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Soziale Ungleichheit und Gesundheit sind Leitthema im Bundesgesundheitsblatt

Pressemitteilung des Robert Koch-Instituts

Ein höheres Risiko für viele körperliche und psychische Erkrankungen, ein schlechterer allgemeiner Gesundheitszustand, Beeinträchtigungen der gesundheitsbezogenen Lebensqualität, beträchtliche Unterschiede in der Lebenserwartung – das sind Folgen der sozialen Ungleichheit der Lebensverhältnisse. Das Thema Soziale Ungleichheit und Gesundheit ist mit insgesamt 13 Beiträgen, darunter drei aus dem Robert Koch-Institut, Leitthema in der Februar-Ausgabe des Bundesgesundheitsblatts. "Aus Sicht von Public Health ist gesundheitliche Ungleichheit eine zentrale Herausforderung", betont Lothar H. Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts.

Das Robert Koch-Institut befasst sich seit langem intensiv mit dem Zusammenhang von sozialer Ungleichheit und Gesundheit. In den großen RKI-Gesundheitsstudien (DEGS, KiGGS, GEDA) wird auch der Sozialstatus erhoben, der von Bildung, beruflicher Stellung und Einkommen abhängt. "Diese Ergebnisse sind wesentliche Daten-Grundlage für Forschung und Gesundheitspolitik", unterstreicht Lothar H. Wieler. Vor kurzem wurde im RKI auch ein Fachgebiet Soziale Determinanten der Gesundheit gegründet, in dem diese Forschungsthemen gebündelt sind.

Die Beiträge im Bundesgesundheitsblatt sollen "in der Gesamtheit einmal mehr die große Bedeutung des Themas gesundheitliche Ungleichheit aufzeigen und zugleich die damit verbundenen Anforderungen an die Forschung, aber auch an die Politik und die zahlreichen Akteure im Gesundheits- und Sozialwesen überaus deutlich machen", erläutern Uwe Koch-Gromus und Thomas Lampert im Editorial der Ausgabe. Uwe Koch-Gromus ist Dekan der Medizinischen Fakultät des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf und Mitglied im Herausgeberbeirat des Bundesgesundheitsblatts, Thomas Lampert leitet im RKI das neue Fachgebiet Soziale Determinanten der Gesundheit.

Der Einführungsbeitrag ins Leitthema zeichnet die Entwicklung der Sozialepidemiologie der letzten 30 Jahre nach und zeigt Forschungsperspektiven auf. In weiteren Beiträgen geht es um die Bedeutung des elterlichen Sozialstatus bei Frühgeborenen für das Risiko für Verhaltensauffälligkeiten sowie um die sozialen Unterschiede beim Auftreten chronischer Krankheiten, z.B. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs oder Diabetes. Drei Beiträge befassen sich mit sozialen Unterschieden im Gesundheitsverhalten, bei Bewegung, Ernährung und Tabakkonsum. Zwei Beiträge gehen auf das Themenfeld Arbeit und Gesundheit ein, darunter ist eine Übersicht aus dem RKI zu den Auswirkungen von Arbeitslosigkeit auf die Gesundheit. Soziale Unterschiede im Versorgungsgeschehen sind ebenfalls Thema: bei der ambulanten und stationären Versorgung, bei der medizinischen Rehabilitation und bei der pflegerischen Versorgung im höheren Lebensalter. Auch die Situation von Migranten wird in einem Beitrag dargestellt. Der letzte Beitrag im Schwerpunktheft geht auf den von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung koordinierten Kooperationsverbund "Gesundheitliche Chancengleichheit" ein. Darin wird aufgezeigt, welche Anstrengungen in Deutschland im Bereich der soziallagen- und lebensweltbezogenen Gesundheitsförderung unternom-men werden, um die bestehende gesundheitliche Ungleichheit zu verringern.

Stand: 09.02.2016

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