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Impfschema: Häufig gestellte Fragen und Antworten

Sollen Impfstoffe als Kombinationsimpfungen gegeben werden?

Kombinationsimpfstoffe erlauben eine erhebliche Reduzierung der Injektionen und fördern damit die Umsetzung der Impfempfehlungen. Die zugelassenen und auf dem Markt befindlichen Impfstoffe sind bezüglich ihrer Einzelkomponenten in den Kombinationsimpfstoffen intensiv auf ihre Wirksamkeit hin untersucht, so dass auch in Kombinationsimpfstoffen die einzelnen Antigene eine sichere Wirksamkeit aufweisen. Aufgrund der Wechselwirkungen der Antigene untereinander sind in kombinierten Totimpfstoffen teilweise vier Impfungen zur Grundimmunisierung notwendig, während dessen bei der Verwendung von bestimmten Einzelimpfstoffen möglicherweise drei Immunisierungen ausreichen können. Es ist deshalb wichtig, bei der Verwendung von Kombinationsimpfstoffen auf eine zeitgerechte und vollständige Grundimmunisierung zu achten.

Stand: 14.12.2012

Kann bei der Impfung vom Impfschema abgewichen werden?

Impfschemata sind Bestandteil der Zulassung eines Impfstoffes. Im Zulassungsverfahren werden nach standardisierten internationalen Richtlinien Prüfungen zur Wirksamkeit und Sicherheit eines Impfstoffes durchgeführt. Klinische Studien über den Wechsel zwischen Impfstoffen (z.B. zwischen unterschiedlichen Antigenkonzentrationen) oder über Abweichungen vom festgelegten Impfschema liegen in der Regel nicht vor, so dass eine Modifikation des zugelassenen Impfschemas nicht anzuraten ist.

Im Regelfall sollen die vom Hersteller im Beipackzettel empfohlenen Impfabstände nicht verändert werden. Dabei ist für den Aufbau eines langandauernden Impfschutzes im Rahmen der Grundimmunisierung besonders wichtig, dass der Mindestzeitraum zwischen vorletzter und letzter Impfung nicht unterschritten wird, da dieser den langdauernden Immunschutz sichert. Sollten besondere Umstände die Einhaltung der Abstände nicht erlauben, kann nach Abschluss der Impfreihe unter besonderen Bedingungen die Wirksamkeit kontrolliert werden. Es ist jedoch zu beachten, dass bei erheblichen Veränderungen des vom Hersteller angegebenen Impfschemas nicht sicher von einem umfassenden Schutz ausgegangen werden kann.

Stand: 14.12.2012

Kann der Impfstoff gewechselt werden?

Vor der Zulassung eines Impfstoffes wird dessen immunologische und epidemiologische Wirksamkeit in Studien getestet. Diese Untersuchungen beziehen sich auf das angewandte Impfschema und den mit diesem Schema getesteten Impfstoff. Eine Immunisierung bei gemischter Verwendung vergleichbarer, nicht identischer Impfstoffe wird dagegen nicht getestet. Um eine optimale Schutzwirkung zu erzielen, sollte ein Wechsel des Impfstoffes während der Grundimmunisierung deshalb möglichst vermieden werden.

Stand: 14.12.2012

Welche Abstände sind zwischen Impfungen einzuhalten?

Grundsätzlich gilt: Lebendimpfstoffe (abgeschwächte, vermehrungsfähige Viren oder Bakterien, z.B. Masern-, Mumps-, Röteln- und Varizellen-Kombinationsimpfstoff oder Rotavirus-Impfstoff) können simultan, also gleichzeitig verabreicht werden. Werden sie nicht simultan verabreicht, ist in der Regel ein Mindestabstand von vier Wochen einzuhalten. Bei der Anwendung von Totimpfstoffen ist eine Einhaltung von Mindestabständen - auch zu Lebendimpfstoffen - nicht erforderlich. Im (seltenen) Fall einer akuten Impfreaktion sollte die Symptomatik vor einer erneuten Impfung abgeklungen sein.

Eine Unterschreitung der empfohlenen Impfabstände sollte nicht erfolgen, da sonst die Wirksamkeit des Impfstoffs bzw. der Impfstoffe nicht gewährleistet ist. Eine Überschreitung der Abstände ist bei den meisten Impfungen nicht problematisch, verzögert aber den Aufbau der Immunität.

Stand: 14.12.2012

Gemäß den Empfehlungen der STIKO sollen Impfungen zum frühestmöglichen Zeitpunkt durchgeführt werden um die meisten zu erwartenden Krankheitskomplikationen zu verhüten; werden Säuglinge hiermit nicht zu früh vermeidbaren Risiken ausgesetzt?

Gerade die frühzeitige Impfung stellt den sicheren Schutz vor lebens­be­droh­lichen Erkrankungen im Säuglingsalter dar. Die Wirksamkeit und ins­be­son­dere die Sicherheit von Impfstoffen, die Säuglingen verabreicht werden, steht seit Jahrzehnten im Vordergrund des Interesses. Moderne Impfstoffe sind sicher und nebenwirkungsarm. Ein Impfstoff wird aus mehreren Komponenten zusammengesetzt: Zum einen die Impfantigene selbst, zum anderen aber weitere Verbindungen, die den Impfstoff in seiner Wirksamkeit und in seiner Sicherheit unterstützen. In einigen Impfstoffen sind Mittel wie Quecksilber- oder Aluminiumverbindungen enthalten, die in wesentlich größeren Mengen als in den Impfstoffen enthalten, theoretisch eine Gefährdung für den Impfling darstellen könnten. Impfstoffe werden jedoch sowohl vor der Zulassung als auch in der breiten Anwendung in großen wissenschaftlichen Studien geprüft, und es haben sich bisher keine negativen Wirkungen solcher zusätzlichen Stoffe gezeigt. Dennoch liegt das besondere Augenmerk bei der Fort­ent­wick­lung von Impfstoffen auf der Herstellung von Impfstoffen ohne solche adju­van­ten Stoffe. So stehen viele der für die Kinderimpfung notwendigen Impfstoffe inzwischen auch als quecksilberfreie Zubereitung zur Verfügung. Die beiden Kombinationsimpfstoffe, die eine gleichzeitige Anwendung der 6 im Kindesalter empfohlenen Regelimpfungen ermöglichen, sind quecksilberfrei. In seltenen Fällen können Säuglinge und Kinder auf diese Zusatzstoffe allergisch reagieren. Es gibt jedoch bisher keine Hinweise darauf, dass durch Impfungen die Entwicklung einer späteren Allergie gefördert wird.

Bezüglich des Immunsystems von sehr jungen Säuglingen gilt es zu berücksichtigen, dass dieses Immunsystem sich täglich mit einer Vielzahl von Antigenen aus der Umwelt auseinandersetzt und genau diese Auseinandersetzung mit Antigenen aus der natürlichen Umwelt eine Stimulation des Immunsystems ermöglicht. Diese Fähigkeit des Immunsystems nutzen Impfungen, indem in kontrollierter, dosierter Form Antigene verabreicht werden, so dass das Immunsystem in der Lage ist, für einen frühzeitigen Schutz zu sorgen, ohne dass hierbei die Komplikationen durch die natürliche Erkrankungen in Kauf genommen werden müssen.

Stand: 02.10.2003

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