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Saisonale Influenzaimpfung: Häufig gestellte Fragen und Antworten

Stand: 28.9.2017

Für wen wird die Impfung gegen die saisonale Influenza empfohlen?

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Influenzaimpfung

  • für alle Personen ab 60 Jahre,
  • für alle Schwangeren ab dem 2. Trimenon, bei erhöhter gesund­heit­licher Gefährdung infolge eines Grund­leidens ab 1. Trimenon (siehe "Warum wird die saisonale Influenzaimpfung auch für Schwangere empfohlen?"),
  • für Personen mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens (wie z.B. chronische Krankheiten der Atmungs­organe, Herz- oder Kreis­lauf­krank­heiten, Leber- oder Nierenkrankheiten, Diabetes oder andere Stoff­wechsel­krank­heiten, chronische neurologische Grundkrankheiten wie z.B. Multiple Sklerose mit durch Infektionen getriggerten Schüben, angeborene oder erworbene Immundefizienz oder HIV) sowie
  • für Bewohner von Alters- oder Pflegeheimen
  • Personen, die als mögliche Infektionsquelle im selben Haushalt lebende oder von ihnen betreute Risikopersonen gefährden können. Als Risikopersonen gelten hierbei Personengruppen mit Grundkrankheiten, bei denen es Hinweise auf eine deutlich reduzierter Wirksamkeit der Influenza-Impfung gibt, wie z.B. Personen mit dialysepflichtiger Niereninsuffizienz oder Personen mit angeborener oder erworbener Immundefizienz bzw. -suppression.

Geimpft werden sollten im Rahmen eines erhöhten beruflichen Risikos außerdem

  • Personen mit erhöhter Gefährdung (z.B. medizinisches Personal) und
  • Personen in Einrichtungen mit umfangreichem Publikumsverkehr
  • Personen, die als mögliche Infektionsquelle für von ihnen betreute Risikopersonen fungieren können.

Ebenso geimpft werden sollten Personen mit direktem Kontakt zu Geflügel und Wildvögeln (die Impfung schützt zwar nicht vor der Vogelgrippe, aber es werden damit problematische Doppelinfektionen vermieden).

Stand: 10.10.2016

Warum wird die saisonale Influenzaimpfung auch für Schwangere empfohlen?

Aktualisierte Daten zur saisonalen Influenza sowie während der Influenza­pandemie 2009 gewonnene Erfahrungen zeigen, dass Schwangere bei einer Influenza­infektion ein erhöhtes Risiko für schwere Krankheitsverläufe haben. Daher empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) seit 2010 die saisonale Influenza­impfung für alle Frauen, die während der Influenzasaison im Winter schwanger sind. Das erhöhte Komplikationsrisiko von Schwangeren hängt mit ver­schie­denen physiologischen und immunologischen Veränderungen zusammen, die während einer Schwangerschaft im Körper ablaufen. Diese Veränderungen können schwangere Frauen für virale Erreger wie das Influenzavirus empfänglicher machen und schwere Krank­heits­ver­läufe begünstigen. Auch Neugeborene profitieren von der Impfung ihrer Mütter: über die Plazenta werden Antikörper von der Mutter an das Kind weitergegeben, die ihm einen Schutz gegen Influenza in den ersten Monaten nach der Geburt verleihen.

Da es sich bei den in Deutschland zugelassenen Influenzaimpfstoffen für Erwachsene um Totimpfstoffe handelt, ist eine Impfung grund­sätz­lich in jedem Stadium der Schwangerschaft unbedenklich. Für gesunde Schwangere empfiehlt die STIKO die Impfung dennoch erst ab dem 2. Schwangerschaftsdrittel. Damit soll verhindert werden, dass die im 1. Schwangerschaftsdrittel häufiger auftretenden Spontanaborte fälschlicherweise mit der Impfung in Verbindung gebracht werden und so im Einzelfall für die Betroffenen zu einer besonderen psychischen Belastung werden. Schwangere Frauen, bei denen auch aufgrund einer chronischen Grunderkrankung eine zu­sätzliche Indikation zur Influenzaimpfung besteht, sollten unab­hängig vom Schwangerschaftsstadium geimpft werden. Die Sicherheit der Impfstoffe wurde sowohl für Schwangere als auch für Ungeborene bestätigt. Es wurde in Studien keine erhöhte Zahl von schweren Reaktionen aufgrund einer Grippeimpfung festgestellt. Weder war die Anzahl der Frühgeburten oder Kaiserschnitte erhöht, noch gab es Unterschiede im Gesundheitszustand der Säuglinge nach der Geburt.

Stand: 11.09.2017

Warum sollten Personen mit Grundkrankheiten gegen Influenza geimpft werden?

Personen mit Grundkrankheiten haben ein erhöhtes Risiko, schwere oder tödliche Krankheitsverläufe einer Influenzainfektion zu ent­wickeln. Besonders gefährdet sind dabei Personen, die eine Überempfindlichkeit der Atemwege oder eine eingeschränkte Lungenfunktion haben (z.B. Personen mit Asthma, chronischer Bronchitis, chronisch obstruktiver Lungenerkrankung), Personen mit einer chronischen Herz-Kreislauf-, Leber- oder Nierenkrankheit, Personen mit Diabetes oder einer anderen Stoffwechselkrankheit, Personen mit einer neurologischen oder neuromuskulären Grund­krank­heit oder einem eingeschränkten Immunsystem durch eine zugrundeliegende Erkrankung oder Medikamenteneinnahme (beispielsweise hochdosiertes Kortison, Chemotherapie bei Krebs­er­kran­kungen). Personen ab einem Alter von 6 Monaten mit solchen chronischen Grundkrankheiten sollten daher gegen Influenza geimpft werden.

Stand: 07.09.2012

Warum ist die Impfung des medizinischen Personals gegen Influenza wichtig?

