Was muss bei der Impfung von Personen mit Autoimmunerkrankungen beachtet werden?
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Impfung gegen Influenza für Personen mit bestimmten Grunderkrankungen. Dazu zählen auch Personen mit Autoimmunerkrankungen (wie z.B. mit Multipler Sklerose, systemischem Lupus erythematodes oder rheumatoider Arthritis). Viele solcher Autoimmunerkrankungen verlaufen in Krankheitsschüben. In zahlreichen Studien wurde kein Zusammenhang zwischen einer saisonalen Influenzaimpfung und dem Auftreten von Krankheitsschüben gefunden (vgl. für Multiple Sklerose [1,2], rheumatoide Arthritis [3], systemischen Lupus erythematodes [4,5]). Trotzdem kann nicht mit absoluter Sicherheit ausgeschlossen werden, dass eine Impfung als unspezifischer Trigger einen Krankheitsschub auslösen kann. Die Möglichkeit, einen Schub auszulösen, ist jedoch auch bei einer natürlichen Infektion mit dem Influenza-Virus gegeben und wahrscheinlich höher als nach Impfung. Eine Impfung sollte vom behandelnden Arzt mit dem Patienten individuell besprochen und abgewogen werden.
[1] Miller AE, Morgante LA, Buchwald LY, et al. A multicenter, randomized, double-blind, placebo controlled trial of influenza immunization in multiple sclerosis. Neurology 1997; 48: 312-314.
[2] Confavreux C, Suissa S, Saddier P, et al. Vaccines in Multiple Sclerosis Study Group. N Engl J Med 2001; 344: 319-326.
[3] Chalmers A, Scheifele D, Patterson, et al. Immunization of patients with rheumatoid arthritis against influenza: a study of vaccine safety and immunogenicity. J Rheumatol 1994; 21: 1203-1206.
[4] Aron-Maor A, Shoenfeld Y. Vaccination and systemic lupus erythematosus: the bidirectional dilemmas. Lupus 2001; 10: 237-240.
[5] Abu-Shakra M, Zalmanson S, Neumann L, et al. Influenza virus vaccination of patients with systemic lupus erythematosus: effects on disease activity. J Rheumatol 2000; 27: 1681-1685.
Stand: 07.09.2012
