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Postgraduierten­ausbildung für angewandte Epidemiologie (PAE) am RKI

(Deutsches Feldepidemiologie-Trainingsprogramm, FETP)

Ansprechpartnerin für PAE:
Dr. Katharina Alpers
Tel.: +49 (0)30 - 18754-3690
Kontakt: Dr. Katharina Alpers

PAE in Kürze

Das Robert Koch-Institut bietet seit 1996 die Post­graduierten­ausbildung für angewandte Epidemiologie (PAE) an, in der Wissenschaftler im Bereich der Infektions­epidemiologie ausgebildet werden, um epidemio­logische Methoden für den Infektions­schutz im Öffent­lichen Gesundheits­dienst (ÖGD) einzusetzen. Derzeit werden jährlich fünf Plätze an Bewerber/innen vergeben, die motiviert sind, an Public-Health-relevanten Frage­stellungen zu arbeiten und eine Karriere im ÖGD anstreben.

Kennzeichnend für das Programm ist der "learning by service"-Ansatz. Das heißt nur etwa 10% der Ausbildungs­zeit wird mit klassischen akademischen Ausbildungs­formen (Vorlesungen, Seminaren und Fall­studien) belegt, während der Schwer­punkt der Aus­bildung auf der direkten Anwendung der erlernten Methoden unter fachkundiger Aufsicht von erfahrenen Betreuern am Ausbildungs­ort liegt.

Ausbildungsort

Ausbildungsort ist entweder die Abteilung für Infektionsepidemiologie des Robert Koch-Instituts (RKI-Fachgebiete 32, 33, 34, 35, 36 und 37) oder eine mit dem Infektionsschutz beauftragte Behörde der Bundesländer (siehe Tabelle).

LandesstelleKontaktWeitere In­for­ma­tionen2017 ver­füg­bar
Bayerisches Landes­amt für Gesund­heit und Lebens­mittel­sicher­heit (LGL) Ober­schleiß­heimTel.: +49 9131 6808-5814 (Prof. Dr. Dr. Andreas Sing), -5408 (Dr. Friedrich Pürner, MPH), -5251 (Dr. Katharina Schönberger, MPH)Homepageja
Hessisches Landes­prüfungs- und Unter­suchungs­amt im Ge­sund­heits­wesen (HLPUG) GießenTel. +49 2771 3206-36 (Dr. Anja Hauri), -32 (Dr. Helmut Uphoff)Homepageja
Landesamt für Ge­sund­heit und Soziales (LaGeSo) BerlinDr. Daniel Sagebiel,
Tel. +49 30 90229 2400
Homepagenein
Landes­amt für Ver­brau­cher­schutz Sachsen-An­halt (LAV) MagdeburgHanna Oppermann,
Tel. +49 391 53 77 190
Homepageja
Landes­gesund­heits­amt Baden-Württem­berg (LGA) StuttgartDr. Christiane Wagner-Wiening,
Tel. +49 711 9043 5060
Homepage; siehe auch:
PAE am LGA
ja
Niedersächsisches Landes­gesundheits­amt (NGLA) HannoverDr. Elke Mertens,
Tel. +49 511 45 05 303
Homepage; siehe auch:
PAE am NLGA
nein
Landes­unter­suchungs­amt Rhein­land Pfalz (LUA) LandauDr. Philipp Zanger,
Tel. +49 6341 4331 050
Homepageja

In beiden Fällen sind die Teilnehmer der Ausbildung formal am Robert Koch-Institut angestellt. Eine Entscheidung bezüglich des Ausbildungsortes wird für alle Teilnehmer individuell und in Absprache mit allen Beteiligten kurz nach einem erfolgreichen Vorstellungsgespräch getroffen.

Ausbildungszeitraum

Ausbildungsstart ist der 15. September des jeweiligen Jahres, die Ausbildungsdauer beträgt zwei Jahre.

Verbindung zu internationalen Trainingsprogrammen

Die PAE ist als Feldepidemiologie-Trainingsprogramm organisatorisch und inhaltlich eng an das "European Programme for Intervention Epidemiology Training" (EPIET, Link siehe unten) angebunden. Die Trainingsinhalte sowie die in das Programm eingebundenen Theoriemodule werden gemeinsam mit EPIET und dessen Schwesterprogramm "European Public Health Microbiology Training Programme" (EUPHEM, Link siehe unten) gestaltet. Die Teilnehmer der PAE sind daher Teil des EPIET/EUPHEM-Netz­werkes und regelmäßig im engen Austausch mit ihren europäischen Kollegen.

Die PAE ist Mitglied der Dachgesellschaft "Training Programs in Epidemiology and Public Health Interventions Network" mit Sitz in Atlanta, USA (TEPHINET, Link siehe unten). TEPHINET knüpft ein Netzwerk aus inzwischen über 60 Feldepidemiologie-Trainingsprogrammen weltweit.