Medizinisches Personal stellt eine mögliche Infektions­quelle für die von ihm betreuten Patienten dar. Dabei handelt es sich oft um Patienten, die wegen bestehender Grund­er­kran­kungen ein erhöhtes Risiko haben, eine schwere, even­tuell töd­liche Verlaufs­form der Influenza zu entwickeln. Die Impfung des medizi­nischen Personals folgt daher dem ethischen Gebot, Patienten nicht zu schaden. Gleich­zeitig dient die Impfung dem persön­lichen Schutz des medizi­nischen Personals, das mit Influenza­kranken in Kontakt kommen könnte.

Stand: 11.09.2017

Sollten Asylsuchende in Gemeinschafts­einrichtungen gegen Influenza geimpft werden?

In Erstaufnahme­einrichtungen und Gemeinschafts­unterkünften sollte erwogen werden, allen Bewohnern – Erwachsenen und Kindern – eine Impfung gegen saisonale Influenza anzubieten, nicht nur Risiko­gruppen. Zum einen erscheint die Identi­fizierung von Risiko­gruppen aufgrund von Sprachbarrieren schwierig; zum anderen besteht in Erstaufnahme­einrichtungen bzw. Gemeinschafts­unterkünften für Asylsuchende aufgrund des engen Zusammen­lebens ein im Vergleich zur ein­heimi­schen Bevölkerung erhöhtes Risiko für Influenza­ausbrüche, die dann auch nur schwer kontrolliert werden können. Entsprechend den STIKO-Empfehlungen können Kinder und Jugendliche im Alter von 2 bis einschließlich 17 Jahren mit einem Tot­impfstoff oder mit dem Influenza-Lebend­impfstoff (als Nasenspray) geimpft werden, sofern keine Kontra­indikation besteht (s. Fachin­formation). Säuglinge und Klein­kinder zwischen 6 Monaten und 2 Jahren sowie Erwachsene (inklusive Schwangere) dürfen nur mit einem Totimpfstoff geimpft werden.

Stand: 11.09.2017

Wie viele Menschen lassen sich gegen die saisonale Influenza impfen?

In Deutschland werden Impfungen nicht zentral zum Beispiel in Form eines Impfregisters dokumentiert. Zur Bestimmung von Impfquoten gegen die saisonale Influenza werden deshalb Daten aus telefonischen Befragungen, Abrechnungs­daten und Haushalts­befragungen herangezogen. Abrechnungsdaten der Kassenärztlichen Vereinigungen zeigen, dass sich in der Saison 2015/16 nur 35% der Personen ab 60 Jahre impfen ließen (Rieck et al. in Epid Bull 1/2017).

Nach einer in 2012 bis 2014 durchgeführten Studie lag der Anteil geimpfter Frauen, die während der Influenzasaison im Winter schwanger waren, bei 11% (Bödeker B et al. in BMC Public Health 2015; 15:1308). Diese Angaben decken sich mit Abrechnungs­daten der Kassenärztlichen Vereinigungen, nach denen in 2010 10% und 2014 11% der Schwangeren gegen Influenza geimpft waren (Bätzing-Feigenbaum J et al. in Versor­gungs­atlas-Bericht 06/2017).

In einer 2010 durchgeführten Studie unter niedergelassenen Ärzten sagten 61%, dass sie sich regel­mäßig gegen saisonale Influenza impfen lassen (Boehmer M et al. im Gesundheitswesen 2014). Im Rahmen einer Befragung an zwei Universitäts­kliniken gaben 56% der Ärzte und Ärztinnen, 35% des Pflege­personals und 27% der therapeutischen Berufe an, in der Saison 2015/16 gegen Influenza geimpft worden zu sein (Epid Bull 47/2016).

Insgesamt sind die Impf­quoten in den empfohlenen Zielgruppen in Deutschland weiterhin als zu niedrig einzustufen. Dies gilt im besonderen Maße für medizinisches Personal und Schwangere. Ziel­vorgaben der Europäischen Union, die eine Impfquote von 75% bei älteren Personen bis 2014/15 vorsehen, werden von Deutschland bisher nicht annähernd erreicht.

Stand: 11.09.2017

Warum wird gesunden Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen unter 60 Jahren nicht ausdrücklich eine Impfung gegen Influenza empfohlen?

Die saisonale Influenzaimpfung wird von der Ständigen Impf­kommis­sion (STIKO) für gesunde Kinder, Jugend­liche und Erwachsene unter 60 Jahren nicht explizit empfohlen (außer in der Schwanger­schaft und bei beruflicher Indikation). Eine Erkrankung an Influenza in diesen Bevölkerungs­gruppen verläuft in der Regel ohne schwer­wiegende Komplikationen. Die STIKO-Empfehlungen der Influenza­impfung für bestimmte Personen­gruppen (siehe „Für wen wird die Impfung gegen die saisonale Influenza empfohlen?“) bedeutet jedoch nicht, dass die STIKO von einer Influenza­impfung anderer Personen aus­drücklich ab­rät. Jeder, der sich impfen lassen möchte, sollte dies mit seinem Arzt besprechen. Auch bieten viele Arbeitgeber ihren Angestellten die Influenza­impfung an, um Grippe­er­krankungen und dem damit ver­bundenen Arbeits­ausfall vorzubeugen.

Es sei an dieser Stelle nochmals betont, dass Personen mit bestimmten chronischen Krankheiten (siehe „Warum sollten Personen mit Grundkrankheiten gegen Influenza geimpft werden?") im Falle einer Influenza­erkrankung ein erhöhtes Komplikations­risiko haben und sich deshalb unabhängig vom Lebens­alter unbedingt gegen Influenza impfen lassen sollten.

Stand: 27.08.2013

Wie wird die Zusammensetzung des Influenza-Impfstoffs bestimmt?

