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Symposium am 28.09.07 aus Anlass der Verabschiedung von RKI-Präsident Kurth

Pressemitteilung des Robert Koch-Instituts

Aus Anlass des Ausscheidens des langjährigen Präsidenten Reinhard Kurth findet am 28. September 2007 ein hochkarätig besetztes interdisziplinäres Symposium in Berlin statt. Kurth verlässt das Robert Koch-Institut mit Erreichen der Altersgrenze am 30. November 2007. Das Symposium im Langenbeck-Virchow-Haus beginnt um 11.00 Uhr. Die Themen der Vorträge reichen von Politikberatung und Ethik bis zu Tumorviren und krankheitsverursachenden Bakterien (Programm und Anmeldung: www.rki.de).

Den ersten Vortrag hält Detlev Ganten, Vorstandsvorsitzender der Charité, zu dem Thema "Konzepte einer universitären Medizin". Günter Stock, Präsident der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, referiert über die Frage, ob Gesundheit Kostenfaktor oder Wachstumsmotor ist. Der Soziologe Peter Weingart von der Universität Bielefeld berichtet über seine Forschung zur "Politikberatung im Vogelgrippendilemma". Der Konstanzer Philosoph Jürgen Mittelstrass spricht über Ethik in Medizin und Biologie. Der langjährige Leiter des Deutschen Krebsforschungszentrums, der Virologe Harald zur Hausen, spricht über die Identifizierung von Tumorviren als Ansatz zur wirksamen Krebsprävention. Virulenz- und Resistenzentwicklung bei pathogenen Bakterien sind Thema des Vortrags von Jörg Hacker, Zentrum für Infektionsforschung in Würzburg.

Reinhard Kurth leitet das RKI in Berlin seit 1996, seit September 2004 führt er zusätzlich kommissarisch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte in Bonn. Von 1986 bis 2001 war der Mediziner und Virologe Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts in Langen bei Frankfurt. PEI und RKI wurden unter seiner Ägide evaluiert, umfassend reformiert und international wettbewerbsfähig positioniert. Auch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte ist unter Kurths Leitung grundlegend erneuert worden. Alle drei Einrichtungen sind Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Ressortforschung, die sich für die Qualitätssicherung der wissenschaftlichen Arbeit in den Forschungsinstituten der Ministerien einsetzt.

Im Zentrum der wissenschaftlichen Arbeiten von Kurth, der weiterhin im RKI forschen wird, stehen Retroviren, insbesondere HIV. Derzeitige Forschungsschwerpunkte sind die funktionelle Charakterisierung der so genannten endogenen Retroviren des Menschen, die Entwicklung eines HIV-Impfstoffes und die Untersuchung von endogenen Retroviren des Schweins, die möglicherweise bei einer zukünftigen Xenotransplantation von Schweinegewebe oder -organen auf den Menschen Schaden anrichten könnten.

Kurth verknüpft die Erkenntnisse der Infektionsforschung auch mit anderen gesellschaftlichen Fragen, zum Beispiel mit seiner Forderung, schwächere Staaten beim Infektionsschutz zu unterstützen. Es gehört auch zu seinem Selbstverständnis, die breite Öffentlichkeit über Gesundheitsrisiken zu informieren, auch wenn das RKI aufgrund der gesetzlichen Vorgaben primär Fachöffentlichkeit und Politik berät.

Kurth erhielt zahlreiche wissenschaftliche Preise, 1998 wurde er in Anerkennung seiner wissenschaftlichen Leistungen in die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften berufen. Im Jahr 2005 erhielt er das Große Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland aus der Hand von Bundespräsident Horst Köhler für besondere Leistungen in der Wissenschaft und erfolgreiches Wirken in mehreren Bundesinstituten. „Für seine herausragenden Verdienste“ hat ihm die Medizinische Fakultät der Charité in Berlin 2006 die Ehrendoktorwürde verliehen.

Stand: 24.09.2007

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