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Zielgruppeneinstiege

KV-Impfsurveillance - unverzichtbare Datenquelle für Impfquoten

Pressemitteilung des Robert Koch-Instituts

Unter den 15 Jahre alten Mädchen sind 29% gegen humane Papillomviren ge­impft. Die Influenza-Impfquote bei Personen über 60 Jahren stagniert seit der Saison 2012/2013 und lag 2014/2015 bei 36,7%. Im Alter von 24 Monaten sind 71 Prozent der Kinder in Deutschland zweimal gegen Masern geimpft. Das sind einige der Ergebnisse der KV-Impfsurveillance, bei der das Robert Koch-Institut Ab­rech­nungs­da­ten der Kassenärztlichen Vereinigungen auswertet. Beginnend mit dem aktuellen Epidemiologischen Bulletin 1/2016 sollen dort zukünftig jähr­lich Aus­wer­tun­gen ver­öf­fent­licht werden. „In Deutschland existiert kein Impf­re­gister. Daher ist die KV-Impf­sur­veil­lance unverzichtbar, um Impfquoten für ver­schie­de­ne Altersgruppen bis auf Kreisebene kontinuierlich analysieren und Hand­lungs­be­darf feststellen zu können“, betont Lothar H. Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts.

Das Robert Koch-Institut wertet anonymisierte Abrechnungsdaten der Kassen­ärzt­li­chen Vereinigungen aus, die etwa 90% der Bevölkerung erfassen. Die Ab­rech­nungs­daten ergänzen insbesondere die Impfquoten, die bei Schul­an­fän­gern er­ho­ben werden. Schul­ein­gangs­un­ter­su­chun­gen sind die einzige ge­setz­lich fest­ge­legte, dauer­hafte, syste­ma­ti­sche Quelle von bundes­wei­ten Impf­quoten. Bei Schul­an­fän­gern sind die Masern-Impf­quoten ver­gleichs­weise gut, wenn auch nicht optimal und liegen bei 96,7% für die erste und 92,6% für die zweite Masern­impfung (im Jahr 2013).

Mit Schul­ein­gangs­un­ter­su­chun­gen liegen die Daten zur In­an­spruch­nahme der im Säug­lings­alter emp­foh­le­nen Imp­fun­gen erst viele Jahre später vor. Da das Impf­alter in den Schul­ein­gangs­un­ter­su­chun­gen nicht er­ho­ben wird, fehlen auch die In­for­ma­ti­o­nen zur zeit­ge­rech­ten Gabe der Imp­fun­gen. Die KV-Impf­sur­veil­lance zeigt, dass viele Klein­kinder zu spät geimpft werden. Im Alter von 15 Mo­na­ten sind erst 86,6% der Kinder gemäß STIKO-Empfehlung einmal gegen Masern geimpft, im Alter von 24 Monaten haben 71% die zweite Impfung er­hal­ten (Geburts­jahr­gang 2012). In­zwi­schen ist eine ärztliche Impfberatung Vor­aus­set­zung für die Auf­nah­me in Kitas. „Die KV-Impf­sur­veil­lance war hier eine wich­ti­ge wissen­schaft­li­che Daten­ba­sis für die Ge­sundheitspolitik und ist gleichzeitig das Instrument, um die Ent­wick­lung der Impf­quoten zeitnah verfolgen zu können“, unterstreicht Wieler.

Bei den Masern-Impfquoten sind die regionalen Unter­schie­de erheblich. Sie reichen bei der ersten Masern-Imp­fung für 15 Monate alte Kinder von 59,1% (Rhön-Grab­feld, Bayern) bis 96,5% (Zwei­brücken, Rhein­land-Pfalz), bei der zweiten Masern-Imp­fung für 24 Monate alte Kinder von 39,4% (Main-Tauber-Kreis, Baden-Würt­tem­berg) bis 86,8% (Rhein-Kreis Neuss, Nordrhein-Westfalen).

Gleich­zei­tig mit der Ver­öf­fent­li­chung im Epi­de­mi­o­lo­gi­schen Bul­le­tin haben die RKI-Wissen­schaft­ler im „Ver­sor­gungs­atlas“ eine um­fas­sende Aus­wer­tung von HPV-Impf­quoten ver­öf­fent­licht. Der Ver­sor­gungs­atlas wird vom Zentral­institut für die kas­sen­ärzt­li­che Ver­sor­gung heraus­ge­geben. Damit liegen zum ersten Mal für die gesamte Ziel­gruppe der HPV-Imp­fung An­ga­ben zu Impf­quoten vor. Die Daten haben zum Beispiel 2014 die Ent­schei­dung der Ständigen Impf­kom­mis­sion unter­stützt, bei der Impfung gegen humane Papillom­viren (HPV) das empfohlene Impfalter auf 9 -14 Jahre zu senken.

Stand: 11.01.2016

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