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Antworten auf häufig gestellte Fragen zu Ebola

Stand: 18.12.2015

Was ist Ebola?

Ebola ist eine seltene und lebensbedrohliche Infektionskrankheit. Sie gehört zu den sogenannten viral hämorrhagischen Fiebererkrankungen (VHF) und wird durch das Ebolavirus (EV) verursacht. In der Fachliteratur gängige Bezeich­nun­gen für Ebola sind Ebola Virus Disease (EVD) und Ebola Hämorrhagisches Fieber (Ebola HF).
Die Gattung Ebolavirus wird in fünf Virus-Arten unterteilt: Zaire, Sudan, Taï Forest, Bundibugyo und Reston. Reston ist als einzige Gattung nicht humanpathogen. Beim aktuellen Ausbruch in Westafrika handelt es sich um das Zaire-Ebolavirus.

Stand: 13.08.2014

Ist das Reservoir für das Ebolavirus bekannt?

Man nimmt an, dass Flughunde, aber auch Fledermäuse das Reservoir für das Ebolavirus bilden. Allerdings ist diese Frage noch nicht abschließend geklärt.

Für den aktuellen Ausbruch in Westafrika gibt es Hinweise, dass die Fledermaus-Art Mops condylurus eine mögliche Wildtier-Quelle für das Ebolavirus ist. Ein Wissenschaftlerteam unter Federführung des Robert Koch-Instituts konnte die Erbsubstanz des Mops condylurus im Umfeld des Indexfalls, also des wahrscheinlich ersten an Ebolafieber Erkrankten, nachweisen (Investigating the zoonotic origin of the West African Ebola epidemic, EMBO Molecular Medicine, Januar 2015).

Stand: 12.01.2015

In welchen Ländern ist Ebola endemisch und welche Länder sind aktuell betroffen?

Das Ebolafieber ist bisher ausschließlich in Afrika südlich der Sahara aufgetreten. Der Ausbruch 2014/2015 in Westafrika betraf insbesondere Guinea, Sierra Leone und Liberia. Welche Gebiete aktuell betroffen sind, können den Situationsberichten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) entnommen werden.

Weitere Informationen zum aktuellen Ebolafieber-Ausbruch finden Sie bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sowie beim European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC).

Stand: 18.12.2015

Wie wird Ebola übertragen?

Das Ebolavirus kann von Mensch zu Mensch übertragen werden. Die Übertragung erfolgt über direkten körperlichen Kontakt zu Ebolafieber-Patienten oder -Verstorbenen, insbesondere durch direkten Kontakt mit deren Körper­flüs­sig­keiten, z.B. Blut, Speichel, Schweiß, Urin, Stuhl oder Erbrochenem, und nicht-intakter Haut oder Schleimhäuten. Bevor Symptome auftreten, sind mit dem Ebolavirus infizierte Menschen nicht ansteckend.
Eine Übertragung ist auch über Gegenstände möglich, die mit infektiösen Flüssigkeiten in Kontakt gekommen sind, z.B. Nadeln, Operationsbesteck, Kleidung oder Bettwäsche.
Auch bei Kontakt mit infizierten Tieren oder infektiösen Tierprodukten kann das Ebolavirus auf den Menschen übergehen, z.B. bei der Jagd oder bei der Schlachtung und Zerlegung von Wildtieren aus betroffenen Gebieten (sogenanntes „Bushmeat“).
Für eine Übertragung durch die Luft im Sinne einer Aerosolübertragung beim Menschen gibt es keinerlei Hinweise.

Siehe auch:

Stand: 12.01.2015

Könnte das Ebolavirus durch Mutationen zukünftig auch aerogen übertragbar werden?

Grundsätzlich kann nicht vorhergesagt werden, welche Mutationen im Erbgut eines Virus in Zukunft tatsächlich auftreten und ob diese zu einer veränderten Übertragbarkeit führen. Jedoch wird das Ebolavirus seit dem ersten Bekannt­werden größerer Ausbrüche im Jahr 1976 untersucht. Bisher ergaben sich dabei keine Hinweise, dass Mutationen im Erbgut zu einem veränderten Über­tragungs­weg des Ebolavirus geführt hätten.

