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Schutzimpfung gegen Diphtherie: Häufig gestellte Fragen und Antworten

Stand: 10.11.2004

Wer sollte sich gegen Diphtherie impfen lassen?

Gegen Diphtherie sollten alle Personen geimpft werden, die über keinen oder nur unvollständigen Impfschutz gegen Diphtherie verfügen. Dies ist der Fall, wenn bisher keine Impfung erfolgte, die Grundimmunisierung nicht vollständig oder die letzte Auffrischung vor mehr als zehn Jahren erfolgte. In der Regel sollte die Impfung gegen Diphtherie in der Kombination mit Tetanus durchgeführt werden.

Stand: 10.11.2004

Wann sollte gegen Diphtherie geimpft werden?

Säuglinge, Kleinkinder, Jugendliche, Erwachsene und Senioren sollten entsprechend den Empfehlungen des Impfkalenders geimpft werden. Säuglinge erhalten je nach verwendetem Impfstoff im Alter von 2, (3)*, 4 und 11–14 Monaten eine Dosis der Grundimmunisierung. Eine Auffrischung mit 5-6 Jahren und eine weitere Auffrischung mit 9–17 Jahren ist empfohlen. Erwachsene mit vollständiger Grundimmunisierung benötigen eine Auffrischungsimpfung alle 10 Jahre. Weitere Informationen finden Sie hier.

*Kombinationsimpfstoffe, die eine Pertussis-Komponente (aP) enthalten, z. B. Sechsfachimpfstoffe, erfordern 4 Impfungen für eine vollständige Grundimmunisierung; (Herstellerhinweise in den Fachinformationen beachten).

Stand: 10.11.2004

Was sollte bei Kontakt zu an Diphtherie erkrankten Personen getan werden (postexpositionelle Maßnahmen)?

Im Falle von regional erhöhten Erkrankungszahlen und Epidemien ist den Empfehlungen der örtlichen Gesundheitsbehörden Folge zu leisten. Für enge Kontaktpersonen (face to face) zu Erkrankten ist die Impfung nach Kontakt bereits 5 Jahre nach der letzen Impfung empfohlen. Unabhängig von einer Impfung nach Kontakt zu einer an Diphtherie erkrankten Person erfolgt eine vorbeugende antibiotische Therapie (z.B. mit Erythromycin). Weitere Informationen hierzu erhalten Sie im RKI-Ratgeber zu Diphtherie.

Stand: 10.11.2004

Muss eine Grundimmunisierung wiederholt werden, wenn sie mehr als zehn Jahre zurückliegt oder reicht eine Auffrischung?

Die STIKO-Empfehlungen, die Sie hier auf unseren Internetseiten einsehen können, empfehlen Auffrischimpfungen gegen Diphtherie und ggf. auch gegen Tetanus für Erwachsene alle 10 Jahre. Es gilt jedoch, dass jede Impfung zählt und eine einmal erfolgte Grundimmunisierung auch bei einem Abstand von mehr als zehn Jahren, nicht wiederholt werden muss. Bei extrem langen Intervallen (z.B. 40 Jahre und länger) kann in Abhängigkeit von der Expositionswahrscheinlichkeit (Endemiegebiet) eine zweite Impfung erwogen werden.

Sollte bei sehr langen Impfabständen ein begründeter Verdacht vorliegen, dass der zu Impfende wegen anderer Erkrankungen schlecht auf die Impfungen reagiert oder ein besonders hohes Expositionsrisiko besteht, ist gegebenenfalls eine Titerbestimmung nach vier bis sechs Wochen nach der Auffrischimpfung zum Nachweis des vorhandenen Immunschutzes hilfreich. In der Regel gewährleistet eine Auffrischungsimpfung jedoch einen sicheren Schutz.

Stand: 10.11.2004

Gilt der Zehnjahreszeitraum für die Auffrischungsimpfung gegen Diphtherie und Tetanus auch für Kinder?

Die Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) zur regelmäßigen Auffrischimpfung im Abstand von zehn Jahren bezieht sich auf Erwachsene. Für Kinder und Jugendliche gilt der Impfkalender, den Sie auf unseren Internetseiten einsehen können.

Im Impfkalender wird eine kombinierte Auffrischimpfung gegen Diphtherie und Tetanus (Td/DT) für Kinder im Alter von fünf bis sechs Jahren (d.h. vor dem Schulbeginn) empfohlen. Hintergrund für diese Empfehlung ist die in dieser Altersgruppe nicht ausreichend bekannte Antikörperprävalenz gegen Diphtherie, vor allem aber die bekannte hohe Verletzungsgefahr und damit die Indikation zu einer Tetanusauffrischung im Verletzungsfall. Die generelle Auffrischimpfung bei den Fünf bzw. Sechsjährigen erspart deshalb ggf. Arztbesuche nach Bagatelleverletzungen z.B. beim Sport oder schulischen Aktivitäten und vermindert das Erkrankungsrisiko für Tetanus. Außerdem werden dadurch auch die vielen Kinder geschützt, die bei einer im häuslichen Umfeld erfolgten Bagatelleverletzung von ihren Eltern keinem Arzt vorgestellt und damit auch nicht aktuell geboostert werden. Die weitere empfohlene Auffrischimpfung für Jugendliche sollte anschließend frühestens nach 5 Jahren und spätestens nach 10 Jahren erfolgen.

Stand: 10.11.2004

Wie häufig erkranken Personen in Deutschland an Diphtherie?

Diphtherieerkrankungen in Deutschland sind auf Grund der guten Impfraten bei Kindern und Jugendlichen sehr selten geworden. Erkrankungen in Deutschland werden in Einzelfällen im Zusammenhang mit Kontakt zu Personen aus Endemiegebieten beobachtet. Eine Infektionsgefährdung bei Migrations- und Reisebewegungen ist jedoch weiterhin gegeben, zumal eine vollständige Eradikation der Erkrankung aufgrund des Vorhandenseins symptomloser Träger nicht möglich ist. Die aktuelle Statistik der Infektionskrankheiten können Sie dem Epidemiologischen Bulletin entnehmen.

Stand: 10.11.2004

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