Brustkrebs (Mammakarzinom)
| 2008 | Prognose 2012 | |||
|---|---|---|---|---|
| 1) je 100.000 Personen, altersstandardisiert nach Europastandard | ||||
| Männer | Frauen | Männer | Frauen | |
| Neuerkrankungen | 520 | 71.660 | 600 | 74.500 |
| standardisierte Erkrankungsrate¹ | 1,0 | 123,1 | 1,0 | 124,7 |
| Sterbefälle | 136 | 17.209 | ||
| standardisierte Sterberate¹ | 0,2 | 24,6 | ||
| 5-Jahres-Prävalenz | 1.900 | 273.000 | ||
| relative 5-Jahres-Überlebensrate (2007-2008) | 76 % | 86 % | ||
Mit rund 72.000 Neuerkrankungen jährlich ist Brustkrebs die mit Abstand häufigste Krebserkrankung bei Frauen in Deutschland. Das Mammakarzinom tritt wesentlich früher auf als die meisten anderen Krebsarten. Die Hälfte der betroffenen Frauen erkrankt vor dem 65. Lebensjahr, jede zehnte ist bei Diagnosestellung jünger als 45 Jahre – ein Alter, in dem die meisten übrigen Krebserkrankungen zahlenmäßig noch kaum eine Rolle spielen.
Auswirkungen des Mammographie-Screenings
In 2008 erkrankten etwa doppelt so viele Frauen wie noch 1980, die altersstandardisierte Erkrankungsrate stieg seitdem um etwa 50 Prozent.
Altersstandardisierte Erkrankungs- und Sterberaten, ICD-10 C50, Deutschland 1999 – 2008, je 100.000 (Europastandard)
In Deutschland wurde zwischen 2005 und 2008 das Mammographie-Screening eingeführt. Frauen zwischen 50 und 69 Jahren werden seitdem alle zwei Jahre zu einer Röntgenuntersuchung der Brust eingeladen. Als Folge stiegen die Erkrankungsraten zunächst sprunghaft an.
Dies deutet darauf hin, dass in der ersten Phase des Programms viele Tumoren deutlich früher entdeckt wurden als ohne Screening. Dies spiegelt sich auch darin wider, dass der Anteil kleinerer Tumoren (T1) in der Screening-Altersgruppe deutlich zugenommen hat. Möglicherweise wurden allerdings auch einige Tumoren diagnostiziert, die sonst lebenslang unerkannt geblieben wären und keine Beschwerden verursacht hätten.
Überlebensaussichten haben sich verbessert
Trotz der gestiegenen Erkrankungszahlen sterben heute weniger Frauen an Brustkrebs als noch vor 20 Jahren. Durch Fortschritte in der Therapie haben sich die Überlebenschancen deutlich verbessert. Frühestens ab etwa 2015 wird erkennbar sein, ob das Screening die Brustkrebssterblichkeit weiter senken kann.
In den neuen Bundesländern liegen die Neuerkrankungs- und Sterberaten um etwa 25 Prozent niedriger als in den alten. Zurückzuführen ist dies vermutlich auf eine höhere Geburtenrate und ein niedrigeres Geburtenalter in der früheren DDR – Faktoren, für die ein geringeres Brustkrebsrisiko nachgewiesen wurde.
Stand: 21.05.2012