Es gibt viele verschiedene Subtypen von Influenza­viren. Die saisonale Influenza wird derzeit von A(H1N1)-, A(H3N2)- und zwei Gruppen von Influenza-B-Viren (Victoria- und Yamagata-Linie) verursacht. Von diesen wiederum zirkulieren weltweit viele verschiedene Varianten. Der saisonale Influenza-Impf­stoff enthält Bestand­teile der Virus-Varianten, die für die kommende Saison erwartet werden. Referenz­labo­ra­torien auf der ganzen Welt – in Deutschland das am Robert Koch-Institut angesiedelte Nationale Referenz­zentrum für Influenza – unter­suchen daher kontinuierlich die zirkulierenden Influenza­viren und übermitteln ihre Ergebnisse an die Welt­ge­sund­heits­orga­ni­sa­tion (WHO). Auf Grundlage dieser Daten legt die WHO die Zusammen­setzung für den Impf­stoff jedes Jahr aufs Neue fest. Trivalente Impf­stoffe sind gegen die Virus-Typen A(H1N1), A(H3N2) und eine der beiden B-Linien gerichtet, quadrivalente Impfstoffe zusätzlich gegen die andere B-Linie, siehe auch die Frage "Sollte ein Drei- oder Vierfachimpfstoff verwendet werden?". Für die Nord­halb­kugel geschieht das in der Regel im Februar, Monate vor der kommenden Grippe­saison, damit die Hersteller genug Zeit haben, ausreichend Impf­stoff bis zum Beginn der Impf­saison im Herbst zu produzieren.

Grippe­viren sind jedoch sehr wandelbar. Ihr Erbgut verändert sich ständig. Es ist möglich, dass sich in der Zwischen­zeit andere Influenza­varianten durchgesetzt haben und eine oder mehrere der empfohlenen Impf­stämme nicht oder nicht gut passen. Die Schutzwirkung des Impf­stoffs kann sich auch im Laufe einer Grippe­saison verändern, wenn sich zirkulierende Viren oder die Anteile der einzelnen Virus(sub)typen im Verlauf der Saison ändern.

Stand: 11.09.2017

Wie ist der diesjährige Influenza-Impfstoff zusammengesetzt?

Die WHO empfiehlt für die Saison 2017/18 eine gegen­über der Saison 2016/17 bei der A(H1N1)-Komponente veränderte Zusammen­setzung des Impf­stoffes. Tri­va­lente Influenza­impfstoffe sollen Anti­gene folgender Influenza­viren enthalten:

  • A/Michigan/45/2015 (H1N1) pdm 09-ähnlicher Stamm
  • A/Hong Kong/4801/2014 (H3N2)-ähnlicher Stamm
  • B/Brisbane/60/2008-ähnlicher Stamm (Victoria-Linie)

Für quadrivalente Impfstoffe werden die Antigene der oben genannten Viren sowie eine Variante von B/Phuket/3073/2013 (Yamagata-Linie) empfohlen (siehe "Sollte ein Drei- oder Vierfachimpfstoff verwendet werden?").

In Deutschland sind Influenza­impf­stoffe zahl­reicher Her­steller er­hält­lich. Alle Impf­stoffe enthalten die von der WHO fest­ge­legten Anti­gene. Bis auf wenige Aus­nahmen ent­halten die Impf­stoffe keine Wirk­ver­stärker (Adjuvanzien) (siehe "Sollten ältere Menschen grund­sätzlich einen adjuvantierten saisonalen Impfstoff gegen Influenza erhalten?"). Informationen des Paul-Ehrlich-Instituts, dem Bundes­institut für Impfstoffe und bio­medi­zi­nische Arznei­mittel (PEI) zu Grippe­impf­stoffen sind ab­rufbar unter www.pei.de/influenza-impfstoffe.

Stand: 11.09.2017

Sollte ein Drei- oder Vierfachimpfstoff verwendet werden?

Bis zur Saison 2012/13 gab es ausschließlich trivalente saisonale Influenzaimpfstoffe, die Bestandteile von zwei Subtypen des Influenza A-Virus und eines B-Virus enthalten. Seit der Saison 2013/14 sind auch quadrivalente Impfstoffe mit einer zweiten B-Virus-Variante in Deutschland verfügbar. In Saisons, in denen der B-Stamm in nennenswertem Umfang zirkuliert, der nicht im trivalenten Impfstoff enthalten ist, erscheint es plausibel, dass der quadrivalente Impfstoff einen umfassenderen Schutz bietet. Dies ist jedoch nicht in jeder Saison der Fall (tabellarische Übersicht siehe Influenza-Saisonbericht, Kapitel 5.3). Die Anteile der verschiedenen Virustypen bzw. -subtypen an den zirkulierenden Influenzaviren in den vergangenen Saisons sind im Influenza-Saisonbericht enthalten. Eine Vorhersage darüber, welche Influenza-Stämme in welchem Verhältnis zueinander zirkulieren, ist nicht möglich. Die Ständige Impfkommission hat, wie auch die Impfkommissionen anderer europäischer Länder, bislang keine bevorzugte Verwendung von quadrivalenten Impfstoffen empfohlen. Überlegungen in diese Richtung werden derzeit von der STIKO ihrer Geschäftsordnung entsprechend mit Fachkreisen und dem Gemeinsamen Bundesausschuss diskutiert. Eine möglicherweise geänderte STIKO-Empfehlung würde ab der Influenzasaison 2018/2019 in Kraft treten.

Stand: 28.09.2017

Kann ich auf die Influenzaimpfung verzichten, wenn ich letzte Saison eine Impfung bekommen habe?