Stand: 17.11.2014

Wie lange ist die Inkubationszeit?

Die Inkubationszeit beträgt zwischen 2 und 21 Tagen, im aktuellen Ausbruch in Westafrika im Mittel 11 Tage.

Stand: 17.11.2014

Wie hoch ist das Risiko, sich bei erkrankten Personen anzustecken?

Sehr hohe Ansteckungsgefahr besteht nur bei ungeschütztem direktem Kontakt mit Körperflüssigkeiten und Körperausscheidungen von Ebolafieber-Patienten und -Verstorbenen, z.B. Blut, Speichel, Schweiß, Urin, Stuhl oder Erbrochenem. Daher sind bei Pflege-, Behandlungs- und Bestattungstätigkeiten ausreichende Schutz­maßnah­men zu treffen. Auch allgemeine Hygienemaßnahmen, ins­be­son­dere Händehygiene, sind von besonderer Bedeutung. Der Übertragungsweg durch die Luft im Sinne einer Aerosolübertragung wie bei Influenza findet nicht statt. Aufgrund der sehr hohen Sterblichkeit sind dennoch höchste Sicherheitsvorkehrungen anzustreben. Siehe auch: Ebola wird nicht aerogen übertragen, warum wird dennoch die Atemluft der Helfer auf Isolierstationen gefiltert?

Stand: 24.09.2014

Wie lang ist die Ansteckungsgefahr?

Einige Tage nach Abklingen der Symptome gelten Patienten als nicht mehr ansteckend. Übertragungen durch Sperma beim Geschlechtsverkehr sind noch mehrere Wochen lang möglich. Die Betroffenen müssen darüber aufgeklärt und zu erforderlichen Präventionsmaßnahmen beraten werden. Siehe auch: Sind Menschen, die eine Ebolavirus-Infektion überstehen, danach gegen die Erkrankung geschützt?

Stand: 24.09.2014

Wie hoch ist die Sterblichkeit?

In 30-90% der Fälle verläuft die Erkrankung tödlich. Beim aktuellen Ausbruch in Westafrika stirbt mehr als die Hälfte der Erkrankten. Die Qualität der medizinischen Versorgung hat dabei einen Einfluss auf die Sterblichkeit.

Stand: 24.09.2014

Welches sind die Symptome?

Die Frühsymptome sind unspezifisch und ähneln einem grippalen Infekt: Fieber, Kopfschmerz, Schmerzen des Bewegungsapparats, Erbrechen, Durchfall und Schmerzen im Oberbauch. Im Verlauf können weitere Symptome hinzukommen, die jedoch nicht immer alle auftreten müssen: Interne und externe Blutungen (Hämorrhagien), welche massiv sein können, Hautausschlag, Rötung der Bindehaut, Halsschmerzen, Brustschmerzen, Schluckbeschwerden und Atemnot.

Stand: 24.09.2014

Welches ist die wichtigste Differenzialdiagnose, die ausgeschlossen werden muss?

Bei allen aus endemischen Gebieten nach Deutschland Einreisenden sollte eine Infektion mit dem Malariaerreger und dem Erreger des Denguefiebers ausgeschlossen werden. In Deutschland wurden jeweils in den Wintermonaten der Vorjahre durchschnittlich pro Monat etwa 20 Fälle von Malaria bei Reiserückkehrern alleine aus Westafrika erkannt.

Stand: 12.01.2015

Wie wird das Ebolavirus diagnostiziert?

