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Internationaler Besuch im deutschen Public-Health-Institut

Pressemitteilung des Robert Koch-Instituts

Die Internationale Vereinigung der Public-Health-Institute besucht das Robert Koch-Institut, das nationale Public-Health-Institut in Deutschland. Mit Public Health wird in der Fachöffentlichkeit und im englischen Sprachgebrauch die Gesundheit der Bevölkerung bezeichnet. In der Internationalen Vereinigung (IANPHI) haben sich Public-Health-Institute aus mehr als siebzig Staaten zusammengeschlossen. Deutschland wird durch das Robert Koch-Institut vertreten. Reinhard Burger, Präsident des Robert Koch-Instituts, wurde 2011 in den Vorstand des IANPHI gewählt.

Ziel der IANPHI ist der Austausch der Public-Health-Experten weltweit und die Stärkung der Öffentlichen Gesundheitssysteme. In Ländern mit geringen Ressourcen werden nationale Public-Health-Institute auch finanziell oder mit technischer Expertise unterstützt oder der Aufbau solcher Institute gefördert. Die Bill- und Melinda-Gates-Stiftung unterstützte diese Aktivitäten in beträchtlichem Umfang. Die im IANPHI vertretenen Länder repräsentieren fast 80 Prozent der Weltbevölkerung. Ins RKI kommen Mitglieder des IANPHI-Vorstands, am 16.3.2012, zu einer zweitägigen Sitzung.

Die Gesundheitsrisiken für eine Bevölkerung beginnen sich grundlegend zu verändern. Durch die Alterung der Gesellschaft spielen in Deutschland zunehmend Demenzerkrankungen, Depressionen und Krebs eine Rolle. Veränderungen im Lebensstil fördern das Auftreten von Herzkreislauf-Erkrankungen oder Diabetes, inzwischen auch in Entwicklungsländern. Globalisierung und Klimawandel können das Auftreten neuer Krankheitserreger bedingen, die an Grenzen nicht halt machen. „Daher werden starke Public-Health-Institute gebraucht, die den Gesundheitsstatus der Bevölkerung kontinuierlich erfassen, Maßnahmen für den Gesundheitsschutz auf Bevölkerungsebene initiieren und die Wissensbasis durch Forschung stetig erweitern“, sagt Reinhard Burger. Indes reicht kein noch so gutes Labornetzwerk oder Surveillancesystem aus, um vor Ort zum Beispiel einem Tuberkulose-Verdachtsfall nachzugehen oder sich um die lokale Gesundheitsberichterstattung zu kümmern. „Dazu wird qualifiziertes Personal und eine moderne Ausstattung benötigt – flächendeckend in Deutschland und weltweit“, unterstreicht Reinhard Burger.

Das RKI ist die wissenschaftlich-medizinische Leitinstitution der Bundesregierung. Die wichtigsten Aufgabengebiete sind die Vorbeugung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten und die Analyse langfristiger gesundheitlicher Trends in der Bevölkerung. Im Hinblick auf das Erkennen gesundheitlicher Gefährdungen und Risiken nimmt das RKI eine zentrale „Antennenfunktion“ im Sinne eines Frühwarnsystems wahr. Grundlage der Arbeit des RKI, eines der ältesten seiner Art weltweit, ist die Forschung.

Mit dem Projekt „RKI 2010“ wurde das RKI schrittweise und nachhaltig gestärkt. Der Deutsche Bundestag hatte 2008 eine auf mehrere Jahre verteilte Erweiterung des Robert Koch-Instituts beschlossen, die inzwischen beendet ist; insgesamt wurden rund 150 Stellen neu geschaffen. Gestärkt wurden damit unter anderem das Gesundheitsmonitoring, die Überwachung resistenter Erreger und die Untersuchung der Gesundheitssituation alter Menschen. Durch RKI 2010 konnten auch die internationalen Aktivitäten verstärkt werden. RKI-Experten koordinieren zum Beispiel internationale Labornetzwerke, nehmen Aufgaben als Referenzlaboratorien wahr und sind beteiligt am Aufbau eines europäischen Gesundheitsmonitorings zur regelmäßigen Erfassung des Gesundheitszustandes der Bevölkerung in Europa.

Stand: 15.03.2012

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