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Postgraduierten­ausbildung für angewandte Epi­demiologie (PAE) am RKI

(Deutsches Feldepidemiologie-Trainingsprogramm, FETP)

Ansprechpartnerin für PAE:
Dr. Katharina Alpers
Tel.: +49 (0)30 - 18754-3690
Kontakt: Dr. Katharina Alpers

Das Robert Koch-Institut bietet seit 1996 eine zweijährige Postgraduierten­ausbildung für angewandte Epidemiologie (PAE) an, in der Wissenschaftler im Bereich der Infektions­epidemiologie ausgebildet werden, um epidemiologische Methoden für den Infektions­schutz im Öffentlichen Gesundheits­dienst (ÖGD) einzusetzen. Die PAE ist als "Field Epidemiology Training Programme" (FETP) organisatorisch eng angebunden an das "European Programme for Intervention Epidemiology Training" (EPIET). Kennzeichnend für beide Programme ist der eigenständige Einsatz erlernter Methoden unter enger, fachkundiger Supervision, welcher 80% der Ausbildungszeit ausmacht. Nur 20% wird mit klassischen akademischen Ausbildungsformen (Vorlesungen, Seminaren und Fallstudien) belegt. Schwerpunkte der Ausbildung sind dabei v.a. die Untersuchung von Infektionsausbrüchen in Zusammenarbeit mit den zuständigen Stellen des ÖGD, das Auswerten von Daten aus der infektionsepidemiologischen Überwachung (Surveillance). Evaluation von Surveillance-Systemen sowie die Entwicklung und Durchführung von anwendungsbezogenen infektionsepidemiologischen Forschungsprojekten.

Alle Trainingsbereiche sind an der Praxis orientiert und darauf ausgerichtet, im konkreten Fall die geeigneten Maßnahmen für die Prävention von Infek­tions­krank­heiten zu ermitteln und umzusetzen. Die Teilnehmer/innen arbeiten unter Anleitung erfahrener Epidemiologen/innen und sind in der Regel am Robert Koch-Institut angestellt. Sie werden entweder für zwei Jahre in eine mit dem Infektionsschutz beauftragte Behörde der Bundesländer entsandt oder sind in der Abteilung für Infektionsepidemiologie am Robert Koch-Institut tätig.

In Ergänzung zur praktischen Ausbildung werden über verschiedene Aus­bildungs­mo­dule theoretische Grundlagen vermittelt. Der größte Teil dieser Module wird in Zusammenarbeit mit dem European Programme for Intervention Epidemiology Training (EPIET) angeboten und finden in verschiedenen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union statt.

Ausbildungsstart ist der 15. September. Den Link zur aktuellen Stellenausschreibung finden Sie unterhalb des Textes.

RKI-Module:

  • Einführung (1 Woche)
  • Labormodul (1 Woche)

EPIET-Module:

  • Introductory Course (3 Wochen)
  • Outbreak Module (1 Woche)
  • Multivariable Analysis (1 Woche)
  • Vaccinology (1 Woche)
  • Project Review (2x 1 Woche)
  • Rapid assessment and response in complex emergency situations and sampling methods (1 Woche)
  • Time series analysis (1 Woche)

Weitere Informationen zu EPIET sind auf den Internetseiten des ECDC erhältlich (Link siehe unten). Die Ergebnisse der Arbeiten werden auf der jährlich stattfindenden European Scientific Conference on Applied Infectious Disease Epidemiology (ESCAIDE) vorgestellt (Link siehe unten).

Zulassungsvoraussetzungen

  • abgeschlossenes Studium der Humanmedizin oder in begründeten Einzelfällen auch in verwandten Studiengängen
  • Kenntnisse in Public Health und/oder epidemiologischen Methoden
  • mindestens eine einjährige Berufserfahrung in einem für die Ausbildung relevanten Gebiet
  • Erfahrung im Umgang mit gängigen Software-Programmen
  • Sprachkenntnisse in Wort und Schrift (CEFR-Niveau): Deutsch mindestens C1 (fortgeschrittene Kenntnisse), Englisch mindestens B2 (gute Mittelstufe)

Zusätzlich von Vorteil sind Kenntnisse im Bereich Mikrobiologie/Infektiologie sowie Erfahrung im wissenschaftlichen Arbeiten und Publizieren.