Die Ständige Impfkommission (STIKO) rät grundsätzlich, dass alle Personen, für die eine Influenzaimpfung empfohlen wird, sich jedes Jahr im Herbst impfen lassen sollten. In der Regel wird die Antigen-Zusammensetzung der Impfstoffe jährlich an die veränderten Eigen­schaften der zirkulierenden Influenzaviren angepasst. Deshalb bieten nur die Impfstoffe für die jeweils aktuelle Saison den bestmöglichen Schutz. Aber auch für Jahre, in denen sich die Impf­stoff­zu­sam­men­set­zung im Vergleich zum Vorjahr nicht geändert hat, empfiehlt die STIKO die erneute Impfung. Grund ist, dass der Impfschutz nachlässt, je länger die Impfung zurückliegt und viele Geimpfte nach Ablauf eines Jahres vermutlich nicht mehr ausreichend geschützt sind.

Stand: 27.08.2013

Kann man trotz einer Influenzaimpfung Viren auf andere Menschen übertragen und diese somit anstecken?

Bei den in Deutschland verwendeten Influenza­impfstoffen handelt es sich um Totimpf­stoffe. Eine Ausnahme bildet der für Kinder und Jugendliche zugelassene Lebendimpfstoff, der abgeschwächte Viren enthält (siehe "Was ist bei dem Lebendimpfstoff zu beachten?"). Durch die Impfung mit einem Totimpfstoff wird weder die Krankheit hervorgerufen, noch können Impfviren an Dritte weitergegeben werden. Bei der Impfung mit einem Lebendvirusimpfstoff sind entsprechend den Hinweisen in der Fach­information gewisse Vorsichts­maßnahmen zu berücksichtigen. Hier besteht in einem Zeitraum von ein bis zwei Wochen nach Impfung die Gefahr der Virus-Übertragung auf stark immun­geschwächte Personen. Deshalb sollte der/die Geimpfte engen Kontakt zu Personen meiden, die sich z.B. nach einer Knochenmark­transplantation noch in Isolation befinden.

Unabhängig von der Art des Impfstoffes ist es jedoch nicht auszuschließen, dass es auch bei geimpften Personen im Laufe der Saison zu einer Infektion mit dem Influenzavirus kommen kann (Impfversager). Häufig verlaufen solche Infektionen dann mit milderen Krankheits­symptomen oder völlig unbemerkt. In diesen Fällen können Influenza­viren ausgeschieden und auf Kontaktpersonen übertragen werden.

Stand: 11.09.2017

Kann es trotz Influenzaimpfung zu einer Influenza-Erkrankung kommen?

Die Influenzaimpfung bietet keinen 100%igen Schutz, deshalb kann es auch bei Geimpften zu einer Erkrankung an Influenza kommen. Allerdings kann jeder sein persönliches Risiko an Influenza zu erkranken durch die Impfung verringern. In zahlreichen Studien wurde untersucht, ob eine Influenza­erkrankung bei geimpften Personen milder, also mit weniger Komplikationen verläuft als bei Ungeimpften. In der Mehrzahl der Studien war dies der Fall, siehe z.B. [1]. Deshalb empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) die Impfung insbesondere für Menschen, die im Falle einer Influenza­er­krankung besonders anfällig für schwerwiegende, möglicherweise lebensbedrohliche Komplikationen sind (siehe "Für wen wird die Impfung gegen die saisonale Influenza empfohlen?").

Die Schutzwirkung (Effektivität) der Influenzaimpfung ist geringer als bei vielen anderen von der STIKO empfohlenen Impfungen [2]. Dies hat unter anderem mit den sich ständig ändernden Eigenschaften des Influenzavirus zu tun, liegt aber auch daran, dass vor allem ältere Menschen gegen Influenza geimpft werden, deren Immunsystem generell weniger gut auf Impfungen anspricht (siehe "Wovon hängt die Wirksamkeit der Influenzaimpfung ab?" und "Warum kann die Wirksamkeit der Influenzaimpfung von Saison zu Saison variieren?"). Weitere Möglichkeiten, sich zusätzlich zur Impfung gegen eine Influenzainfektion zu schützen, finden sich in den Antworten auf häufig gestellte Fragen zur Influenza (siehe "Was kann man außer der Influenzaimpfung noch tun, um eine Grippeerkrankung zu vermeiden?").

Zu einer Erkrankung an Influenza nach einer Impfung kann es darüber hinaus dann kommen, wenn (1) die Infektion kurz vor der Impfung stattgefunden hat (wenn also in der Inkubationszeit geimpft wurde) oder wenn (2) eine Infektion in den ersten 10 bis 14 Tagen nach der Impfung erfolgte (bevor der Impfschutz vollständig ausgebildet werden konnte).

Bei entsprechenden Symptomen sollte trotz erfolgter Impfung an Influenza gedacht werden. Bei bestimmten Patientengruppen mit erhöhtem Risiko für schwere Verläufe (vorliegende Grund­er­kran­kungen, höheres Alter) oder bei schweren Krankheitsverläufen sollte frühzeitig eine antivirale Behandlung in Betracht gezogen werden. Oft werden aber auch Atemwegsinfekte, die durch andere Erreger ver­ur­sacht werden, fälschlicherweise für Impfversager gehalten. Die Influ­enza­imp­fung erfolgt im Allgemeinen im Herbst, also der Jahreszeit, in der Atemwegsinfekte aufgrund anderer Erreger häufig vorkommen. Gegen diese Erreger vermag die Grippeimpfung nicht zu schützen. Das Auftreten einer fieberhaften Erkältung aufgrund anderer Erreger stellt also trotz der verwirrenden Bezeichnung "grippaler Infekt" kein Versagen der Influenzaimpfung dar. Zudem kann die Impfung selbst leichte fieberhafte Reaktionen hervorrufen (siehe "Welche Neben­wir­kun­gen sind nach der Influenzaimpfung zu erwarten?"), die eine Reaktion des Immunsystems darstellen und nicht mit einer Atemwegs- oder Grippeinfektion verwechselt werden sollten.

