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Antworten auf häufig gestellte Fragen zu Ebola

Stand: 17.5.2017

Was ist Ebola?

Ebola ist eine seltene und lebensbedrohliche Infektionskrankheit. Sie gehört zu den viralen hämorrhagischen Fiebererkrankungen (VHF) und wird durch das Ebolavirus (EV) verursacht. In der Fachliteratur gängige Bezeichnungen für Ebola sind Ebola Virus Disease (EVD) und Ebolafieber.
Die Gattung Ebolavirus gehört zur Familie der Filoviren und wird in fünf Arten unterteilt: Zaire, Sudan, Taï Forest, Bundibugyo und Reston. Reston ist als einzige Art für Menschen in der Regel nicht gefährlich. Der große Ausbruch 2014/2015 in Westafrika wurde durch das Zaire-Ebolavirus verursacht.

Stand: 17.05.2017

In welchen Ländern kommt Ebola vor?

Ebolafieber ist bisher ausschließlich in Afrika südlich der Sahara aufgetreten. Zwischen 1976 – als das Ebolavirus in Zaire, der heutigen Demokratischen Republik Kongo, entdeckt wurde – und 2014 sind Ausbrüche in Zentralafrika registriert worden, darunter wiederholt in der Demokratischen Republik Kongo, in Gabun, der Republik Kongo, im heutigen Südsudan und in Uganda. Der Ausbruch 2014/2015 dagegen betraf insbesondere die westafrikanischen Länder Guinea, Sierra Leone und Liberia. Davon ausgehend wurden auch Erkrankungen u.a. in Mali und Nigeria verzeichnet. Während der Ebolafieber-Epidemie in Westafrika wurden auch einzelne Fälle in die USA und nach Europa importiert (siehe auch: Informationen zum Ebolafieber-Ausbruch in Westafrika 2014/2015: Fälle von Ebolafieber in anderen Staaten).

Stand: 17.05.2017

Was sind die Symptome einer Ebolafieber-Erkrankung?

Die Frühsymptome sind unspezifisch und ähneln einem grippalen Infekt: Fieber, Unwohlsein, Müdigkeit, Gliederschmerzen. Nach 3 bis 10 Tagen können Schmerzen im Oberbauch, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall hinzukommen. Im Krankheitsverlauf können weitere Symptome auftreten: Rötung der Bindehaut, Kopf- und Brustschmerzen, Gelenk- und Muskelschmerzen, Schluckbeschwerden, innere und äußere Blutungen (Hämorrhagien), Delirium und Atemnot. Nach Genesung kann in Einzelfällen ein Post-Ebola-Syndrom mit verschiedenartigen Symptomen (u.a. Muskel- und Gelenkschmerzen sowie durch Beteiligung des zentralen Nervensystems bedingte Symptome) auftreten.

Stand: 17.05.2017

Gibt es eine Impfung gegen Ebola?

Ein zugelassener Impfstoff steht für Reisende noch nicht zur Verfügung. Gegen Ende des Ausbruchs 2014/2015 wurden zwei Impfstoffkandidaten erfolgreich im Rahmen von Studien eingesetzt. Sie können hoffentlich in Zukunft zur Eindämmung und bestenfalls Verhinderung von Ausbrüchen genutzt werden.

Stand: 17.05.2017

Wie hoch ist die Sterblichkeit?

Abhängig vom für den Ausbruch verantwortlichen Virus verläuft die Erkrankung in 30 bis 90% der Fälle tödlich. Beim Ausbruch 2014/2015 in Westafrika lag die Sterblichkeit im Durchschnitt bei 63%. Die Qualität der medizinischen Versorgung und wie frühzeitig ein Patient medizinisch versorgt wird, hat dabei einen Einfluss auf die Sterblichkeit.

Stand: 17.05.2017

Wie wird Ebola übertragen?

