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Schutzimpfung gegen Rotaviren: Häufig gestellte Fragen und Antworten

Stand: 7.2.2024

Was sind Rotaviren und welche Krankheit verursachen sie?

Rotaviren sind die häufigsten Durchfallerreger im Säuglings- und Kleinkindalter weltweit. Der Erkrankungsgipfel liegt in den ersten Lebensjahren. Bis zum Alter von 3 Jahren haben 90% aller Kinder eine Rotavirus-Infektion durchgemacht, bis zum 5. Lebensjahr haben sich fast alle Kinder mit Rotaviren infiziert. Nach einer kurzen Inkubationszeit von 1 bis 3 Tagen tritt eine Magen-Darm- Entzündung (Gastroenteritis) mit teils blutigen Durchfällen, Bauchschmerzen und ggf. Fieber und Erbrechen auf. Die zum Teil erheblichen Flüssigkeitsverluste können bei jüngeren Kindern lebensbedrohlich sein und eine Flüssigkeitssubstitution und damit einen Krankenhausaufenthalt erforderlich machen. Todesfälle aufgrund von Rotavirus-Erkrankungen sind in Deutschland jedoch selten. Kinder und Erwachsene können sich mehrmals mit Rotaviren infizieren, da viele verschiedene Rotavirus-Typen existieren und eine einmalige Infektion keinen lebenslangen Schutz vermittelt. In der Regel nimmt die Schwere der Erkrankung mit der Zahl der Reinfektionen ab; sie können auch ohne Symptome verlaufen.

Stand: 07.02.2024

Wie werden Rotaviren übertragen?

Rotaviren werden fäkal-oral als Schmierinfektion direkt von Mensch zu Mensch oder indirekt über kontaminierte Oberflächen übertragen. Aufgrund der hohen Umweltstabilität sind Rotaviren sehr ansteckend. Sie können auf kontaminierten Händen viele Stunden und auf Oberflächen mehrere Tage infektiös bleiben. Die infektiöse Dosis ist äußerst gering, es reichen bereits sehr wenige (etwa 10 Viren) für eine Infektion aus. Akut Erkrankte scheiden allerdings eine Unmenge an Viren über den Stuhl aus(108 bis 1010 Viren/g Stuhl). Daher ist es kaum möglich, durch eine verbesserte Hygiene Rotavirus-Infektionen zu verhindern. Unabhängig von den weltweit unterschiedlichen hygienischen und sanitären Bedingungen hat nahezu jede Person bis zum Alter von 5 Jahren eine Rotavirus-Infektion durchgemacht.

Stand: 07.02.2024

Wie werden Rotavirus-Erkrankungen behandelt?

Die Behandlung der Rotavirus-Gastroenteritis erfolgt in der Regel rein symptomatisch. Je nach Grad des Flüssigkeitsverlusts (Dehydratation) ist eine orale oder parenterale intravenöse Flüssigkeits- und Elektrolytsubstitution angezeigt. Eine kausale Therapie gegen Rotaviren, in der die krankheitserregende Ursache beseitigt wird, gibt es nicht.

Stand: 07.02.2024

Wie sieht das Impfschema gegen Rotaviren aus und was ist dabei zu beachten?

Bei der Rotavirus-Impfung handelt es sich um eine Schluckimpfung mit einem oralen Lebendimpfstoff. Je nach verwendetem Impfstoff werden ab dem Alter von 6 Wochen zwei (Rotarix®) bzw. drei Dosen (RotaTeq®) in einem Mindestabstand von 4 Wochen verabreicht. Die Impfung sollte spätestens bis zum Alter von 12 Wochen begonnen worden sein und sollte vorzugsweise bis zum Alter von 16 Wochen (Rotarix®) bzw. von 20 bis 22 Wochen (RotaTeq®) abgeschlossen werden. Die Impfserie muss für Rotarix® auf jeden Fall spätestens bis zum Alter von 24 Wochen und für RotaTeq® spätestens bis zum Alter von 32 Wochen abgeschlossen sein. Aufgrund eines möglichen Risikos für das Auftreten einer Invagination (Einstülpung eines Darmabschnittes) in den ersten 7 Tagen nach Verabreichung der ersten Impfstoffdosis und des natürlichen Risikos für Invaginationen, das bei Säuglingen mit steigendem Alter zunimmt (siehe "Wie sicher ist die Rotavirus-Impfung"), sollte diese Alterseinschränkung strikt eingehalten werden.

Stand: 07.02.2024

Können auch Frühgeborene gegen Rotaviren geimpft werden?

