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ProMED Award für RKI-Wissenschaftlerin

MIT Hacking Medicine, ProMED mail und die International Society for Infectious Diseases (ISID) haben vom 3. bis 5. November 2016 den IMED2016- Hackathon in Wien organisiert. 80 Wissenschaftler verschiedenster Disziplinen wurden aus 18 Ländern dazu eingeladen, in drei Tagen innovative Lösungsansätze für globale Probleme im Bereich der emerging infectious diseases zu erarbeiten.

Der 1. Preis (ProMED Award) ging an das Team „Dogémon“ von Dr. Claudia Kohl (Robert Koch-Institut, ZBS 1, Hochpathogene Viren), welches zum Ziel hat, mit der Entwicklung einer App durch Nutzung von Community Science die Tollwutimpfkampagne in Indonesien zu unterstützen. Jährlich werden Tausende Menschen in Indonesien von tollwütigen Hunden gebissen. Falls nicht umgehend eine Postexpositionsprophylaxe gegeben werden kann,endet die Tollwuterkrankung immer tödlich. Eine präventive Impfung der gesamten Bevölkerung ist finanziell nur sehr schwer realisierbar, und eine systematische Impfung der meist herrenlosen Hunde gestaltet sich logistisch als äußerst schwierig. 70% der indonesischen Bevölkerung besitzen jedoch ein internetfähiges Mobiltelefon und könnten die Dogémon-App nutzen.

Die Kernfunktionen der App umfassen die Übermittlung der GPS-Koordinaten und Bilder der zu impfenden Hunde, ein Lernprogramm zur Tollwut sowie die direkte Kommunikationsmöglichkeit mit den Impf-Tierärzten. Personen, welche herrenlose Hunde über die App melden, erhalten im Gegenzug kostenlose tiermedizinische Hilfe für ihr Nutzvieh.

Neben der grundständigen Finanzierung durch die indonesische Regierung beinhaltet das Finanzierungskonzept die Nutzung von Spendengeldern. Diese könnten beispielsweise durch Kooperationen mit Futtermittelherstellern im Verkauf von „Charity-Hundefutter“ gewonnen werden.

Das Dogémon-Team besteht aus Dr. Howard Gobble (Veterinärmediziner, USA), Dr. Min-Hau Lin (Humanmediziner, Taiwan), Dr. Ying-Shih Su (Anthropologe, Taiwan), Hanna Castro (Veterinärmedizinerin, Finnland) sowie Dr. Claudia Kohl (Biologin, Robert Koch-Institut, ZBS 1). Das preisgekrönte Konzept wurde bei der IMED-Konferenz in Wien vorgestellt, was unmittelbar zu Kooperationsanfragen von WHO, FAO Südostasien und der Mission Rabies geführt hat.

Stand: 21.12.2016

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