Das Ebolavirus wird von Mensch zu Mensch übertragen. Die Übertragung erfolgt durch direkten körperlichen Kontakt zu Ebolafieber-Patienten oder -Verstorbenen, insbesondere durch direkten Kontakt mit deren Körperflüssigkeiten, z.B. Blut, Speichel, Schweiß, Urin, Stuhl oder Erbrochenem. Mit dem Ebolavirus infizierte Menschen sind jedoch erst dann ansteckend, wenn sie Krankheitssymptome zeigen (siehe auch: Was sind die Symptome einer Ebolafieber-Erkrankung?). Je stärker die Symptome im Krankheitsverlauf werden, umso stärker ist die Ansteckungsgefahr.
Eine Übertragung ist für eine gewisse Zeit auch über Gegenstände möglich, die mit infektiösen Flüssigkeiten in Kontakt gekommen sind, z.B. Nadeln, Operationsbesteck, Kleidung oder Bettwäsche.
Auch bei Kontakt mit infizierten Tieren oder infektiösen Tierprodukten kann das Ebolavirus auf den Menschen übertragen werden, zum Beispiel bei der Jagd oder bei der Schlachtung, Zubereitung und dem Verzehr von infizierten Wildtieren (sogenanntes „Bushmeat“) aus betroffenen Gebieten.
Für eine Übertragung durch die Luft im Sinne einer Aerosolübertragung gibt es keinerlei Hinweise.

Stand: 17.05.2017

Ist das Reservoir für das Ebolavirus bekannt?

Man nimmt an, dass Flughunde oder Fledermäuse das Reservoir für das Ebolavirus bilden. Allerdings ist diese Frage noch nicht abschließend geklärt.
Für den Ausbruch 2014/2015 in Westafrika gibt es Hinweise, dass die Fledermaus-Art Mops condylurus eine mögliche Wildtier-Quelle für das Ebolavirus ist. Ein Wissenschaftlerteam unter Federführung des Robert Koch-Instituts konnte die Erbsubstanz der Mops condylurus im Umfeld des Indexfalls, also des wahrscheinlich ersten dort an Ebolafieber Erkrankten, nachweisen (Investigating the zoonotic origin of the West African Ebola epidemic, EMBO Molecular Medicine, Januar 2015).

Stand: 17.05.2017

Wie hoch ist das Risiko, sich bei erkrankten Personen anzustecken?

Sehr hohe Ansteckungsgefahr besteht nur bei ungeschütztem direktem Kontakt mit Körperflüssigkeiten und Körperausscheidungen von Ebolafieber-Patienten und -Verstorbenen, z.B. Blut, Speichel, Schweiß, Urin, Stuhl oder Erbrochenem. Daher sind bei Pflege-, Behandlungs- und Bestattungstätigkeiten ausreichende Schutzmaßnahmen zu treffen. Auch allgemeine Hygienemaßnahmen, insbesondere Händehygiene, sind von besonderer Bedeutung. Eine Übertragung durch die Luft (Aerosolübertragung) wie etwa bei Influenzaviren findet nicht statt. Aufgrund der sehr hohen Sterblichkeit müssen dennoch höchste Sicherheitsvorkehrungen beim Umgang mit Erkrankten und Verstorbenen getroffen werden (siehe auch: Ebola wird nicht aerogen übertragen, warum wird dennoch die Atemluft der Ärzte und Pfleger auf der Isolierstation gefiltert?)

Stand: 17.05.2017

Wer hat das größte Risiko, sich mit Ebolafieber anzustecken?

Hauptsächlich Menschen, die direkten ungeschützten Kontakt mit Ebolafieber-Patienten bzw. -Verstorbenen oder deren Körperflüssigkeiten hatten, gehören zur Risikogruppe. Ohne ausreichenden Schutz sind neben medizinischem Personal vor allem pflegende Familienangehörige und Bestattungspersonal betroffen. Auch Laborpersonal, das mit Probenmaterial von Ebolafieber-Patienten gearbeitet hat, oder Menschen, die mit Ebolavirus-infizierten Tieren oder Tierprodukten Kontakt hatten, können betroffen sein, wenn keine ausreichenden Schutzmaßnahmen getroffen wurden (siehe auch: Welche Angaben sollten vom behandelnden Arzt erhoben werden?).