Die Diagnose erfolgt molekulargenetisch (PCR). Auch serologische Verfahren zum Antigen- und Antikörper-Nachweis sowie die Virusisolierung in Zellkultur können zur Bestätigung dienen. Die Virusanzucht wird nur von wenigen Laboren und nur unter höchsten Sicherheitsstandards durchgeführt. Entsprechende Labore in Deutschland befinden sich in Hamburg und Marburg. Inaktivierte Proben können für eine Ausschlussdiagnostik auch im Robert Koch-Institut oder dem Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr in München analysiert werden. Zu berücksichtigen ist, dass ein Nachweis des Ebolavirus in Abhängigkeit vom Testverfahren und der Qualität der Probe teilweise erst am dritten Tag nach Beginn der Krankheitssymptome gelingen kann. Eine präventive Diagnostik vor Beginn der Krankheitssymptome ist nicht sinnvoll.

Stand: 24.09.2014

Gibt es eine spezifische Therapie?

Es gibt keine zugelassene spezifische Therapie. Die Behandlung erfolgt daher ausschließlich symptomatisch, die Qualität der medizinischen Versorgung hat einen Einfluss auf die Sterblichkeit. Die wenigen spezifischen Therapieansätze sind experimentell. Das gleiche gilt für die Postexpositionsprophylaxe.

Stand: 24.09.2014

Sind Menschen, die eine Ebola-Infektion überstehen, danach gegen die Erkrankung geschützt?

Die wenigen zu dieser Frage existierenden Studienergebnisse deuten darauf hin, dass eine durchgemachte und überlebte Ebolafieber-Erkrankung zu einer längeren, vermutlich Jahre anhaltenden Immunität führt. Die angenommene Immunität besteht möglicherweise nur gegen den spezifischen Ebolavirus-Stamm, der die Erkrankung verursacht hat. Personen, die ein Aus­bruchs­ge­schehen überlebt haben, sind also möglicherweise nicht sicher vor einer Infektion mit Ebolaviren anderer Stämme geschützt. Für eine abschließende Aussage ist die aktuelle Datenlage jedoch zu gering. Überlebende, die Kontakt zu Erkrankten haben, müssen in jedem Fall Schutzmaßnahmen ergreifen, um das weitere Verschleppen von Erregern über Kleidung oder Haut zu vermeiden.

Stand: 17.11.2014

Welche Präventionsmaßnahmen gibt es?

Ungeschützter direkter Kontakt zu einem Ebolafieber-Patienten oder -Verstorbenen muss strikt vermieden werden. Medizinisches Personal, welches einen begründeten Verdachtsfall (siehe Flussschema) oder einen Patienten mit bestätigter Ebolavirus-Infektion betreut, muss strenge Hygiene- und Isolationsvorschriften einhalten.

Stand: 24.09.2014

Gibt es eine effektive Impfung gegen Ebola?

Ein Impfstoff steht nicht zur Verfügung. An Impfstoffen wird geforscht.

Stand: 24.09.2014

Was müssen Reisende beachten?

Das Auswärtige Amt informiert auf seinen Internetseiten über medizinische Risiken im Ausland. Es stellt Hinweise zu Ländern und Merkblätter zu Krankheiten zur Verfügung. Hinweise für Reisende in mehreren Sprachen stellen auch der BVÖGD und das ECDC zur Verfügung. Eine individuelle Beratung Reisender bieten neben spezialisierten niedergelassenen Ärzten insbesondere Tropeninstitute und teilweise Gesundheitsämter an.

Stand: 24.09.2014

Welche Risikogruppen gibt es?

Hauptsächlich Menschen, die direkten körperlichen Kontakt mit Ebolafieber-Patienten bzw. -Verstorbenen oder deren Körperflüssigkeiten hatten, gehören zur Risikogruppe. Neben medizinischem Personal betrifft dieses Risiko v.a. pflegende Familienangehörige von Ebolafieber-Patienten ohne ausreichenden Schutz. Auch Laborpersonal, das mit Probenmaterial von Ebolafieber-Patienten gearbeitet hat, kann betroffen sein, wenn Schutzmaßnahmen gegen Ebolaviren nicht ausreichend waren. Siehe auch: Welche Angaben sollten vom behandelnden Arzt erhoben werden?

Stand: 17.11.2014

Was muss Laborpersonal beachten?