[1] VanWormer JJ, Sundaram ME, Meece JK, Belongia EA: A cross-sectional analysis of symptom severity in adults with influenza and other acute respiratory illness in the outpatient setting. BMC Infect Dis. 2014; 14: 231.

[2] Osterholm MT, Kelley NS, Sommer A, Belongia EA: Efficacy and effectiveness of influenza vaccines: a systematic review and meta-analysis. Lancet Infect Dis 2012; 12(1):36-44.

Stand: 11.09.2017

Wovon hängt die Wirksamkeit der Influenzaimpfung ab?

Kein Impfstoff bietet einen 100% zuverlässigen Schutz. Die Schutz­wirkung (Effektivität) der Influenza­impfung hängt von verschiedenen Faktoren ab. Die Zusammen­setzung des Impf­stoffes wird jährlich aktualisiert (siehe "Wie wird die Zusammen­setzung des Influenza-Impfstoffs bestimmt?"). Es ist trotzdem möglich, dass die in der folgenden Saison haupt­sächlich auftretenden Influenza­viren nicht gut mit den im Impf­stoff enthaltenden Virus­stämmen überein­stimmen (sogenanntes „mismatch“, siehe "Warum kann die Wirksamkeit der Influ­en­za­imp­fung von Saison zu Saison variieren?"). Bei einer sehr guten Überein­stimmung der zirkulierenden Influenza­viren mit dem Impf­stoff wurde bei jungen Erwachsenen eine Schutz­wirkung bis zu 80% beobachtet. Ältere Menschen haben oft eine reduzierte Immun­antwort, sodass die Impfung bei ihnen weniger zu­ver­lässig wirkt. Dennoch können auch ältere Menschen ihr Risiko, an einer Influenza zu erkranken, durch die Impfung in etwa halbieren. Dies bedeutet bei einer Wirk­samkeit von 41 bis 63% bei älteren Erwachsenen (Manzoli L et al. in Human Vaccines & Immuno­therapeutics 2012): Wenn im Laufe einer Influenza­saison von 100 ungeimpften älteren Erwachsenen 10 an Grippe erkranken, erkranken von 100 geimpften älteren Erwachsenen nur etwa 4 bis 6.

Auch wenn die Wirksamkeit der Influenza­impfung nicht optimal ist, können aufgrund der Häufigkeit der Influenza doch viele Erkrankungs­fälle verhindert werden. In Deutschland sind dies selbst bei den aktuell mäßigen Impfquoten (siehe "Wie viele Menschen lassen sich gegen die saisonale Influenza impfen?") schätzungsweise ca. 400.000 Influenza-Erkrankungen pro Jahr bei Personen über 60 Jahren (Weidemann F et al. BMC Infectious Diseases 2017).

Weitere Möglichkeiten, sich zusätzlich zur Impfung gegen eine Influenza­infektion zu schützen, finden sich bei der Frage "Was kann man außer der Influenza­impfung noch tun, um eine Grippe­erkrankung zu vermeiden?".

Grunderkran­kungen, die mit einer Schwächung des Immun­systems einher­gehen, sowie die Einnahme bestimmter Medi­kamente, die das Immun­system unter­drücken, können die Schutz­wirkung der Impfung vermindern. Letztlich hängen Angaben zur Schutz­wirkung einer Impfung immer auch von dem in einer Studie unter­suchten klinischen Endpunkt ab. So kann zum Beispiel trotz eines nur mäßigen Schutzes gegen Influenza­erkran­kungen insgesamt dennoch ein guter Schutz gegen eine schwere Erkrankung bestehen, die eine Kranken­haus­be­handlung erfordern würde.

Stand: 11.09.2017

Warum kann die Wirksamkeit der Influenzaimpfung von Saison zu Saison variieren?

Influenzaviren haben die Eigenschaft, dass sich ihr Erbgut ständig verändert. Um diese Veränderungen zu beobachten, untersuchen Referenzlaboratorien weltweit – in Deutschland das am RKI an­ge­sie­delte Nationale Referenzzentrum für Influenza - kontinuierlich die zir­ku­lie­ren­den Influenzaviren (H1N1-, H3N2-, Typ B-Viren) und über­mitteln ihre Ergebnisse an die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Auf Grundlage dieser Daten empfiehlt die WHO für die Nord­halb­kugel bereits am Jahresanfang die Zusammensetzung des Grip­pe­impf­stoffs für die kommende Influenzasaison. Andernfalls haben die Hersteller nicht genügend Zeit, ausreichend Impfstoff bis zum Beginn der Impf­saison im Herbst zu produzieren. Es ist jedoch möglich, dass in der Grippesaison eine oder mehrere der em­pfoh­le­nen Impfstämme nicht passen, weil sich in der Zwischenzeit auf­grund weiterer Ver­än­de­run­gen andere Influenzavarianten durch­ge­setzt haben. Die Schutz­wir­kung des Impfstoffs kann sich auch im Laufe einer Grippesaison verändern, wenn sich zirkulierende Viren oder die Anteile der ein­zel­nen Virus(sub)typen im Verlauf der Saison ändern.

Stand: 18.08.2015

Welche Neben­wirkungen sind nach der Influenza­impfung zu erwarten?

Der saisonale Influenza­impfstoff ist in der Regel gut verträglich. In Folge der natürlichen Auseinander­setzung des Organismus mit dem Impfstoff kann es bei der Impfung mit dem Totimpfstoff – wie bei anderen Impfungen auch – vorübergehend zu Lokalreaktionen (leichte Schmerzen, Rötung und Schwellung an der Impfstelle) kommen. Der Lebendimpfstoff aus abgeschwächten Influenzaviren kann eine verstopfte oder laufende Nase auslösen. Unabhängig vom Impfstoff treten gelegentlich vorübergehend Allgemeinsymptome wie bei einer Erkältung auf (Fieber, Frösteln oder Schwitzen, Müdigkeit, Kopf-, Muskel- oder Gliederschmerzen). In der Regel klingen diese Beschwerden innerhalb von ein bis zwei Tagen folgenlos wieder ab.