Stand: 17.05.2017

Wie lange dauert die Inkubationszeit?

Die Inkubationszeit beträgt zwischen 2 und 21 Tagen, im Mittel 8 bis 9 Tage.

Stand: 17.05.2017

Wie lange besteht Ansteckungsgefahr?

Einige Tage nach Abklingen der Symptome gelten Patienten als nicht mehr ansteckend. Übertragungen durch Sperma beim Geschlechtsverkehr sind noch mehrere Monate lang möglich. Die Betroffenen müssen darüber aufgeklärt und zu erforderlichen Präventionsmaßnahmen beraten werden.
Es gibt Hinweise darauf, dass nach Genesung auch im Fruchtwasser, in der Muttermilch, im Kammerwasser des Auges und im Hirnwasser (Liquor) Ebolaviren wochen- oder gar monatelang überdauern können. Siehe auch: Sind Menschen, die eine Ebolavirus-Infektion überstehen, danach gegen die Erkrankung geschützt?

Stand: 17.05.2017

Sind Menschen, die eine Ebola-Infektion überstehen, danach vor der Erkrankung geschützt?

Die wenigen zu dieser Frage existierenden Studienergebnisse deuten darauf hin, dass eine durchgemachte Ebolafieber-Erkrankung zu einer längeren, vermutlich Jahre anhaltenden Immunität führt. Die angenommene Immunität besteht möglicherweise nur gegen den spezifischen Ebolavirus-Stamm, der die Erkrankung verursacht hat. Personen, die ein Ausbruchsgeschehen überlebt haben, sind also möglicherweise nicht sicher vor einer Infektion mit anderen Ebolavirus-Stämmen geschützt. Für eine abschließende Aussage ist die aktuelle Datenlage jedoch zu gering. Überlebende, die später Kontakt zu Ebolafieber-Erkrankten haben, müssen trotzdem Schutzmaßnahmen ergreifen, allein schon deshalb, damit sie keine Erreger des Erkrankten über ihre Kleidung oder Haut verschleppen.

Stand: 17.05.2017

Besteht die Gefahr sich über importierte Lebensmittel oder Gegenstände mit Ebola anzustecken?

Eine Infektion über importierte Waren ist sehr unwahrscheinlich, da im Vorfeld eine Kontamination mit Körperflüssigkeiten erkrankter Personen stattgefunden haben und das Virus nach dem weiten Transportweg noch aktiv sein müsste. Dem Robert Koch-Institut sind keine Infektionen durch importierte Gegenstände oder Lebensmittel bekannt. Grundsätzlich sind Ebolaviren als behüllte Viren relativ empfindlich gegenüber Austrocknung und daher auf trockenen Oberflächen nur wenige Tage infektiös. Unabhängig davon hat das Robert Koch-Institut keine Aufgaben im Bereich Import von Lebensmitteln oder Gegenständen. Nachfragen hierzu sollten an das Bundesinstitut für Risikobewertung oder bei Fragen des Arbeitsschutzes an die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) gerichtet werden.

Stand: 17.05.2017

Besteht die Gefahr, sich über Haustiere mit Ebola zu infizieren?

Es gibt keine Hinweise, dass das Ebola-Virus in vergangenen Ausbrüchen von infizierten Haustieren auf den Menschen übertragen worden wäre.

Stand: 17.05.2017

Was müssen Reisende beachten?

Das Auswärtige Amt informiert auf seinen Internetseiten über medizinische Risiken im Ausland. Es stellt Hinweise zu Ländern und Merkblätter zu Krankheiten zur Verfügung. Eine individuelle Beratung Reisender bieten neben spezialisierten niedergelassenen Ärzten insbesondere Tropeninstitute und teilweise Gesundheitsämter an.

