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Zweiter internationaler Workshop zur Geschichte des Robert Koch-Instituts im Nationalsozialismus

Pressemitteilung des Robert Koch-Instituts

Am 18. und 19. Januar 2008 findet im Robert Koch-Institut (Standort Seestraße 10) der zweite internationale Workshop zur Geschichte des Robert Koch-Instituts im Nationalsozialismus statt. Bei der Tagung „Infektionskrankheiten und Institutionen – Das Robert Koch-Institut in internationaler Perspektive, 1930 bis 1950“ widmen sich Wissenschaftler aus dem In- und Ausland den damaligen Forschungsarbeiten des Instituts und seinen wissenschaftlichen Netzwerken. Außerdem wird das Institut mit ähnlichen Einrichtungen im Ausland zu dieser Zeit verglichen. Die Referenten kommen aus den Bereichen der Allgemeinen Geschichte sowie der Medizin- und Wissenschaftsgeschichte. Die Tagungssprachen sind Deutsch und Englisch.

Die Tagung organisiert eine Wissenschaftlergruppe des Medizinhistorischen Instituts der Charité - Universitätsmedizin Berlin, die die Geschichte des RKI seit 2006 erforscht, Dr. Anja Laukötter und Dr. Annette Hinz-Wessels. Ziel des vom RKI initiierten und finanzierten Forschungsprojektes ist es, das wissenschaftliche, politische und wissenschaftspolitische Handeln der Institution RKI in der Zeit des Nationalsozialismus so vollständig wie möglich und ohne institutionelle Befangenheit zu erforschen.

Eine Kommission, die mit international renommierten Historikern besetzt ist, gewährleistet die wissenschaftliche Unabhängigkeit und Qualität des 2006 begonnenen und auf zwei Jahre angelegten Forschungsprogramms. Mitglieder sind Prof. Dr. Volker Hess (Medizinhistorisches Institut der Charité Universitätsmedizin Berlin, Projektleitung), Prof. Dr. Rüdiger vom Bruch, Berlin, Prof. Dr. Christian Bonah, Strasbourg, Prof. Dr. Peter Kröner, Münster, Prof. Dr. Christoph Gradmann, Oslo, Dr. Marion Hulverscheidt, Berlin, Dr. Andrew Mendelsohn, London, Prof. Dr. Carola Sachse, Wien, und Prof. Dr. Paul Weindling, Oxford.

Das 1891 als Preußisches Institut für Infektionskrankheiten gegründete Robert Koch-Institut wurde 1935 dem Reichsgesundheitsamt angegliedert und 1942 zur eigenständigen Reichsanstalt aufgewertet. Aufgrund seiner Aufgaben und seiner zentralen Stellung im deutschen Gesundheitswesen war es erheblich in die nationalsozialistische Gewaltpolitik involviert. Einzelne Institutsmitarbeiter waren an den inhumanen Menschenversuchen in Konzentrationslagern unmittelbar beteiligt, andere hatten wichtige Positionen im Wissenschaftssystem des „Dritten Reichs“ inne.

Zu den zentralen Institutsaufgaben zählten neben der Erforschung der Infektionskrankheiten auch die Beratung von Regierungsstellen. Darüber hinaus produzierte das Institut Sera und Impfstoffe und kooperierte auf diesem Gebiet insbesondere während des Zweiten Weltkrieges mit Industrie und Militär. Die Tagung soll die Position des RKI als außeruniversitäre Einrichtung der biomedizinischen Forschung im internationalen Vergleich herausarbeiten. Der vergleichende Blick richtet sich dabei auf Forschungsinstitute mit ähnlicher inhaltlicher und organisatorischer Struktur wie in Frankreich und Dänemark, auf ähnliche Forschungsfelder am Beispiel der USA sowie auf Einrichtungen, die noch stärker als das Robert Koch-Institut der öffentlichen Gesundheitsversorgung nachkamen, wie in der Tschechischen Republik und in Spanien.

Weitere Informationen zum Forschungsprojekt und das aktuelle Tagungsprogramm: www.rki.de > Das Institut > Geschichte > RKI im Nationalsozialismus

Stand: 14.01.2008

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