Stand: 11.09.2017

Wann ist der richtige Impfzeitpunkt?

Die jährliche Influenzawelle hat in Deutschland in den vergangenen Jahren meist nach der Jahres­wende begonnen (mit Ausnahme der Pandemie 2009). Nach der Impfung dauert es 10 bis 14 Tage, bis der Impf­schutz vollständig aufgebaut ist. Um recht­zeitig geschützt zu sein, wird deshalb empfohlen, sich bereits in den Monaten Oktober oder November impfen zu lassen. Selbst zu Beginn und im Verlauf der Grippe­welle kann es noch sinnvoll sein, eine versäumte Impfung nach­zu­holen. Schließlich ist nie genau vorher­zu­sagen, wie lange eine Influenza­welle andauern wird. In einigen Saisons wurde zum Beispiel nach einer Influenza A-Welle noch eine nachfolgende Influenza B-Welle beobachtet.

Wer zu einer der Zielgruppen gehört, für die die Ständige Impf­kommis­sion) die Influenza­impfung empfiehlt, sollte sich jedes Jahr impfen lassen. Zum einen wird die Impf­stoff­zusammen­setzung an die jeweils erwarteten Influenza­virus­typen angepasst, zum anderen hält die Schutz­wirkung der Impfung vermutlich nur eine Saison an.

Stand: 11.09.2017

Wer darf nicht gegen Influenza geimpft werden?

Wer an einer fieberhaften Erkrankung (≥38,5 °C) oder schwereren akuten Infektion leidet, sollte zu diesem Zeit­punkt nicht geimpft werden. Die Impfung sollte aber so bald wie möglich nach­ge­holt werden. Bei Personen mit einer schweren Allergie gegen Hühner­ei­weiß oder gegen einen anderen Bestand­teil des Impf­stoffs sollte die Möglich­keit einer Impfung gegen Influenza mit dem behandelnden Arzt besprochen werden (siehe "Was ist bei der Influenzaimpfung von Personen mit einer Hühnereiweiß-Allergie zu beachten?"). Kinder und Jugend­liche, die an einer klinischen Immun­schwäche oder an schwerem Asthma leiden oder eine Salicylat-Therapie erhalten, dürfen nicht mit dem Influenza-Lebend­impf­stoff geimpft werden. Für weitere Informa­tionen und die genaue Zusammen­setzung der Influenza­impf­stoffe ist die jeweilige Fachinformation zu beachten.

Stand: 10.10.2016

Was ist bei der Influenzaimpfung bei Kindern zu beachten?

Die Impfung gegen Influenza mit einem saisonalen Impf­stoff wird von der Ständigen Impf­kommis­sion (STIKO) für Kinder mit erhöhter gesund­heit­licher Gefährdung infolge eines Grund­leidens ab einem Alter von 6 Monaten empfohlen. In der Regel ist für Kinder im Alter von 6 bis <36 Monaten die halbe Erwachsenen­dosis, ab einem Alter von 36 Monaten die volle Erwachsenen­dosis indiziert. Kinder bis zu einem gewissen Alter (nach den Fach­infor­ma­tionen der meisten Influenza­impf­stoffe bis 9 Jahre), die zum ersten Mal im Leben gegen Influenza geimpft werden, erhalten zwei Impfungen im Abstand von vier Wochen. Neben den trivalenten und quadrivalenten Totimpfstoffen ist auch ein quadrivalenter Lebendimpfstoff (LAIV) verfügbar, der über die Nase verabreicht wird und alternativ bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 2 bis einschließlich 17 Jahren angewandt werden kann (siehe "Was ist bei dem Influenza-Lebend­impfstoff zu beachten?").

Stand: 11.09.2017

Was ist bei der Influenza­impfung von Personen mit einer Hühner­eiweiß-Allergie zu beachten?

Influenzaimpfstoffe werden üblicher­weise unter Verwendung von Hühner­eiern her­ge­stellt, so dass trotz Auf­reini­gung Spuren von Hühner­ei­weiß im Impf­stoff enthalten sein können. Hühner­ei­weiß­freie (in Zell­kulturen her­ge­stellte) Influenza­impf­stoffe werden im Gegen­satz zu früheren Saisons seit der Saison 2016/17 in Deutschland nicht mehr angeboten. Ein Import (nach AMG §73 Abs. 3) ist im Einzelfall möglich, allerdings ist auch die Verfüg­bar­keit in anderen EU-Ländern fraglich.

Personen, die nur mit leichten Symptomen auf den Konsum von Hühner­ei­weiß reagieren, können mit allen zu­ge­lassenen Influenza-Impf­stoffen geimpft werden. Laut Empfehlung des CDC in den USA sind keine besonderen Über­wachungs­maß­nahmen erforderlich (1).

Klinisch schwerwiegende Allergien (z.B. Anaphylaxie) gegenüber Hühner­ei­weiß sind selten. Bei Personen, bei denen eine ärztlich diag­nos­ti­zierte schwere Allergie gegen Hühner­ei­weiß vor­liegt, ist die Indi­ka­tion zur Impfung mit Hühner­ei-basier­ten Influenza­impf­stoffen streng zu stellen. Diese Personen sollten in einem Setting geimpft werden, in dem eine klinische Über­wachung nach der Impfung und die Be­hand­lung einer ggf. auftretenden ana­phy­lak­tischen Reaktion möglich sind.

Eine Vielzahl von klinischen Studien weisen allerdings darauf hin, dass auch bei Personen mit Hühner­ei­weiß­allergie schwer­wiegende aller­gische Reaktionen auf eine Influenza­impfung selten sind, bzw. nicht häufiger auftreten als bei Personen ohne Hühner­ei­weiß­allergie (2, 3).