Die Bewerber/innen sollten eine berufliche Tätigkeit im Bereich Epidemiologie und Infektionsschutz des Öffentlichen Gesundheitsdienstes in Deutschland oder Europa anstreben. Bewerber/innen, die zurzeit im Bereich des ÖGD tätig sind und für die Zeit der Weiterbildung von ihrem Arbeitgeber freigestellt werden, werden bei entsprechender Qualifikation bevorzugt eingestellt.

Ausbildungsstätten

Für die praktische Ausbildung gibt es zwei Möglichkeiten:

  • in der Abteilung für Infektionsepidemiologie am RKI (Fachgebiete 32, 33, 34, 35, 36 und 37 ) oder
  • in einer mit dem Infektionsschutz beauftragte Behörde der Bundesländer.

In diesem Jahr stehen zwei Plätze in einer mit dem Infektionsschutz beauftragten Behörde der Bundesländer zur Verfügung. Die folgenden Landesstellen sind dafür als mögliche Ausbildungsstätten verfügbar:

LandesstelleKontaktWeitere In­for­ma­tionen
Bayerisches Landes­amt für Gesund­heit und Lebens­mittel­sicher­heit (LGL) Ober­schleiß­heimDr. Wolfgang Hautmann,
Tel. +49 9131 6808-5415
Homepage
Hessisches Landes­prüfungs- und Unter­suchungs­amt im Gesund­heits­wesen (HLPUG) GießenDr. Anja Hauri,
Tel. +49 2771 3206-36;
Dr. Helmut Uphoff,
Tel. +49 2771 3206-32
Homepage
Landesamt für Gesund­heit und Soziales (LaGeSo) BerlinDr. Daniel Sagebiel,
Tel. +49 30 90229 2400
Homepage
Landesamt für Verbraucher­schutz Sachsen-Anhalt (LAV) MagdeburgHanna Oppermann,
Tel. +49 391 53 77 190
Homepage
Landesgesundheits­amt Baden-Württemberg (LGA) StuttgartDr. Günter Pfaff,
Tel. +49 711 904 39 500
Homepage; siehe auch:
PAE am LGA
Niedersächsisches Landes­gesundheits­amt (NGLA) HannoverDr. Elke Mertens,
Tel. +49 511 45 05 303
Homepage; siehe auch:
PAE am NLGA

Die PAE ist Mitglied der Dachgesellschaft TEPHINET (Training Programs in Epidemiology and Public Health Interventions Network) mit Sitz in Atlanta, USA (Link siehe unten). TEPHINET knüpft ein Netzwerk aus weltweit inzwischen 42 internationalen Feldepidemiologie-Trainingsprogrammen.

Master of Science in Applied Epidemiology

Teilnehmer der PAE haben die Möglichkeit, sich für einen in das Ausbildungsprogramm integrierten Master of Science in Applied Epidemiology (MSAE) einzuschreiben, der in Kooperation mit der Charité angeboten wird. Die Regelstudienzeit beträgt zwei Jahre (120 ECTS-Leistungspunkte).

Die Charité gewährleistet die Einhaltung formaler Vorgaben und fördert die Qualitätsentwicklung in Studium und Lehre durch die regelmäßige Begutachtung der Studiengänge. Der Studiengang wurde durch externe Experten und Expertinnen am 19.03.2014 für drei Jahre akkreditiert. Die Reakkreditierung findet im Februar 2017 statt.

Stand: 02.05.2016

Ausgewählte Publikationen

  • Bremer V, Alpers K, Krause G (2009): Ausbildungsprogramme für angewandte Epidemiologie in Deutschland und Europa Eine lohnende Investition für die Zukunft.
    Bundesgesundheitsblatt Gesundheitsforschung Gesundheitsschutz 52 (2): 203-207. Epub Feb 12. DOI: 10.1007/s00103-009-0760-5.
    download (PDF, 380 KB, Datei ist nicht barrierefrei)

  • Krause G, Aavitsland P, Alpers K, Barrasa A, Bremer V, Helynck B, Perra A (2009): Differences and Commonalities of National Field Epidemiology Training Programmes in Europe.
    Euro Surveill. 14 (43): pii=19378. mehr

  • Krause G, Stefanoff P, Moren A (2009): Applied epidemiology training in Europe: quite a success - but more to be done.
    Euro Surveill. 14 (43): pii=19375. mehr

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