Ausbildungsinhalte

Alle Ausbildungsinhalte sind an der Praxis orientiert und darauf ausgerichtet, im konkreten Fall die geeigneten Maßnahmen für die Prävention und Kontrolle von Infektionskrankheiten zu ermitteln und umzusetzen. Inhaltliche Schwerpunkte sind dabei die Untersuchung von Infektionsausbrüchen in Zusammenarbeit mit den zuständigen Stellen des ÖGD, das Auswerten von Daten aus der infektionsepidemiologischen Überwachung (Surveillance), die Evaluation von Surveillance-Systemen sowie die Entwicklung und Durchführung von anwendungsbezogenen infektionsepidemiologischen Forschungsprojekten.

Die Ergebnisse der praktischen Arbeiten werden auf der jährlich stattfindenden "European Scientific Conference on Applied Infectious Disease Epidemiology" (ESCAIDE) vorgestellt (Link siehe unten).

In Ergänzung zur praktischen Ausbildung werden über verschiedene Ausbildungsmodule theoretische Grundlagen vermittelt. Der Großteil dieser Module wird in Zusammenarbeit mit EPIET/EUPHEM angeboten und findet in englischer Sprache in verschiedenen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union statt.

EPIET/EUPHEM-Module:

  • Introductory Course (3 Wochen)
  • Outbreak Investigation (1 Woche)
  • Multivariable Analysis (1 Woche)
  • Rapid assessment and response in complex emergency situations and sampling methods (1 Woche)
  • Time series analysis (1 Woche)
  • Vaccinology (1 Woche)
  • Project Review (2x 1 Woche)

Darüber hinaus bietet die PAE zwei Module an, die am RKI stattfinden:

  • Einführung in das deutsche Meldewesen und die Aufgaben der Abteilung für Infektionsepidemiologie (1 Woche)
  • Labormethoden für Interventionsepidemiologen (1 Woche)

Zulassungsvoraussetzungen

  • Abgeschlossenes Studium der Humanmedizin oder in begründeten Einzelfällen auch in verwandten Studiengängen
  • Erste Kenntnisse in Public Health und/oder epidemiologischen Methoden
  • Mindestens eine einjährige Berufserfahrung in einem für die PAE-Ausbildung relevanten Gebiet (z.B. Klinik, ÖGD, Infektionsforschung)
  • Erfahrung im Umgang mit gängigen Software-Programmen (MS-Office, Statistiksoftware)
  • Sprachkenntnisse in Wort und Schrift (CEFR-Niveau):

    • Deutsch mindestens C1 (fachkundige Sprachkenntnisse)
    • Englisch mindestens B2 (selbstständige Sprachverwendung)

Zusätzlich von Vorteil sind Kenntnisse im Bereich Mikrobiologie/Infektiologie sowie Erfahrung im wissenschaftlichen Arbeiten und Publizieren.

Die Bewerber/innen sollten eine berufliche Tätigkeit im Bereich Epidemiologie und Infektionsschutz des Öffentlichen Gesundheitsdienstes in Deutschland oder Europa anstreben. Bewerber/innen, die zurzeit im Bereich des ÖGD tätig sind und für die Zeit der Weiterbildung von ihrem Arbeitgeber freigestellt werden, werden bei entsprechender Qualifikation bevorzugt eingestellt.

Bewerbungsverfahren

Die Stellenausschreibung für das diesjährige Bewerbungsverfahren wurde unter der Kennziffer 35/17 auf den Internetseiten des RKI veröffentlicht (Link siehe unten).

Bewerbungen können dann über das Bewerbungsportal des Öffentlichen Dienstes online hochgeladen werden (www.interamt.de, Stellen-ID 375766).

Die diesjährige Bewerbungsfrist ist der 15.04.2017.

Die finale Auswahl der diesjährigen PAE-Teilnehmer wird voraussichtlich Ende Mai stattfinden.

Master of Science in Applied Epidemiology

Teilnehmer der PAE haben die Möglichkeit, sich für einen in das Ausbildungsprogramm integrierten Master of Science in Applied Epidemiology (MSAE) einzuschreiben, der in Kooperation mit der Charité angeboten wird. Die Regelstudienzeit beträgt zwei Jahre (120 ECTS-Leistungspunkte).

Die Charité gewährleistet die Einhaltung formaler Vorgaben und fördert die Qualitätsentwicklung in Studium und Lehre durch die regelmäßige Begutachtung der Studiengänge. Der Studiengang wurde durch externe Experten und Expertinnen am 19.03.2014 für drei Jahre akkreditiert.

Weitere Informationen

Stand: 21.03.2017

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