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Qualitätspolitik des Robert Koch-Instituts

In Anbetracht der an das Robert Koch-Institut (RKI) als zentraler Bundeseinrichtung auf dem Gebiet der Krankheitsüberwachung und –prävention gestellten Anforderungen und im Bewusstsein der Relevanz von Qualität und Kompetenz bei der Erfüllung dieser Aufgaben für den Gesundheitsschutz in Deutschland erklärt das RKI hiermit folgende Qualitätspolitik:

Das RKI etabliert und pflegt ein Qualitätsmanagementsystem auf der Grundlage guter fachgerechter Praxis und in Anlehnung an internationale Normen und Leitfäden auf dem Gebiet des Qualitätsmanagements. Zu diesem Zweck koordinieren abteilungsübergreifend und bereichsspezfisch durch die Institutsleitung benannte Qualitätsbeauftragte die Implementierung und ständige Verbesserung des Qualitätsmanagementsystems.

Grundsätze und Charakteristika des Qualitätsmanagementsystems

Service

Zeitgemäß und entsprechend seinem gesetzlichen Auftrag versteht sich das RKI als Erbringer qualitätsgesicherter Dienstleistungen gegenüber den zuständigen Bundesministerien, insbesondere gegenüber dem Bundesministerium für Gesundheit, und öffentlichen Gesundheitseinrichtungen. Der kompetente Informations- und Beratungsservice im Rahmen des Patienten- und Gesundheitsschutzes erstreckt sich letztlich auf die gesamte Öffentlichkeit. Die Qualität dieser Leistungen wird kontinuierlich evaluiert und sowohl inhaltlich als auch im Hinblick auf Response-Zeiten gegenüber den Interessengruppen dem Stand des Wissens und der Technik angepasst.

Leitung

Das RKI versteht Qualität als Führungsaufgabe und nutzt qualitätsgerichtetes Wissen und entsprechendes Handeln zur Gestaltung einer qualitätsförderlichen Organisationsstruktur. Die am RKI etablierten Leitungsebenen (Präsident, Abteilungsleitung, Fachgebietsleitung) sowie die Leitung weiterer Organisationseinheiten, wie z. B. Nationaler Referenzzentren und Konsiliarlaboratorien, verpflichten sich zur Bereitstellung der zur Aufrechterhaltung des Qualitätsmanagementsystems erforderlichen Ressourcen sowie zur Anwendung anerkannter Qualitätstechniken zur Sicherung einer adäquaten Qualitätskultur. Institutseinheiten, die in-vitro-diagnostische Untersuchungen durchführen, verpflichten sich vollumfänglich zur Konformität mit den gültigen medizinprodukterechtlichen Bestimmungen sowie den internationalen Normen DIN EN ISO 15189 und DIN EN ISO/IEC 17025. Im Rahmen von sowohl internen als auch der Öffentlichkeit zugänglichen Seminaren werden die Qualitätsstrategien des RKI kontinuierlich kommuniziert und die Wirksamkeit des Qualitätsmanagementsystems dargestellt.

Mitarbeiterorientierung

Kompetentes Personal auf allen Berufsebenen und die respektvolle Wahrnehmung und Förderung der Mitarbeiterfähigkeiten stellen das Kernelement für Qualität am RKI dar. Aus diesem Grund bietet das RKI allen Mitarbeitern ein adäquates Einarbeitungs- und kontinuierliches Fortbildungsprogramm, das selbstständiges, eigenverantwortliches und qualitätsgesichertes Arbeiten fördert. Periodisch durchgeführte Mitarbeitergespräche dienen sowohl der Kompetenzbewertung als auch der kontinuerlichen Evaluierung der Mitarbeiterzufriedenheit mit dem Ziel der ständigen Optimierung der fachlichen Fähigkeiten der Mitarbeiter.

Prozess- und Systemmanagement

Zur möglichst optimalen Erfüllung seiner Aufgaben strukturiert das RKI wichtige Arbeitsabläufe und die hierfür erforderlichen Ressourcen im Rahmen von Prozesslandschaften. Die von externer Seite an das RKI gestellten Anforderungen und Aufgaben werden auf interne Qualitätsanforderungen innerhalb der einzelnen Organisationseinheiten des Instituts und zwischen diesen übertragen. Standardisierte Abläufe werden rückverfolgbar und reproduzierbar dokumentiert und in einem strukturierten Dokumentationssystem normkonform gelenkt. Zum Zweck der Qualitätssicherung unterliegen Veränderungen einem „change control“-Verfahren.

Ständige Verbesserung

Die kontinuierliche Evaluierung und Verbesserung der Effektivität und Effizienz des Qualitätsmanagementsystems zählen zu den permanenten Zielen des RKI. Zu diesem Zweck werden im Geltungsbereich des Qualitätsmanagementsystems auf der Grundlage des Plan–Do–Check–Act-Zyklus folgende Verfahren eingeführt und aufrechterhalten:

  • periodisch durchgeführte Selbstprüfungen (z. B. in Form interner Audits und Qualitätszirkel),
  • Anwendung von Qualitätstechniken im Bereich des Fehler- und Risikomanagements einschließlich der Durchführung und Wirksamkeitsprüfung von Korrektur- und Präventivmaßnahmen,
  • periodisch durchgeführte Reviews im Hinblick auf alle Aspekte des Qualitätsmanagementsystems,
  • Auswertung von Zufriedenheitsanalysen.

Sachbezogenheit

Die Implementierung und Weiterentwicklung des Qualitätsmanagementsystems des RKI als wissenschaftlicher Einrichtung auf dem Gebiet der Infektionsmedizin erfolgt auf der Basis eines interdisziplinär-wissenschaftlichen Ansatzes, bei dem Prozesse anhand valider und objektiver Daten analysiert und ggf. optimiert werden. Ein wesentlicher Qualitätsaspekt liegt daher in der Transparenz der einzelnen Aufgaben bzw. der durchgeführten Prozesse.

Im Rahmen der Sachbezogenheit werden auch externe Dienstleistungen und Lieferanten im Sinne der Wertschöpfungsfähigkeit aller Beteiligten einer kontinuierlichen Evaluation unterzogen.

Soziale Verantwortung

Das RKI ist bestrebt, das Vertrauen und die Zuversicht aller von den Aufgaben des RKI betroffenen Interessengruppen ständig zu erhöhen. Sowohl bei der Erfüllung seiner gesetzlichen Aufgaben, z. B. bei der wissenschaftlichen Bearbeitung gesundheitsrelevanter Themen, als auch im Rahmen der Mitarbeiterlenkung orientiert sich das RKI an den Werten der sozialen Verantwortlichkeit und der ökologischen Nachhaltigkeit.

Berlin, den 23. September 2008

gez.

Prof. Dr. Drs. h.c. Jörg Hacker, Präsident und Professor 

Prof. Dr. Reinhard Burger, Vizepräsident und Professor

Stand: 25.09.2008

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