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Schutzimpfung gegen Pertussis: Häufig gestellte Fragen und Antworten

Stand: 5.3.2013

Wer sollte gegen Pertussis geimpft sein?

Die Pertussis-Impfung ist für alle Säuglinge und Kleinkinder wie in den aktuellen STIKO-Empfehlungen erläutert empfohlen. Auffrischimpfungen sind im Vorschul- und Jugendalter empfohlen. Erwachsene sollten bei der nächsten fälligen Tetanus- und Diphtherie-Auffrischung zusätzlich gegen Pertussis geimpft werden.

Stand: 14.11.2012

Welche Möglichkeiten gibt es, ältere Kinder und Erwachsene, die keine Grundimmunisierung gegen Pertussis haben, gegen Pertussis zu impfen, nachdem der monovalente Impfstoff nicht mehr verfügbar ist?

Für alle Erwachsenen empfiehlt die STIKO, die nächste fällige Td-Impfung einmalig als Tdap-Kombinationsimpfung zu verabreichen (bei entsprechender Indikation als Tdap-IPV-Kombinationsimpfung). Da ein monovalenter Pertussis-Impfstoff nicht mehr zur Verfügung steht, wird die Gabe von Kombinationsimpfstoffen zu den jeweiligen Impfterminen empfohlen. Eine aktuelle Studie hat gezeigt, dass die einmalige Impfung mit einem Tdap-Impfstoff (Tetanus-, Diphtherie- und azellulärem Pertussisimpfstoff mit reduziertem Diphtherie- und Pertussis Antigengehalt) bei über 10-jährigen, ungeimpften Personen ohne Pertussis-Erkrankung in der Anamnese zu ähnlichen Antikörper-Antworten führt, wie sie nach einer Dosis eines Tdap-Impfstoffes bei Jugendlichen und Erwachsenen mit einer Grundimmunisierung im Säuglings- und Kleinkindalter beobachtet wurden [1]. Diese Impfung ist im Rahmen der Zulassungen der verfügbaren ap-haltigen Kombinationsimpfstoffe (Tdap, Tdap-IPV (inaktivierter Poliomyelitisimpfstoff)) für ältere Kinder und Erwachsene auch möglich. Bei bestehender Indikation zur Pertussis-Impfung kann ein Tdap-Kombinationsimpfstoff verwendet werden, auch wenn in einem Zeitraum von weniger als 5 Jahren zuvor ein Td-haltiger Impfstoff verimpft worden ist. Neuere Studien [2-5] haben gezeigt, dass die Häufigkeit von Nebenwirkungen bei der Impfung von tetanushaltigen Impfstoffen in Intervallen kürzer als 5 Jahre (ab 1 Monat) allenfalls geringfügig erhöht ist. Darauf wird auch in den Fachinformationen eines der ap-haltigen Kombinationsimpfstoffe (Covaxis®) hingewiesen.

Literatur

  1. Knuf M, Zepp F, Meyer C, Grzegowski E, Wolter J, Riffelmann M et al. Immunogenicity of a single dose of reduced-antigen acellular pertussis vaccine in a non-vaccinated adolescent population. S92 2006 March 15;24(12):2043-8.
  2. Beytout J, Launay O, Guiso N, Fiquet A, Baudin M, Richard P et al. Safety of Tdap-IPV given 1 month after Td-IPV booster in healthy young adults: A placebo-controlled trial. HumanVaccines 2009;5(5):in press.
  3. David ST, Hemsley C, Pasquali PE, Larke B, Buxton JA, Lior LY. Enhanced surveillance for vaccine-associated adverse events: dTaP catch-up of high school students in Yukon. Canada Communicable Disease Report 2005;31(11):117-26.
  4. Halperin SA, Sweet L, Baxendale D, Neatby A, Rykers P, Smith B et al. How Soon After a Prior Tetanus-Diphtheria Vaccination Can One Give Adult Formulation Tetanus-Diphtheria-Acellular Pertussis Vaccine? Pediatr Infect Dis J 2006 March;25(3):195-200.
  5. National Advisory Committee on Immunization (NACI). Interval Between Administration of Vaccines Against Diphtheria, Tetanus, and Pertussis. Canada Communicable Disease Report 2005;31(ACS-9):17-24.

Stand: 14.11.2012

Ist eine Erkrankung trotz Impfung möglich?

Impfungen stellen eine wirksame, sichere und kostengünstige Möglichkeit zur Verhinderung von Infektionskrankheiten dar. Wie bei anderen Methoden in der Medizin ist ihre Wirksamkeit nicht 100%ig. Persönliche Faktoren wie Alter, Geschlecht, Grunderkrankungen etc. sind für die individuelle Reaktion auf Impfungen entscheidend. Die sichere Wirksamkeit von Impfungen wird durch die Einhaltung des angegebenen Impfschemas ermöglicht. Die volle Wirksamkeit der Impfung ist erst nach Abschluss der Grundimmunisierung erreicht. Auffrischungsimpfungen sind erforderlich, um einem nach Jahren schwächer werdenden Immunschutz entgegen zu wirken. Es besteht aber trotz Impfung die Möglichkeit zu erkranken.