Wenn ein Arzt einen begründeten Verdacht auf Ebolafieber ausspricht, sollte die Probe an eines der beiden S4-Labore in Deutschland versendet werden. Wenn kein begründeter Verdacht vorliegt, dann kann die Probe unter den üblichen Hygienestandards bearbeitet werden.

Stand: 24.09.2014

Besteht die Gefahr sich über importierte Lebensmittel oder Gegenstände mit Ebola anzustecken?

Eine Infektion über importierte Waren ist äußerst unwahrscheinlich, da im Vorfeld eine Kontamination mit Körperflüssigkeiten erkrankter Personen stattgefunden haben und das Virus nach dem weiten Transportweg noch aktiv sein müsste. Dem Robert Koch-Institut sind keine Infektionen durch importierte Gegenstände oder Lebensmittel bekannt. Grundsätzlich sind Ebolaviren als behüllte Viren relativ empfindlich gegenüber Austrocknung etc. und auf trockenen Oberflächen nur wenige Tage infektiös. Unabhängig davon hat das Robert Koch-Institut keine Aufgaben im Bereich Import von Lebensmitteln oder Gegenständen. Nachfragen hierzu sollten an das Bundesinstitut für Risikobewertung oder bei Fragen des Arbeitsschutzes die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) gerichtet werden.

Stand: 17.11.2014

Geht von Briefen aus von Ebolafieber betroffenen Ländern ein Infektionsrisiko aus?

Ebolaviren sind als behüllte Viren relativ empfindlich gegenüber Austrocknung und daher auf trockenen Oberflächen nicht lange infektiös. Das Virus überlebt dort nur wenige Tage. Daher geht von Briefen aus von Ebolafieber betroffenen Ländern kein Risiko aus. Bislang ist auch kein Fall bekannt, in dem ein aus den betroffenen Ländern versandter Brief eine Ansteckung mit Ebolafieber verursacht hätte. Zuständig für Fragen des Arbeitsschutzes in diesem Zusammenhang ist die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA).

Stand: 17.11.2014

Besteht die Gefahr, sich über Haustiere mit Ebola zu infizieren?

Eine Übertragung des Virus von infizierten Haustieren auf den Menschen kann nicht vollständig ausgeschlossen werden. Bei Hunden konnten in Studien Ebola-Antikörper nachgewiesen werden, es liegen jedoch keine Studien zur Ansteckungsgefahr durch Haustiere vor. Es gibt keinerlei Hinweise, dass ein solcher Übertragungsweg bei Krankheitsgeschehen vorkommt. Weitere Informationen zur Tiergesundheit erhalten Sie beim Friedrich-Loeffler-Institut.

Stand: 17.11.2014

Wie groß ist das Ansteckungsrisiko in öffentlichen Verkehrsmitteln in Deutschland?

Da das Ebolafieber bislang in Deutschland nicht aufgetreten ist, besteht derzeit kein Risiko, sich in öffentlichen Verkehrsmitteln in Deutschland mit Ebolaviren zu infizieren. Ein Ansteckungsrisiko für Personen in öffentlichen Verkehrsmitteln bestünde nur dann, wenn sie dort direkten körperlichen Kontakt zu symptomatischen Ebolafieber-Patienten bzw. zu deren Körperflüssigkeiten hätten.

Stand: 17.11.2014

Was sollte ein Patient tun, der Ebolafieber bei sich vermutet?

Der Patient sollte telefonisch Kontakt mit einem Arzt aufnehmen, auf den Ebolafieber-Verdacht hinweisen und die aufgetretenen Symptome beschreiben sowie die Reiseorte und Reisedauer nennen. Dann wird der Arzt das weitere Vorgehen mit dem Patienten besprechen. Jedoch ist selbst bei einer Reise innerhalb der letzten drei Wochen in eines der betroffenen Gebiete die Wahrscheinlichkeit einer Ebolavirus-Infektion sehr gering, wenn kein Kontakt mit einer an Ebolafieber erkrankten oder verstorbenen Person bestand.

