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Sauer sein – Gastritis, Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre sind Thema des neuen Hefts der Gesundheitsberichterstattung

Pressemitteilung des Robert Koch-Instituts (RKI)

Gastritis, Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre sind Titel und Thema des 55. Heftes der Gesundheitsberichterstattung des Bundes (GBE). Etwa 20 Prozent der Erwachsenen hatten schon einmal eine ärztlich diagnostizierte Schleimhautentzündung des Magens oder des Zwölffingerdarms (Gastritis beziehungsweise Duodenitis), das zeigen Daten des Robert Koch-Instituts aus dem Gesundheitsmonitoring. Insgesamt sieben Prozent litten schon einmal an einem Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür (peptische Ulkus-Krankheit).

Das neue GBE-Heft gibt auf knapp 60 Seiten einen Überblick zu Krankheitsformen, Diagnostik, Behandlung, Ursachen und Verbreitung. Erwähnt werden auch zwei Krankheiten, die einige Gemeinsamkeiten mit Gastritis und Geschwür (Ulkus) aufweisen, „gastroösophagale Refluxkrankheit“ (mit Sodbrennen oder „saurem Aufstoßen“) und „funktionelle Dyspepsie“ oder „Reizmagen“.

Als eine der wichtigsten Ursachen für Gastritis und Ulkus gilt das Auftreten des Bakterium Helicobacter pylori im Magen. In Industriestaaten sind 10 bis 50 Prozent der Bevölkerung davon betroffen. Es wird geschätzt, dass es bei 10 bis 20 Prozent der mit H. pylori Infizierten zu einer Erkrankung kommt. Eine Eradikation, die medikamentöse Behandlung zur Entfernung der Bakterien aus dem Magen, wird insbesondere dann empfohlen, wenn aktuell oder früher ein peptisches Ulkus diagnostiziert worden ist.

Psychosoziale Faktoren sind für die Entstehung von Gastritis oder Ulkus ebenfalls bedeutsam. Etwa um 1950 hatte sich das Konzept durchgesetzt, dass Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre stressbedingt seien. Als Folge des Nachweis von Helicobacter als Auslöser von Gastritis und Ulkus in den Achtzigerjahren vollzog sich in den Neunzigerjahren ein Paradigmenwechsel, der psychosomatische Aspekte in den Hintergrund treten ließ. Inzwischen hat sich eine multifaktorielle Betrachtungsweise entwickelt, in denen psychosoziale Faktoren einen wichtigen Platz haben. So können Stress und Ärger zum Beispiel die Magensäureproduktion erhöhen (im doppelten Sinn sauer sein), die Entleerung des Magens verlangsamen und die Gefahr eines Rücklaufs von Gallensaft in den Magen erhöhen. Stress kann auch die Wirkung von Helicobacter pylori verstärken und die Heilung von Geschwüren behindern.

Auch zahlreiche Medikamente können unerwünschte Nebenwirkungen im Magen- und Darmbereich haben, Dosierung und Dauer der Einnahme spielen dabei eine wesentliche Rolle für das Schädigungsrisiko. Ein Risikofaktor für Gastritis oder Geschwüre ist auch Tabakkonsum. Auch Geräuchertes, Gebratenes, Fett, Alkohol, Süßes oder Koffein können die Magenschleimhaut beeinträchtigen, indem sie die Produktion von Magensäure anregen oder den Säurespiegel erhöhen. Auch Anzahl, Tageszeit und Zusammensetzung der Mahlzeiten haben einen Einfluss darauf, wie lange die Säure auf die Schleimhaut einwirkt.

Das GBE-Themenheft „Gastritis, Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre“ kann kostenlos bestellt werden (Robert Koch-Institut, GBE, General-Pape-Str. 62, 12101 Berlin, E-Mail gbe@rki.de, Fax 030-18754-3513). Die Pdf-Datei ist im Internet abrufbar unter www.rki.de/gbe-hefte und www.rki.de > Gesundheit A-Z > Gastritis.

Stand: 23.09.2013

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