[1] Centers for Disease Control and Prevention. Flu Vaccine and People with Egg Allergies. http://www.cdc.gov/flu/protect/vaccine/egg-allergies.htm.

[2] Kelso JM. Administering influenza vaccine to egg-allergic persons. Expert Rev Vaccines. 2014 Aug;13(8):1049-57.

[3] Turner PJ et al. Safety of live attenuated influenza vaccine in young people with egg allergy: multicentre prospective cohort study. BMJ. 2015 Dec 8;351:h6291.

Stand: 24.08.2017

Was ist bei der Impfung gegen Influenza von Personen mit einge­schränk­tem Immun­system zu beachten?

Personen mit angeborener oder erworbener Immundefizienz haben ein erhöhtes Risiko für schwere Krankheits­verläufe einer Influenza­erkrankung [1,2]. Deshalb empfiehlt die Ständige Impf­kommission die jährliche Impfung gegen Influenza. Aufgrund des einge­schränkten Immun­systems kann es jedoch zu einer weniger ausge­prägten oder fehlenden Immun­antwort nach der Impfung kommen.

Der Lebendimpfstoff darf bei Patienten mit schweren Immun­defekten oder unter ausgeprägter immun­suppressiver Therapie nicht verabreicht werden.

Bei Patienten, die eine Chemo­therapie erhalten, sollte die Impfung möglichst ≥2 Wochen vor dem Beginn der Chemotherapie oder zwischen zwei Chemo­therapie­zyklen erfolgen. Eine Impfung während des Nadirs wird jedoch nicht empfohlen. Sollte ein sofortiger Chemo­therapie­beginn indiziert sein, ist eine Impfung auch noch zu Beginn der Therapie möglich [3].

Eine Impfung mit dem Totimpf­stoff ist erst 6 Monate nach allogener oder autologer Stammzell­transplantation (HSZT) empfohlen. Ein Lebend­impfstoff sollte frühestens 24 Monate nach HSZT verabreicht werden [4]. Hierbei sollte jedoch die jährliche Empfehlung der STIKO hinsichtlich der Präferenz eines Impfstoffes berücksichtigt werden.

[1] Kunisaki KM, Janoff EN. Influenza in immunosuppressed populations: a review of infection frequency, morbidity, mortality, and vaccine responses. Lancet Infect Dis 2009; 9(8):493-504.
[2] Beck CR, McKenzie BC, Hashim AB, Harris RC. Influenza vaccination for immunocompromised patients: systematic review and meta-analysis by etiology. J Infect Dis 2012; 206:1250–1259.
[3] Waqar SN, Boehmer L, et al. Immunogenicity of Influenza Vaccination in Patients With Cancer. American journal of clinical oncology. 2015.
[4] Ljungman P, Cordonnier C, Einsele H, Englund J, et al.Vaccination of hematopoietic cell transplant recipients. Bone Marrow Transplant. 2009;44(8):521–6

Stand: 14.09.2017

Was muss bei der Impfung von Personen mit Auto­immun­erkran­kungen beachtet werden?

Die Ständige Impfkommission empfiehlt die Impfung gegen Influenza für Patienten mit einer immun­suppressiven Therapie. Dazu gehören auch Patienten mit Autoimmun­erkrankungen (z.B. Multipler Sklerose, systemischer Lupus erythematodes, rheumatoide Arthritis). Viele solcher Autoimmun­erkrankungen verlaufen in Krankheits­schüben. In zahlreichen Studien wurde kein Zusammenhang zwischen einer saisonalen Influenza­impfung und dem Auftreten von Krankheits­schüben gefunden [1-3]. Es kann trotzdem nicht mit absoluter Sicherheit ausgeschlossen werden, dass eine Impfung als unspezifischer Trigger einen Krankheits­schub auslösen kann. Die Möglichkeit, einen Schub auszulösen, ist jedoch auch bei einer natürlichen Infektion mit dem Influenza-Virus gegeben und wahrscheinlich höher als nach Impfung.

Aufgrund der häufig eingesetzten Immun­suppressiva kann die Immun­antwort eingeschränkt sein. Eine Impfung sollte vom behandelnden Arzt mit dem Patienten individuell besprochen und abgewogen werden.

[1] Mailand MT, Frederiksen JL. Vaccines and multiple sclerosis: a systematic review. J Neurol. 2017;264(6):1035-50.
[2] Holvast A, Huckriede A, Wilschut J, Horst G, De Vries JJ, Benne CA, et al. Safety and efficacy of influenza vaccination in systemic lupus erythematosus patients with quiescent disease. Ann Rheum Dis. 2006;65(7):913-8.
[3] Chalmers A, Scheifele D, Patterson C, et al. Immunization of patients with rheumatoid arthritis against influenza a study of vaccine safety and immunogenicity. J Rheumatol 1994; 21:1203–6

Stand: 14.09.2017

Können sich auch stillende Mütter gegen Influenza impfen lassen?

Das Stillen eines Säuglings stellt für eine Influenzaimpfung, wie auch für alle anderen Impfungen außer der Gelbfieber-Impfung, keine Kontraindikation dar. Stillende Mütter können sich dementsprechend gegen Influenza impfen lassen. Bei der Impfung von Stillenden spielt – neben dem Schutz der Mutter – auch die Überlegung eine Rolle, indirekt auch den Säugling vor einer möglichen Infektion durch die Mutter zu schützen.

Stand: 11.09.2017

Sollten ältere Menschen grundsätzlich einen adjuvantierten saisonalen Impfstoff gegen Influenza erhalten?