Stand: 24.09.2014

Wann ist ein Ebolaverdacht begründet?

Ein begründeter Verdacht auf eine Ebolafieber-Erkrankung liegt nur bei Personen vor, die in den letzten 21 Tagen aus Gebieten mit Ebolafieber-Erkrankungen eingereist sind, mindestens Fieber oder erhöhte Temperatur mit Ebolafieber-typischen Begleitsymptomen haben UND vor Ort Kontakt zu Ebolafieber-Erkrankten oder -Verstorbenen, indirekt mit deren Körperflüssigkeiten oder kranken Tieren gehabt haben.

Siehe auch:
Liste der betroffenen Gebiete
Flussschema zur Abklärung, ob ein begründeter Ebolafieber-Verdachtsfall vorliegt

Stand: 17.11.2014

Was sollte ein Arzt bei einem Verdacht auf Ebolafieber tun?

Bei Verdacht auf eine Infektion mit dem Ebolavirus sollte das zuständige Gesundheitsamt informiert werden und die Kontaktaufnahme mit einem spezialisierten Zentrum erfolgen. Oft können scheinbare Verdachtsfälle allerdings bereits durch Prüfung anhand des Flussschemas abgeklärt oder im Telefonat mit einem spezialisierten Zentrum oder dem Gesundheitsamt ausgeschlossen werden. Kontaktdaten spezialisierter Zentren für Fachpersonal finden Sie unter www.stakob.rki.de.

Der Patient bleibt vorerst vor Ort, z.B. zu Hause, wenn es der Zustand erlaubt, oder auf der Krankenhausstation in Isolation. Es sollte keine Einweisung in eine Rettungsstelle vorgenommen werden. Auch sollten Transporte möglichst vermieden werden, bis eine Klärung des Verdachtes erfolgen konnte. Wenn es sich als ein begründeter Verdacht herausstellt, finden Sie hier eine Orientierungshilfe für Fachpersonal mit entsprechenden Empfehlungen.

Siehe auch: Welche Angaben sollten vom behandelnden Arzt erhoben werden?

Stand: 24.09.2014

Welche Angaben sollten vom behandelnden Arzt zur Abklärung eines Verdachtsfalls erhoben werden?

  • Name und Alter des Patienten
  • Genaue Angaben über Beschwerden/Symptome und deren Beginn und Schwere
  • Angabe von Vorerkrankungen und Medikamenteneinnahme, z.B. Impfungen und Malariaprophylaxe (schließt eine Malaria nicht grundsätzlich aus)
  • Genauer Zeitraum des Aufenthaltes in einem Endemiegebiet
  • Art und Ort der Unterkunft
  • Genaue Angabe der Reiseroute
  • Aufenthalt in (Fledermaus-)Höhlen
  • Berufliche Tätigkeiten in Laboren
  • Weitere Angaben zum Aufenthalt, z.B. Tourismus, Besuch bei Verwandten, berufliche Tätigkeit im Endemiegebiet
  • Kontakt zu Wildtieren, Verzehr von Wildtierfleisch
  • Erkrankte Personen im Umfeld, Beerdigungen

Stand: 24.09.2014

Wie wahrscheinlich ist es, dass Ebolafieber in Deutschland auftritt?

Das Risiko einer Einschleppung von Ebolafieber (verstanden als Einreise eines Ebolavirus-Infizierten mit anschließender Weiterverbreitung) ist sehr gering: Von 100 Flugreisenden aus Westafrika hat nur etwa eine Person Deutschland als Ziel. Bis Ende November 2014 haben nur wenige Personen mit einer Ebolavirus-Infektion die betroffenen Länder mit dem Flugzeug verlassen.
In den betroffenen Ländern werden Ausreisekontrollen durchgeführt. Trotzdem kann nicht ausgeschlossen werden, dass eine infizierte Person im Einzelfall in der Zeit zwischen Ansteckung und dem ersten Auftreten von Krankheitszeichen (Inkubationszeit) reist, weil die Infektion in dieser Zeit nicht erkannt werden kann. Auch eine geringe Anzahl von Sekundärinfektionen im engen Umfeld solcher Personen ist in Deutschland möglich.
Eine Weiterverbreitung des Ebolavirus in der deutschen Bevölkerung wäre auch im Falle des Auftretens weniger Ebolafieber-Fälle trotzdem praktisch auszuschließen, da in Deutschland alle Voraussetzungen zur stringenten Unterbrechung von Infektionsketten und zur sicheren Versorgung Betroffener gegeben sind.

