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Ist die Impfung gegen Masern auch für Erwachsene empfohlen?

Die Impfung gegen Masern ist generell für alle Erwachsene empfohlen, die nach 1970 geboren wurden und noch gar nicht oder nur einmal in der Kindheit gegen Masern geimpft wurden oder deren Impfstatus unklar ist. Es sollte vorzugsweise MMR-Impfstoff verwendet werden.

Die STIKO betont diese Empfehlung noch einmal extra für den Fall eines Masernausbruchs.

Personen, die vor 1970 geboren wurden, haben mit hoher Wahrscheinlichkeit die Masern bereits durchgemacht. Das belegen sero-epidemiologische Daten, nach denen in der Vorimpfära 95-98% der Kinder bis zum 10. Lebensjahr eine Immunität gegen Masern aufwiesen. Wenn vor 1970 geborene Erwachsene jedoch Kontakt zu Masernerkrankten hatten und nicht genau wissen, ob sie durch vorherige Erkrankung oder Impfung gegen eine Infektion geschützt sind, sollten auch sie sich gegen Masern impfen lassen. Die STIKO empfiehlt zur postexpositio­nellen Prophylaxe alle ungeimpften oder in der Kindheit nur einmal geimpften Personen oder Personen mit unklarem Immunstatus mit Kontakt zu Masernkranken einmalig vorzugweise mit MMR-Impfstoff zu impfen. Diese postexpositionelle Impfung sollte möglichst innerhalb von 3 Tagen nach Kontakt zu Masernkranken erfolgen.

Weiterhin empfiehlt die STIKO bei gegebener beruflicher Exposition allen nach 1970 Geborenen, die nicht oder nur einmal in der Kindheit gegen Masern geimpft wurden oder deren Impfstatus unklar ist, eine einmalige Impfung gegen Masern – vorzugsweise sollte ein MMR-Kombinationsimpfstoff verwendet werden. Eine erhöhte berufliche Exposition ist z.B. gegeben bei Personen, die im Gesundheits­dienst oder in Gemeinschafts­einrichtungen beschäftigt sind. Damit werden nicht nur die Beschäftigten selbst sondern auch Dritte geschützt, wie zum Beispiel besonders gefährdete Patienten oder die in den Gemeinschafts­einrichtungen Betreuten. Gemeinschaftseinrichtungen werden nach § 33 des Infektionsschutz­gesetzes (IfSG) als Einrichtungen definiert, in denen überwiegend Säuglinge, Kinder oder Jugendliche betreut werden, insbesondere Kinderkrippen, Kindergärten, Kindertagesstätten, Kinderhorte, Schulen oder sonstige Ausbildungseinrichtungen, Heime, Ferienlager und ähnliche Einrichtungen.

Die Empfehlung zur routinemäßigen Masernimpfung im Erwachsenenalter wurde 2010 von der Ständigen Impfkommission (STIKO) ausgesprochen, um Masernausbrüche in der Bevölkerung zu verhindern und damit der Elimination der Masern im europäischen Raum ein gutes Stück näher zu kommen. Die Empfehlung soll des Weiteren dazu beitragen die Herdenimmunität zu stärken und so Personen zu schützen, die selbst nicht aktiv geimpft werden können.

Stand: 25.02.2015

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