Ältere Menschen haben oft eine reduzierte Immunantwort, so dass die saisonale Influenzaimpfung weniger wirksam sein kann als bei jün­ge­ren Erwachsenen. In den letzten Jahren wurden deshalb so genannte adju­van­tierte (wirkverstärkte) saisonale Influenzaimpfstoffe entwickelt. Als Wirkverstärker werden Emulsionen (z.B. MF59, AS03) oder Virosomen eingesetzt. Adju­van­tierte Impfstoffe nehmen für sich in Anspruch, bei älteren Menschen einen besseren Schutz zu ge­währ­leis­ten. Dies beruht im Wesentlichen auf Studien zur Anti­kör­per­bil­dung (Immunogenität). Ob adjuvantierte Impfstoffe aufgrund der stärkeren Antikörperbildung auch zuverlässiger gegen eine Er­kran­kung an Influenza schützen als nicht-adjuvantierte Impfstoffe, ist noch nicht geklärt. Bei adjuvantierten Impfstoffen können v.a. lokale Neben­wir­kun­gen an der Injektionsstelle (Schmerz, Rötung, Schwel­lung) in erhöhtem Maße auftreten und sollten vom Arzt mit den Patienten im Vorfeld besprochen werden.

Stand: 02.09.2014

Sollte man sich zusätzlich zur Influenzaimpfung gegen Pneumokokken impfen lassen?

Personen, für die sowohl die Pneumo­kokken- als auch die saisonale Influenza­impfung empfohlen wird, sollten beide Impfungen erhalten, auch weil es im Rahmen von Influenza-Erkran­kungen gehäuft zu Sekundär­infektionen mit Pneumo­kokken kommen kann. Die Ständige Impf­kommission (STIKO) empfiehlt die Impfung gegen Pneumo­kokken für alle Säuglinge und Klein­kinder bis zum vollendeten 2. Lebens­jahr mit einem Pneumo­kokken-Konjugat­impf­stoff. Zudem wird die Impfung für Personen ab 60 Jahre mit einem Pneumo­kokken-Poly­saccharid­impf­stoff (PPSV23) empfohlen. Für Kinder (ab dem vollendeten 2. Lebens­jahr), Jugend­liche und Erwachsene mit erhöhter gesund­heit­licher Gefähr­dung infolge bestimmter Grund­krank­heiten wird die Pneumo­kokken­impfung eben­falls empfohlen. Den genauen Wort­laut der STIKO-Empfehlung sowie weitere Informa­tionen zur Pneumo­kokken­impfung finden Sie hier und in Tabelle 2 der aktuellen STIKO-Empfehlungen.

Stand: 10.10.2016

Was ist bei dem Influenza-Lebendimpfstoff zu beachten?

Für Kinder im Alter von 2 bis einschließlich 17 Jahren steht neben den Totimpfstoffen ein quadrivalenter Lebend­impfstoff (Fluenz®) zur Verfügung, der als Nasenspray verabreicht wird. Die Impfstoff­zusammen­setzung entspricht den Vorgaben der Weltgesund­heits­organisation (WHO) (siehe "Wie ist der Influenza-Impfstoff zusammen­ge­setzt?"). Es besteht keine präferenzielle Empfehlung der STIKO, sodass der Lebend­impfstoff und die Totimpfstoffe unter Berücksichtigung möglicher Kontra­indikationen (s. Fachinfor­mationen) gleichermaßen angewendet werden können (s. Epid Bull 34/2017). Lediglich in Situationen, in denen die Injektion des Totimpfstoffs problematisch ist (z.B. Spritzen­phobie, Gerinnungs­störungen), sollte präferenziell LAIV verwendet werden (s. Epid Bull 35/2017).

Es sei noch einmal darauf verwiesen, dass die STIKO eine Influenza­impfung im Kindes- und Jugend­alter nur für Kinder und Jugendliche mit bestehenden Grunderkrankungen empfiehlt (siehe "Für wen wird die Impfung gegen die saisonale Influenza em­pfoh­len?"). Wesentliche Grundleiden (Immun­schwäche) stellen laut Fachinformation von Fluenz® jedoch eine Kontraindikation dar und vor der Anwendung bei schwerem Asthma wird gewarnt. Impfstoff­spezifische Informationen können den Seiten des Paul-Ehrlich-Instituts (www.pei.de/influenza-impfstoffe) sowie der Fachinfor­mation entnommen werden.

Stand: 11.09.2017

Muss die Influenza­impfung innerhalb einer Influenza­saison aufgefrischt werden?

Die Ständige Impfkommission empfiehlt die einmalige jährliche Impfung gegen Influenza. Um einen rechtzeitigen und aus­rei­chen­den Schutz gegen die Grippe aufbauen zu können, sollte eine Impfung bereits in den Monaten Oktober oder November durchgeführt werden (siehe "Wann ist der richtige Impfzeitpunkt?"). Die eigentliche Grippe­welle tritt in Deutsch­land meist erst zwischen Anfang Januar und Ende März auf. Die Dauer der Immunität nach Influenza­impfung beträgt laut Fach­in­for­ma­tionen im Allgemeinen 6 bis 12 Monate. Innerhalb einer Saison ist also keine Auffrisch­impfung notwendig. Kinder unter 9 Jahren (je nach Impfstoff­präparat ggf. abweichende Angaben), die zum ersten Mal im Leben gegen Influenza geimpft werden, sollen zwei Impfstoff­dosen im Abstand von 4 Wochen erhalten (siehe "Was ist bei der Influenza­impfung bei Kindern zu beachten?").

Stand: 11.09.2017

Wo kann man weitere Informationen zur Influenza erhalten?

Auf der Internetseite des RKI ist eine Sammlung weiterer Antworten auf allgemeine Fragen zur Influenza www.rki.de > Infektions­krank­heiten A-Z > Influenza abrufbar. Einen Überblick über die In­for­ma­tionen des RKI für Fachkreise finden Sie auf der Internetseite des RKI www.rki.de/influenza. Bürger-Informationen zur Influenza und zur Impfung sind auf der Informations-Plattform der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung unter www.impfen-info.de/grippe verfügbar.

Stand: 18.08.2015

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