Siehe auch:

Stand: 12.01.2015

Was würde passieren, wenn ein Ebolafieber-Fall in Deutschland auftritt?

Um ein Ansteckungsrisiko für die Bevölkerung auszuschließen, würde die Behandlung einer solchen an Ebolafieber erkrankten Person in Deutschland unter hierfür konzipierten Isolationsbedingungen erfolgen. In Deutschland besteht ein Netzwerk von Sonderisolierstationen, die sowohl von der medizinischen Expertise als auch von den technischen Voraussetzungen für die Behandlung solcher Erkrankungen ausgelegt sind (Arbeitskreis der Kompetenz- und Behand­lungs­zen­tren, STAKOB, www.stakob.de). Das dortige Personal ist für diese Situation speziell ausgebildet und trainiert regelmäßig die Versorgung von Patienten unter Isolationsbedingungen. Kontaktpersonen des/der Erkrankten würden für die Dauer der Inkubationszeit durch das zuständige Gesundheitsamt überwacht werden, um bei der Entwicklung von Krankheitssymptomen frühzeitig weitere diagnostische und ggf. benötigte Behandlungsmaßnahmen gewährleisten zu können.

Stand: 17.11.2014

Was würde passieren, wenn bei einem Fluggast ebolatypische Symptome auftreten?

Wenn bei einem Flugreisenden während des Fluges ebolatypische Symptome auftreten, muss der Pilot dies gemäß dem Gesetz zur Durchführung der Internationalen Gesundheitsvorschriften (IGV-DG) der Flugverkehrskontrollstelle melden, die den Flughafen und das Gesundheitsamt informiert. Das zuständige Gesundheitsamt kann anordnen, dass das Flugzeug einen gemäß IGV-DG benannten Flughafen ansteuern muss, der für infektiologische Gefahrenlagen besonders vorbereitet ist (ehem. "Sanitätsflughafen"). Dort würde der Patient isoliert und von einem Arzt des zuständigen Gesundheitsamts befragt werden. Bei Erhärtung des Verdachts auf Ebolafieber würde der Reisende zur Diagnostik und Behandlung in eine Sonderisolierstation gebracht. Gleichzeitig würden Personen, die in engem Kontakt mit solchen Patienten waren (Sitznachbarn und Personen, die den Patienten direkt betreut haben), vom Gesundheitsamt registriert und gebeten, in den nächsten 21 Tagen (maximale Inkubationszeit) auf ebolatypische Symptome zu achten.

Stand: 17.11.2014

Ebola wird nicht aerogen übertragen, warum wird dennoch die Atemluft der Helfer auf Isolierstationen gefiltert?

Sonderisolierstationen sind konzipiert zur Versorgung und Behandlung von Patienten mit verschiedenen hoch ansteckenden und lebensbedrohlichen Infektionserkrankungen. Nicht alle Erreger dieser Krankheiten sind aerogen übertragbar. Auch beim Ebolavirus wird zurzeit davon ausgegangen, dass eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung nicht über die Atemluft erfolgt. Allerdings kann nicht ausgeschlossen werden, dass beim Freiwerden von Körperflüssigkeiten, z.B. durch Erbrechen, infektiöse Aerosole entstehen. Deswegen ist aus präventiver Sicht das Tragen von Atemschutz bei der Behandlung symptomatischer Ebola-Patienten erforderlich. 

