung bzw. eines Schleimhautkontaktes mit einem tollwütigen Tier die simultane aktive und passive Immunisierung. Sollte eine passive Immunisierung im Ausnahmefall nicht sofort möglich sein, so ist die sofortige aktive Immunisierung durchzuführen mit der Maßgabe, die passive Immunisierung innerhalb kürzest möglicher Zeit spätestens mit der notwendigen zweiten Impfung nachzuholen. Das Impfschema mit mehreren Impfungen sollte unbedingt wie in den Fachinformationen angegeben eingehalten werden. Impfungen, die länger als 24 Stunden nach Kontakt begonnen werden, sind weniger erfolgversprechend.

Bei einer Bissindikation besteht grundsätzlich die Notwendigkeit einer simultanen Impfung; ggf. kann das Hyperimmunglobulin noch bis zu sieben Tagen nach Beginn der Impfung verabreicht werden, optimal ist das jedoch nicht. Weitere Informationen zur Tollwut und zur Impfung finden Sie auf unseren Internetseiten: Ratgeber Tollwut, Die Impfempfehlungen der Ständigen Impfkommission.

Stand: 02.10.2003

Ist eine Antikörperbestimmung zum Nachweis des Impfschutzes erforderlich?

Die Bestimmung von Antikörpern zum sicheren Nachweis eines Impfschutzes unterliegt methodischen und inhaltlichen Problemen (Labormethode, immunologisches Gedächtnis). Für die Tollwutimpfung gilt, dass für Personen mit erhöhtem Expositionsrisiko (z.B. Laborpersonal) bei Unterschreiten eines Antikörpertiters von 0,5 IE/ml eine Auffrischimpfung mit einer Impfstoffdosis vorzunehmen ist. Unabhängig vom Titer sollten Auffrischungsimpfungen bei bestehendem Expositionsrisiko in der Regel für hoch exponierte Personen alle zwei bis fünf Jahre erfolgen. Hier sind die Angaben der Hersteller zu berücksichtigen, da klinische Studien zu Schutztitern und der Dauer des Impfstoffes außerhalb der Zulassungsstudien fehlen. In Einzelfällen sind neutralisierende Antikörper auch noch nach Jahren nachgewiesen worden.

Stand: 02.10.2003

Wie wird Tollwut übertragen?

Die Übertragung erfolgt vom tollwütigen Tier über dessen Speichel. Nach der Infektion des Tieres kommt es zur Virusvermehrung in den Ganglienzellen des ZNS und von dort zur Erregerstreuung. Die Übertragung erfolgt in der Regel durch einen Biss, ist jedoch auch über Hautverletzungen oder direkten Kontakt des infektiösen Speichels mit der Schleimhaut möglich. Weiteres zur Tollwut in unserem Ratgeber.

Stand: 02.10.2003

Kann Tollwut auch durch ein geimpftes Tier übertragen werden?

Prinzipiell besteht auch bei einem geimpften Tier keine Garantie dafür, dass keine Infektion vorliegt, so dass für die Indikation zu einer postexpositionellen Tollwutimpfung nicht der Impfstatus des Tieres, sondern vielmehr die epidemiologische Situation entscheidend ist. Hat ein geimpftes Tier innerhalb des fraglichen Zeitraums prinzipiell Möglichkeiten gehabt, sich zu exponieren und sich zu infizieren, so ist im Zweifel eine aktive und passive Immunisierung vorzunehmen. Diese Immunisierung sollte entsprechend den Vorgaben der STIKO dergestalt erfolgen, dass so viel Tollwutimmunglobulin wie möglich um die Wunde selbst instilliert und die verbleibende Menge intramuskulär verabreicht wird. Postexpositionell ist eine Beobachtung und ggf. Untersuchung des Tieres notwendig. Erkrankt ein Tier innerhalb von zehn Tagen nicht, so ist nicht davon auszugehen, dass eine Infektiosität des Tieres zum Zeitpunkt des Bisses vorgelegen hat. In diesem Fall ist der postexpositionelle Impfzyklus nicht unbedingt fortzusetzen, es sollte jedoch überlegt werden, inwieweit eine Indikation für eine präexpositionelle Impfung vorliegt und dies zum Anlass genommen werden, die Impfung zu vervollständigen.

Stand: 02.10.2003

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