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Können auch Jungen von einer Impfung gegen HPV profitieren?

Für Jungen bzw. junge Männer liegt derzeit keine HPV-Impf­empfehlung der Ständigen Impf­kommission (STIKO) vor. Die STIKO unter­sucht jedoch momentan die bisher vorliegende Evidenz zur HPV-Jungen­impfung, um die Einführung einer Routine-Impf­empfeh­lung neu bewerten zu können.

Studien zeigen, dass die HPV-Impfung auch bei Jungen bzw. jungen Männern wirksam ist. So wurden bei Jungen im Alter von 10 bis 15 Jahren durch eine HPV-Impfung hohe Anti­körper-Titer erreicht [1]. In rando­mi­sierten kontrollierten Studien konnte die Schutz­wirkung des quadrivalenten HPV-Impfstoffs gegen Genital­warzen und Vorstufen des Penis- und Anal­karzinoms bei Jungen und jungen Männern demonstriert werden [2, 3]. Daten aus Australien zeigen, dass die HPV-Impfung auch bezogen auf den sogenannten Herden­schutz sehr effektiv ist [4]. Dies bedeutet, dass ungeimpfte Männer und Frauen, die sexuelle Kontakte zu geimpften Personen haben, ebenfalls gegen HPV-Infektionen geschützt sind. Durch die HPV-Impfung können somit die Infektions­ketten zwischen Sexual­partnern unterbrochen werden.

Auch ohne vorliegende Empfehlung der STIKO kann der Arzt/die Ärztin im Rahmen der Zulassung Jungen gegen HPV impfen. Alle verfügbaren HPV-Impfstoffe sind auch für Jungen ab einem Alter von 9 Jahren zugelassen. Da für die HPV-Impfung bei Jungen keine öffentliche Empfehlung der Länder vorliegt (außer in Sachsen), können in einem Impf­schadens­fall keine Ansprüche an das Versorgungs­amt geltend gemacht werden. Zudem sollte vorab geklärt werden, ob die Kranken­kasse die Kosten der Impfung übernimmt.

Literatur:
1) Block et al. Pediatrics 2006;118:2135-45
2) Giuliano et al. N Engl J Med 2011;364:401-11
3) Palefsky et al. N Engl J Med 2011; 365:1576-85
4) Chow et al. The Lancet Infectious Diseases 2017;17:68-77

Stand: 05.07.2017

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