Frühgeborene haben in den ersten beiden Lebensjahren ein erhöhtes Risiko, aufgrund einer Rotavirus-Gastroenteritis im Krankenhaus stationär behandelt werden zu müssen. Die Rotavirus-Impfstoffe können in gleicher Dosierung an Frühgeborene, die mindestens nach der 25. Schwangerschaftswoche (RotaTeq®) bzw. der 27. Woche (Rotarix®) geboren wurden, verabreicht werden. Die erste Impfstoffdosis sollten auch frühgeborene Säuglinge ab 6 Wochen nach Geburt erhalten.

Stand: 07.02.2024

Wie soll verfahren werden, wenn der Säugling den Impfstoff aufstößt oder ausspuckt?

Sollte der Säugling den Impfstoff zum Teil aufstoßen oder ausspucken, muss die Gabe des Impfstoffes nicht wiederholt werden. Nur wenn vermutet wird, dass das Kind den größten Teil der Dosis erbrochen hat, kann beim selben Impftermin erneut eine Impfstoffdosis verabreicht werden.

Stand: 07.02.2024

Können Säuglinge, die aktuell an einer Magen-Darm-Erkrankung leiden, gegen Rotaviren geimpft werden?

Der Impftermin sollte bei Säuglingen, die akut an Durchfall oder Erbrechen leiden, auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden. Auch wenn Säuglinge akut an einer schweren, fieberhaften Erkrankung leiden, sollte der Impftermin verschoben werden. Bei leichten Infektionen kann geimpft werden.

Stand: 07.02.2024

Sollen Säuglinge, die eine Rotavirus Erkrankung durchgemacht haben, trotzdem gegen Rotaviren geimpft werden?

Säuglinge, die eine Rotavirus-Infektion durchgemacht haben, bevor die Rotavirus-Impfserie begonnen oder vollständig abgeschlossen wurde, sollten die Impfserie wie empfohlen verabreicht bekommen, da eine erste Rotavirus-Infektion nur einen teilweisen Schutz vor einer weiteren Rotavirus-Infektion bietet.

Stand: 07.02.2024

Wie ist die Wirksamkeit der Rotavirus-Impfung?

Die Wirksamkeit der beiden Rotavirus-Impfstoffe ist hoch. Nach klinischen Studien beträgt die Wirksamkeit zum Schutz vor einer RV-bedingten Hospitalisierung in einem Zeitraum von 2 Jahren nach der Impfung etwa 92% und zum Schutz vor einer schweren Rotavirus-Gastroenteritis 91%. Auf der Basis der Daten aus den Zulassungsstudien müssen demnach 80 Säuglinge geimpft werden, um eine Rotavirus-bedingte Hospitalisierung zu verhindern und 42 Kinder geimpft werden, um eine schwere Rotavirus-Gastroenteritis zu verhindern.

Stand: 07.02.2024

Wie lange schützt die Rotavirus-Impfung vor einer Rotavirus-Gastroenteritis?

Die Dauer des Impfschutzes lässt sich auf Basis der vorliegenden Studien noch nicht eindeutig bestimmen. Es ist anzunehmen, dass die Immunität gegen Rotaviren ähnlich wie nach natürlich durchgemachter Infektion auch nach der Impfung mit der Zeit abnehmen wird und ein sogenanntes „Waning“ der Immunität eintritt. Ergebnisse aus Studien zur Dauer des Impfschutzes zeigen, dass nach einer vollständigen Immunisierung ein Schutz über zwei bis drei Jahre besteht. Das bedeutet, dass ein Schutz vor schweren Rotavirus-Erkrankungen insbesondere in den ersten Lebensjahren besteht, wenn das Risiko für eine Infektion bzw. für einen schweren Krankheitsverlauf am höchsten ist.

Stand: 07.02.2024

Kann ein Kind an Rotaviren erkranken, obwohl es gegen Rotaviren geimpft ist?

Die Rotavirus-Impfung bietet vor allem einen Schutz vor schweren Rotavirus-Erkrankungen und verhindert, dass durch die Rotavirus-Erkrankung eine stationäre Therapie im Krankenhaus notwendig wird (siehe "Wie ist die Wirksamkeit der Rotavirus-Impfung"). Kinder können an einer Rotavirus-Gastroenteritis erkranken, obwohl sie gegen Rotaviren geimpft sind. Die Erkrankungen verlaufen dann jedoch in der Regel weniger schwer.

Stand: 07.02.2024

Wie sicher ist die Rotavirus-Impfung?