Stand: 17.05.2017

Was würde passieren, wenn bei einem Fluggast ebolafiebertypische Symptome auftreten?

Wenn bei einem Flugreisenden während des Fluges ebolatypische Symptome auftreten, muss der Pilot dies gemäß dem Gesetz zur Durchführung der Internationalen Gesundheitsvorschriften (IGV-DG) der Flugverkehrskontrollstelle melden; diese informiert den Zielflughafen und das Gesundheitsamt. Das zuständige Gesundheitsamt kann anordnen, dass das Flugzeug einen gemäß IGV-DG benannten Flughafen ansteuern muss, der für infektiologische Gefahrenlagen besonders vorbereitet ist (ehem. "Sanitätsflughafen"). Dort würde der Patient isoliert und von einem Arzt des zuständigen Gesundheitsamts befragt werden. Bei Erhärtung des Verdachts auf Ebolafieber würde der Reisende zur Diagnostik und Behandlung in eine Sonderisolierstation gebracht. Gleichzeitig würden Personen, die in engem Kontakt mit solchen Patienten waren (Sitznachbarn und Personen, die den Patienten direkt betreut haben), vom Gesundheitsamt registriert und über das weitere Vorgehen aufgeklärt werden (insbesondere Selbstbeobachtung auf Krankheitssymptome innerhalb der nächsten 21 Tage).

Stand: 17.05.2017

Wie wahrscheinlich ist es, dass Ebolafieber in Deutschland auftritt?

Ebolafieber tritt in Deutschland natürlicherweise nicht auf. Die Erfahrung mit dem Ebolafieber-Ausbruch 2014/2015 in Westafrika hat gezeigt, dass das Risiko der Einreise eines Ebolavirus-Infizierten nach Deutschland selbst dann sehr gering ist, wenn afrikanische Großstädte mit internationalen Flugverbindungen von einem Ausbruch betroffen sind. 2014/2015 haben nur ganz vereinzelt Personen mit einer Ebolavirus-Infektion die betroffenen westafrikanischen Länder mit dem Flugzeug verlassen können.
Prinzipiell allerdings kann nicht ausgeschlossen werden, dass im Einzelfall eine infizierte Person in der Zeit zwischen Ansteckung und dem ersten Auftreten von Krankheitszeichen (Inkubationszeit) auch nach Deutschland reisen könnte, und dass eine geringe Anzahl von Sekundärinfektionen im engen Umfeld solcher Personen auftreten könnten (siehe auch: Was würde passieren, wenn ein Ebolafall in Deutschland auftritt? und Was würde passieren, wenn bei einem Fluggast ebolatypische Symptome auftreten?).
Eine Weiterverbreitung des Ebolavirus in der deutschen Bevölkerung wäre auch im Falle des Auftretens weniger Ebolafieber-Fälle trotzdem praktisch auszuschließen, da in Deutschland alle Voraussetzungen zur stringenten Unterbrechung von Infektionsketten und zur sicheren Versorgung Betroffener gegeben sind.

Stand: 17.05.2017

Was würde passieren, wenn ein Ebolafieber-Fall in Deutschland auftritt?

Die Behandlung eines an Ebolafieber erkrankten Patienten würde in Deutschland in einer extra hierfür konzipierten Sonderisolierstation des STAKOB (www.stakob.rki.de) erfolgen. In Deutschland besteht ein Netzwerk solcher Sonderisolierstationen, die sowohl von der medizinischen Expertise als auch von den technischen Voraussetzungen für die Behandlung von Erkrankungen wie Ebolafieber ausgelegt sind. Das dortige Personal ist speziell ausgebildet, trägt spezielle Schutzkleidung und trainiert regelmäßig die Versorgung von Patienten unter Isolationsbedingungen. Kontaktpersonen des/der Erkrankten würden für die Dauer der Inkubationszeit durch das zuständige Gesundheitsamt überwacht werden, um bei der Entwicklung von Krankheitssymptomen frühzeitig weitere diagnostische und ggf. benötigte Behandlungsmaßnahmen einleiten zu können.

