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Ist es ratsam, Patienten mit Multipler Sklerose (MS) oder anderen demyelinisierenden neurologischen Erkrankungen zu impfen?

Prinzipiell ist eine Erkrankung an MS keine Kontraindikation zur Durchführung einer Impfung. Nach Impfungen von MS Patienten gegen Tetanus, Influenza sowie Hepatitis B wurde kein Unterschied im weiteren Krankheitsverlauf der MS zwischen Geimpften und Nicht-Geimpften beobachtet.

Theoretisch sind durch Impfungen jedoch Modulationen im Immunsystem möglich, weshalb die Möglichkeit der Auslösung eines Krankheitsschubes von Autoimmunerkrankungen bzw. Erkrankungen, bei denen das Immunsystem eine Rolle spielt, durch Impfungen theoretisch nicht ausgeschlossen werden kann. In bisherigen Studien konnte ein solcher Zusammenhang aber nicht belegt werden. Da virale Infektionen nachweislich ein Trigger für MS-Schübe sein können, erscheint der Nutzen von Impfungen mit Totimpfstoffen grundsätzlich größer als jedes theoretische Risiko. Aus dem o.g. Grund wird aber empfohlen, virale Lebendimpfstoffe nur nach sorgfältiger Nutzen-Risikoabwägung zu verabreichen.

Die STIKO empfiehlt den Patienten mit MS neben den Standardimpfungen ausdrücklich die Influenzaimpfung wenn die Schübe ihrer MS-Erkrankung durch Infektionen getriggert werden. (Die ausführliche Begründung ist unter Infektionsschutz > Impfen > Empfehlungen der STIKO > Begründungen einzusehen.)

Stand: 14.12.2012

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