Für die beiden Rotavirus-Impfstoffe wurde in den Zulassungsstudien mit >130.000 Teilnehmern ein gutes Sicherheitsprofil nachgewiesen. Da in der Vergangenheit ein in den USA zugelassener Rotavirus-Impfstoff (Rotashield®) aufgrund einer Assoziation mit Darminvaginationen vom Markt genommen werden musste, ist diese mögliche Nebenwirkung in den Zulassungsstudien und Beobachtungsstudien nach der Zulassung eingehend untersucht worden. Eine Invagination ist die Einstülpung eines Darmabschnittes, bei der die Blutversorgung des betroffenen Darmabschnitts gestört wird und ein Darmverschluss (Ileus) auftreten kann. Auf der Basis der bisher veröffentlichten Daten zeigt sich, dass für die in Deutschland zugelassenen neuen Rotavirus-Impfstoffe möglicherweise ein geringfügig erhöhtes Risiko für Darminvaginationen besteht. Demnach können in der ersten Woche nach Verabreichung der 1. Impfstoffdosis 1 bis 2 zusätzliche Invaginationen pro 100.000 geimpfte Kinder auftreten. Da das Risiko mit dem Alter des Impflings zunimmt, wird von der STIKO empfohlen, die Impfung möglichst frühzeitig im Alter von 6 bis 12 Wochen zu beginnen und vorzugsweise bis zum Alter von 16 Wochen (Rotarix®) bzw. von 20 bis 22 Wochen (RotaTeq®) abzuschließen. Die Impfserie muss für Rotarix® auf jeden Fall spätestens bis zum Alter von 24 Wochen und für RotaTeq® spätestens bis zum Alter von 32 Wochen abgeschlossen sein (siehe "Wie sieht das Impfschema gegen Rotaviren aus und was ist dabei zu beachten"). Aufgrund dieses möglichen Risikos sollte jedes Kind, das innerhalb einer Woche nach der ersten Rotavirus-Schluckimpfung Symptome entwickelt, die auf eine Invagination hindeuten könnten (wie z.B. starke Bauchschmerzen, anhaltendes Erbrechen, blutige Stühle), umgehend einem Arzt vorgestellt werden. Ein Säugling, der im Vorfeld unabhängig von der Impfung eine Invagination hatte, sollte auf keinen Fall gegen Rotaviren geimpft werden.

Stand: 07.02.2024

Wird das Impfvirus im Stuhl ausgeschieden?

Es kommt vor, dass Impfviren innerhalb der ersten 7 Tage nach der Impfung über den Stuhl ausgeschieden werden. Der Anteil der Kinder, der virale Antigenpartikel ausscheidet, wird von Impfdosis zu Impfdosis geringer. Eine Übertragung von Impfviren ist möglich, daher sollten Personen, die zu kürzlich geimpften Säuglingen Kontakt haben, auf eine sorgfältige Hygiene z.B. nach dem Wechsel der Windeln des Kindes achten. Bei Säuglingen, die Kontakt zu immungeschwächten Personen haben, sollte die Entscheidung über eine Rotavirus-Impfung mit Bedacht erfolgen.

Stand: 07.02.2024

Kann die Rotavirus-Impfung zusammen mit anderen Impfungen gegeben werden?

Die orale Rotavirus-Impfung kann ohne weiteres zusammen mit anderen in diesem Alter empfohlenen Impfungen verabreicht werden. In klinischen Studien konnte gezeigt werden, dass die Immunantwort und das Sicherheitsprofil der verabreichten Impfstoffe nicht verändert werden.

Stand: 07.02.2024

Welche Bedeutung hat der Nachweis von Bestandteilen des Schweinevirus (porcinen Circoviren) in den Rotavirus-Impfstoffen?

Im Frühjahr 2010 wurde bekannt, dass in beiden verfügbaren Rotavirus-Impfstoffen Bestandteile des Schweinevirus nachweisbar sind und dass diese Partikel wohl schon seit Beginn der Impfstofffabrikation in den Produkten vorhanden sind. Die Europäische Arzneimittelbehörde sowie das Paul-Ehrlich-Institut bestätigten nach umfangreichen Untersuchungen, dass die Viruspartikel nicht infektiös sind, und dass das Schweinevirus den Menschen nicht krank macht. Sie stellten fest, dass die Verunreinigung des Impfstoffes kein Sicherheitsrisiko für den Impfling darstellt und der Nutzen der Impfung uneingeschränkt bestehen bleibt. Vermutlich gelangte das Schweinevirus, das im Schweinefleisch regelmäßig nachweisbar ist, durch kontaminiertes Trypsin in die Impfstoffe. Das Trypsin kommt aus der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) des Schweins und wird als Reagenz während der Impfstoffproduktion zugesetzt.

Stand: 07.02.2024

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