Stand: 17.05.2017

Was sollte ein Patient tun, der Ebolafieber bei sich vermutet?

Der Patient sollte telefonisch Kontakt mit einem Arzt aufnehmen, auf den Ebolafieber-Verdacht hinweisen und die aufgetretenen Symptome beschreiben, sowie die Reiseorte und Reisedauer nennen. Dann wird der Arzt das weitere Vorgehen mit dem Patienten besprechen. Selbst bei einer Reise innerhalb der letzten drei Wochen in ein Ebolafieber-Ausbruchsgebiet ist die Wahrscheinlichkeit einer Ebolavirus-Infektion sehr gering, wenn kein enger Kontakt mit einer an Ebolafieber erkrankten oder verstorbenen Person bestand.

Stand: 17.05.2017

Was sollte ein Arzt bei einem Verdacht auf Ebolafieber tun?

Bei Verdacht auf eine Infektion mit dem Ebolavirus ist das zuständige Gesundheitsamt zu informieren (nachts und am Wochenende ggf. über Rettungsleitstelle). Darüber hinaus sollte eine Kontaktaufnahme mit dem zuständigen STAKOB-Zentrum erfolgen. Die Kontaktdaten der STAKOB-Zentren (nur für Fachpersonal!) finden Sie unter www.stakob.rki.de. Meist können Verdachtsfälle bereits im Telefonat mit einem STAKOB-Zentrum oder dem Gesundheitsamt ausgeschlossen werden.
Der Patient bleibt vorerst vor Ort, z.B. zu Hause, wenn es der Zustand erlaubt, oder auf der Krankenhausstation in Isolation. Bis eine Klärung des Verdachtes erfolgen konnte, sollte keine Einweisung in eine Rettungsstelle erfolgen; Transporte sollten, wenn möglich, vermieden werden. Ist der Verdacht begründet, finden Sie hier eine Orientierungshilfe für Fachpersonal mit entsprechenden Empfehlungen. Siehe auch: Wann ist ein Verdacht auf Ebolafieber begründet?

Stand: 17.05.2017

Wann ist ein Ebolafieberverdacht begründet?

Ein begründeter Verdacht auf eine Ebolafieber-Erkrankung liegt nur bei Personen vor, die in den letzten 21 Tagen aus Gebieten mit Ebolafieber-Erkrankungen eingereist sind, mindestens Fieber oder erhöhte Temperatur mit Ebolafieber-typischen Begleitsymptomen haben UND vor Ort Kontakt zu Ebolafieber-Erkrankten oder -Verstorbenen, mit deren Körperflüssigkeiten oder mit kranken Wildtieren gehabt haben.
In Ausbruchssituationen gibt das RKI eine aktuelle Hilfestellung für Ärzte in Deutschland heraus, zur Abklärung, ob ein begründeter Ebolafieber-Verdachtsfall vorliegt ("Flussschema"). Es ist dann unter www.rki.de/ebola abrufbar.

Stand: 17.05.2017

Welche Angaben sollten vom behandelnden Arzt zur Abklärung eines Ebolafieber-Verdachtsfalls erhoben werden?

  • Name und Alter des Patienten
  • Genaue Angaben über Beschwerden/Symptome und deren Beginn und Schwere
  • Angabe von Vorerkrankungen und Medikamenteneinnahme, z.B. Impfungen und Malariaprophylaxe (schließt eine Malaria nicht grundsätzlich aus)
  • Genauer Zeitraum des Aufenthaltes in einem Ebolafieber-Ausbruchsgebiet
  • Art und Ort der Unterkunft
  • Genaue Angabe der Reiseroute
  • Aufenthalt in (Fledermaus-)Höhlen
  • Berufliche Tätigkeiten in Laboren
  • Weitere Angaben zum Aufenthalt, z.B. Tourismus, Besuch bei Verwandten, berufliche Tätigkeit im Ausbruchsgebiet
  • Kontakt zu Wildtieren, Verzehr von Wildtierfleisch
  • Erkrankte Personen im Umfeld, Beerdigungen

Stand: 17.05.2017

Wie wird Ebolafieber diagnostiziert?