Stand: 14.11.2012

Wann besteht nach Impfung ein Schutz gegen Pertussis-Erkrankungen?

Der Pertussis-Impfstoff ist gut verträglich. Die komplette Impfserie mit einem Kombinationsimpfstoff für Säuglinge und Kleinkinder besteht aus vier Injektionen. Bereits nach der ersten Dosis besteht für Säuglinge ein um ca. 40% niedrigeres Erkrankungsrisiko als für ungeimpfte Säuglinge. Nach der zweiten Impfung steigt der Immunschutz auf 60 bis 70%. Nach der dritten Impfung ist in über 80% ein Immunschutz vorhanden. Dieser muss jedoch im zweiten Lebensjahr aufgefrischt werden. Gerade deshalb ist es besonders wichtig, dass die Keuchhustenimpfung bereits im 3. Lebensmonat begonnen wird, so dass ein Impfschutz spätestens ab dem sechsten, jedoch sehr wahrscheinlich bereits ab dem fünften Lebensmonat gegeben ist.

Da für die ersten 4 bis 5 Monate kein sicherer Immunschutz für den Säugling zu erreichen ist, ist es von besonderer Bedeutung, dass insbesondere Geschwisterkinder oder Familienangehörige, die Überträger des Keuchhustens sein können, ebenfalls vor der Erkrankung geschützt sind. So sollten in einer Familie mit einem Säugling alle Kontaktpersonen unbedingt gegen Keuchhusten geimpft bzw. geboostert sein, damit die Wahrscheinlichkeit, dass sich der Säugling ansteckt, gemindert wird.

Stand: 14.11.2012

Besteht nach durchgemachter Erkrankung ein lebenslanger Schutz?

Auch nach Pertussis-Erkrankung besteht keine lebenslange Immunität, sondern ein Schutz für maximal 10 bis 20 Jahre. Die erste Auffrischimpfung für Kinder und Jugendliche wird bereits im Vorschulalter empfohlen. Diese und weitere Empfehlungen zur Pertussis-Impfung finden Sie in unserem Epidemiologischen Bulletin Nr. 30/2006.

Stand: 15.08.2012

Sollten sich auch Erwachsene gegen Pertussis impfen lassen?

Alle Erwachsenen sollten einmalig gegen Pertussis geimpft werden. Die Pertussisimpfung sollte bei der nächsten fälligen Td-Impfung (Tetanus-Diphtherie-Impfung) als Tdap-Kombinationsimpfung verabreicht werden.
Für Frauen mit Kinderwunsch, enge Haushaltskontaktpersonen und Betreuer vor der Geburt eines Kindes sowie für Beschäftigte in Gesundheits- und Gemeinschaftseinrichtungen wird die Pertussisimpfung von der STIKO als Indikationsimpfung alle zehn Jahre empfohlen.

Durch die Impfung von Erwachsenen gegen Pertussis werden primär Pertussiserkrankungen bei den geimpften Personen selbst verhindert. Indirekt werden aber auch die Kontakte der geimpften Personen geschützt. Dies ist vor allem für Säuglinge von Bedeutung. Säuglinge können erst ab dem vollendeten zweiten Lebensmonat gegen Pertussis geimpft werden und besitzen keinen natürlichen Nestschutz gegen die Krankheit. Sie sind deshalb auf die passive Schutzwirkung durch eine Immunisierung der sie umgebenden Menschen angewiesen.

Stand: 14.12.2012

Kann eine Tdap-Kom­bina­tions­impfung auch dann verabreicht werden, wenn eine voran­ge­gan­gene Impfung mit Td-Komponente weniger als 5 Jahre zurück liegt?

Eine Tdap-Kombinationsimpfung kann auch dann verabreicht werden, wenn eine vorangegangene Td-haltige Impfung weniger als 5 Jahre zurück liegt. Verschiedene Studien haben gezeigt, dass impfbedingte Nebenwirkungen nicht signifikant häufiger auftreten, wenn der zeitliche Abstand zwischen einer Td-haltigen Impfung und einer Tdap-Impfung geringer als fünf Jahre ist. Weitere Informationen: Epidemiologisches Bulletin 33/2009, S. 340

Stand: 05.03.2013

Sollen Personen mit engen Kontakten zu an Pertussis Erkrankten trotz vollständigem Impfstatus auch eine Chemoprophylaxe erhalten?

Für enge Kontaktpersonen ohne Impfschutz in der Familie, der Wohngemeinschaft oder in Gemeinschaftseinrichtungen besteht die Empfehlung einer Chemoprophylaxe mit Makroliden (s. Therapie). Geimpfte Kontaktpersonen sind vor der Erkrankung weitgehend geschützt, können aber vorübergehend mit Bordetellen besiedelt sein und damit eine Infektionsquelle darstellen. Daher sollten auch geimpfte enge Kontaktpersonen vorsichtshalber eine Chemoprophylaxe erhalten, wenn sich in ihrer Umgebung gefährdete Personen, wie z.B. ungeimpfte oder nicht vollständig geimpfte Säuglinge oder Kinder mit kardialen oder pulmonalen Grundleiden, befinden.

Stand: 14.12.2012

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