Auf Sonderisolierstationen werden für alle dort zu behandelnden lebens­be­droh­lichen Infektionserkrankungen dieselben Sicherheitsmaßnahmen angewendet. Diese bieten ein hohes Schutzniveau für die Beschäftigten, die in den erforderlichen Schutzmaßnahmen unterwiesen und gut geschult sind. Die eingesetzten Gebläseschutzanzüge sind zudem für die Helfer bei der Arbeit angenehmer zu tragen als Schutzkleidung ohne eigene Luftgebläse.

Stand: 15.10.2014

Was passiert mit dem Abwasser und Exkreten von Ebolafieber-Patienten?

Ein Patient mit begründetem Ebolafieber-Verdacht wird auf eine Sonder­iso­lier­station verlegt. Dort werden Erbrochenes und Exkrete inaktiviert und entsorgt. Bei der initialen Versorgung von Verdachtsfällen – beispielsweise weil er noch nicht auf eine Sonderisolierstation verlegt wurde – können Urin und Stuhl über eine separat genutzte Toilette in das normale Abwassersystem entsorgt werden. Es ist von einem starken Verdünnungseffekt auszugehen, wenn die Exkrete in die Kanalisation eingeleitet werden. Zudem ist die Stabilität der Ebolaviren in der Kanalisation als gering einzuschätzen, da es sich um behüllte Viren handelt.

Weitere Informationen:

Stand: 17.11.2014

Was bedeutet die von der WHO ausgerufene „Gesundheitliche Notlage mit internationaler Tragweite"?

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat am 8.8.2014 festgestellt, dass es sich beim aktuellen Ebolafieberausbruch in Westafrika um eine „Gesund­heit­li­chen Notlage mit internationaler Tragweite” (PHEIC) handelt. Die WHO hat dabei für die betroffenen und die angrenzenden Staaten eine Reihe von Empfehlungen zur Eindämmung und Kontrolle des Ausbruchsgeschehens ausgesprochen. Für Deutschland hat die Einstufung keine direkten Folgen. Die WHO-Empfehlungen für nicht betroffene und nicht an Westafrika angrenzende Staaten, zum Beispiel das Vorhalten von Diagnoseverfahren für Ebolavirus-Infektionen, sind in Deutschland bereits erfüllt.

Stand: 24.09.2014

Wer sind erste Ansprechpartner für fachliche Fragen?

  • Meldewesen / Klinische Diagnostik / Infektionsepidemiologie:

Die Gesundheitsämter sind für das seuchenhygienische Management zuständig und sollten sofort über einen begründeten Verdachtsfall informiert werden. Für spezielle Fragestellungen gibt es in Deutschland ein Netzwerk von Kompetenz- und Behandlungszentren (STAKOB), die auf den Umgang mit hochkontagiösen, lebensbedrohlichen Infektionskrankheiten spezialisiert sind. Die Geschäftsstelle befindet sich im Robert Koch-Institut. Für die Beratung bei speziellen infektionsepidemiologischen Fragestellungen, z. B. der Besprechung möglicher Verdachtsfälle, steht im Robert Koch-Institut ausschließlich für die Fachöffentlichkeit eine 24-stündige Rufbereitschaft zur Verfügung, die über die Telefonzentrale erreichbar ist.

  • Labordiagnostik:

Erste Ansprechpartner für Fragen zur Diagnostik sind das Bernhard-Nocht-Institut in Hamburg (BNI) als Nationales Referenzzentrum für tropische Infektionserreger und das Institut für Virologie der Universität Marburg als Konsiliarlabor für Filoviren. Für Notfälle existiert ein 24-stündiger Notdienst, der beim BNI über die Telefonzentrale erreichbar ist, die Telefonnummer der Marburger Virologie ist auf deren Internetseiten abrufbar.

  • Allgemeine Anfragen:

Bürger können sich auf den Internetseiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und des Bundesministerium für Gesundheit (BMG) informieren. Darüber hinaus steht das Bürgertelefon des BMG für Auskünfte zur Verfügung.

Stand: 15.10.2014

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