Die Diagnose erfolgt molekulargenetisch (PCR). Serologische Verfahren zum Antigen- und Antikörper-Nachweis sowie die Virusisolierung in Zellkultur können zur Bestätigung dienen. Die Virusanzucht wird nur von wenigen Laboren und nur unter höchsten Sicherheitsstandards durchgeführt. Entsprechende Labore in Deutschland befinden sich in Hamburg und Marburg. Inaktivierte Proben können für eine Erstdiagnostik auch im Robert Koch-Institut oder dem Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr in München analysiert werden, sowie in einer Reihe weiterer Labore. Zu berücksichtigen ist, dass ein Nachweis des Ebolavirus unter Umständen erst am dritten Tag nach Beginn der Krankheitssymptome gelingen kann, was gegebenenfalls eine Wiederholung des Tests erfordert. Eine präventive Diagnostik vor Beginn der Krankheitssymptome ist nicht sinnvoll.

Stand: 17.05.2017

Welche Krankheit muss differentialdiagnostisch ausgeschlossen werden?

Bei allen Patienten, die aus Ebolafieber-Ausbruchsgebieten nach Deutschland eingereist sind, sollte vor allem eine Infektion mit dem Malariaerreger ausgeschlossen werden. In Deutschland wurden in den letzten Jahren jährlich ca. 500 bis 600 Malaria-Erkrankungen nach Aufenthalten in Afrika (nur Subsahara-Afrika) erfasst. Bei Reiserückkehrern aus Subsahara-Afrika mit Fieber sollte die Malaria-Diagnostik unverzüglich erfolgen; eine Malaria tropica muss rasch behandelt werden, da sie sonst schnell tödlich verlaufen kann.

Stand: 17.05.2017

Gibt es eine spezifische Therapie?

Es gibt keine zugelassene spezifische Therapie gegen Ebolafieber. Die Behandlung erfolgt symptomatisch; insbesondere muss der Flüssigkeits-, Elektrolyt- und Glukosehaushalt der Patienten stabil gehalten werden. Ebolafieber-Patienten müssen unter strengen Isolationsbedingungen behandelt werden; in Deutschland würden sie in die Sonderisolierstationen des STAKOB (www.stakob.rki.de) verlegt. Die Qualität der medizinischen Versorgung hat einen entscheidenden Einfluss auf die Sterblichkeit. Einige wenige spezifische Therapieansätze befinden sich in verschiedenen Stadien der klinischen Prüfung. Ihr Einsatz erfolgt bisher ausschließlich experimentell.

Stand: 17.05.2017

Ebola wird nicht aerogen übertragen, warum wird dennoch die Atemluft der Ärzte und Pfleger auf Isolierstationen gefiltert?

Sonderisolierstationen sind konzipiert zur Versorgung und Behandlung von Patienten mit verschiedenen hochansteckenden und lebensbedrohlichen Infektionserkrankungen. Nicht alle Erreger dieser Krankheiten sind aerogen übertragbar. Auch das Ebolavirus verbreitet sich nicht über die Atemluft. Allerdings kann nicht ausgeschlossen werden, dass beim Freiwerden von Körperflüssigkeiten, z.B. durch Erbrechen, infektiöse Aerosole bzw. Tröpfchen entstehen. Deswegen ist aus präventiver Sicht das Tragen von Atemschutz bei der Behandlung symptomatischer Ebola-Patienten erforderlich.
Auf Sonderisolierstationen werden für alle dort zu behandelnden lebensbedrohlichen Infektionserkrankungen dieselben Sicherheitsmaßnahmen angewendet. Diese bieten ein hohes Schutzniveau für die Beschäftigten, die in den erforderlichen Schutzmaßnahmen unterwiesen und gut geschult sind. Die Ärzte und Pfleger tragen einen Ganzkörper-Schutzanzug mit eigener Luftzufuhr – diese sind bei der Arbeit wesentlich angenehmer zu tragen als Schutzkleidung ohne Luftgebläse.

Stand: 17.05.2017

Könnte das Ebolavirus durch Mutationen zukünftig auch über die Luft übertragen werden?

Niemand kann vorhersagen, welche Mutationen im Erbgut eines Virus in Zukunft tatsächlich auftreten und ob diese zu einer veränderten Übertragbarkeit führen. Das Ebolavirus wird seit dem ersten Bekanntwerden größerer Ausbrüche im Jahr 1976 untersucht. Bisher ergaben sich dabei keine Hinweise, dass Mutationen im Erbgut zu einem veränderten Übertragungsweg des Ebolavirus geführt hätten.

Stand: 17.05.2017

Was passiert mit Abfällen und dem Abwasser, welche bei der Versorgung von Ebolafieber-Patienten entstehen?

Ein Patient mit begründetem Ebolafieber-Verdacht wird auf eine Sonderisolierstation verlegt. Dort werden alle anfallenden Abfälle und das Abwasser vor der Entsorgung sicher inaktiviert. Bei der initialen Versorgung eines Ebolafieber-Verdachtsfalls außerhalb von Sonderisolierstationen – beispielsweise weil er noch nicht auf eine Sonderisolierstation verlegt wurde – können Urin und Stuhl über eine separat genutzte Toilette in das normale Abwassersystem entsorgt werden. Es ist von einem starken Verdünnungseffekt auszugehen, wenn die Exkrete in die Kanalisation eingeleitet werden. Zudem können Ebolaviren – bei denen es sich um behüllte Viren handelt – in der Kanalisation nicht lange überdauern. Andere anfallende Abfälle werden gesammelt, sicher verpackt und vor Ort oder in Sonderabfallverbrennungsanlagen thermisch inaktiviert (siehe auch Maßnahmen zur Desinfektion und Abfall-/Abwasserentsorgung im Zusammenhang mit einem begründeten Ebolafieber-Verdachtsfall in Deutschland).

Stand: 17.05.2017

Wer steht als Ansprechpartner für fachliche Fragen zur Verfügung?

  • Meldewesen / Klinische Diagnostik / Infektionsepidemiologie:

Die Gesundheitsämter sind für das seuchenhygienische Management zuständig und sofort über einen begründeten Verdachtsfall zu informieren. Für spezielle Fragestellungen gibt es in Deutschland ein Netzwerk von Kompetenz- und Behandlungszentren (STAKOB), die auf den Umgang mit hochkontagiösen, lebensbedrohlichen Infektionskrankheiten spezialisiert sind. Die Geschäftsstelle befindet sich im Robert Koch-Institut. Für die Beratung bei speziellen infektionsepidemiologischen Fragestellungen, z.B. der Besprechung möglicher Verdachtsfälle, steht im Robert Koch-Institut ausschließlich für die Fachöffentlichkeit eine 24-stündige Rufbereitschaft zur Verfügung, die über die Telefonzentrale erreichbar ist.

  • Labordiagnostik:

Erste Ansprechpartner für Fragen zur Diagnostik sind das Bernhard-Nocht-Institut in Hamburg (BNI) als Nationales Referenzzentrum für tropische Infektionserreger und das Institut für Virologie der Universität Marburg als Konsiliarlabor für Filoviren. Für Notfälle existiert ein 24-stündiger Notdienst, der beim BNI über die Telefonzentrale erreichbar ist, die Telefonnummer der Marburger Virologie ist auf deren Internetseiten abrufbar.

Stand: 17.05.2017

Wo findet man Informationen für Bürger?

Informationen rund um das Thema Ebolafieber für Bürger gibt es auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Darüber hinaus steht das Bürgertelefon des BMG für Auskünfte zur Verfügung.

Stand: 17.05.2017

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