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Zielgruppeneinstiege

Abteilung für Epidemiologie und Gesundheitsmonitoring

Leitung:
Bärbel-Maria Kurth
Vertretung:
Thomas Ziese

Die Abteilung ist durch die Verbindung von epidemiologischer Forschung, Gesundheitsmonitoring, Gesundheitsberichterstattung und Gesundheitspolitik in besonderem Maße dem Grundgedanken von Public Health verpflichtet:

In der Abteilung 2 ist ein bundesweites Gesundheitsmonitoringsystem etabliert, das der Erfassung des Gesundheitszustands und -verhaltens der Bevölkerung sowie relevanter gesundheitlicher Einflussfaktoren dient. Dieses Monitoring­system besteht aus den drei Komponenten KiGGS, DEGS und GEDA, die jeweils für regelmäßig durchgeführte repräsentative Untersuchungen und Befragungen sowohl von Kindern und Jugendlichen als auch von Erwachsenen stehen. Durch die Nutzung der eigenen Daten und weiterer Informationsquellen, wie beispielsweise von Krebsregisterdaten, wird eine umfassende Daten- und Informationsgrundlage für Public Health und die Gesundheitspolitik in Deutschland bereitgestellt.

Über die Gesundheitsberichterstattung des Bundes, die in der Zuständigkeit der Abteilung liegt, werden außerdem die zahlreichen Akteure im Gesundheitswesen, wie z. B. die gesetzlichen Krankenkassen, die Wohlfahrtsverbände oder die Selbsthilfeverbände und Patientenvertretungen sowie die breitere Öffentlichkeit einschließlich der Medien informiert und dadurch in gesellschaftliche und politische Meinungsbildungsprozesse einbezogen.

Die Abteilung kooperiert eng mit Einrichtungen des Öffentlichen Gesundheits­dienstes auf kommunaler und Landesebene, mit der Bundeszentrale für gesund­heitliche Aufklärung und anderen Einrichtungen, um Methoden und Erkenntnisse aus dem Gesundheitsmonitoring zu kommunizieren, weiterzuentwickeln und umzusetzen. Mitarbeiter der Abteilung sind in der Lehre an vielen Universitäten aktiv und in zahlreichen Public-Health-Fachgesellschaften sowie Gremien der EU vertreten. So können sie Erfahrungen im Gesundheitsmonitoring austauschen, aber auch Impulse zu dessen Weiterentwicklung liefern.

Die im Rahmen des Gesundheitsmonitorings erhobenen Daten sind Grundlage für epidemiologische Forschungsarbeiten in der Abteilung. Dies geschieht nicht selten in Kooperation mit anderen wissenschaftlichen Einrichtungen. Die Daten des Gesundheitsmonitorings werden als Public Use File der Fachöffentlichkeit für eigene Auswertungen zur Verfügung gestellt. Die Koordination hierfür übernimmt das vom Rat für Sozial- und Wirtschaftsdaten akkreditierte Forschungsdatenzentrum „Gesundheitsmonitoring“ der Abteilung.

Aufgaben

Im Zentrum für Krebsregisterdaten (ZfKD) werden auf der Basis des Bundes­krebs­register­datengesetzes aus dem Jahre 2009 Daten aus den epidemiologischen Krebsregistern der Länder auf Plausibilität, Vollständigkeit sowie Vollzähligkeit geprüft und länderübergreifend ausgewertet. Wesentliche Aufgabe des ZfKD ist es, die Beschreibung des epidemiologischen Krebsgeschehens in Deutschland und damit auch das Angebot an Informationen für die interessierte Öffentlichkeit zu verbessern. Die im ZfKD qualitätsgeprüften Daten können auf Antrag auch Dritten mit wissenschaftlichem Interesse für eigene Auswertungen zur Verfügung gestellt werden. Die Arbeit des Zentrums wird durch einen Wissenschaftlichen Beirat begleitet.

Im Fachgebiet 21 (Epidemiologisches Datenzentrum, Biometrie) werden die für die Gesundheitsberichterstattung und die Arbeit der Abteilung relevanten Daten verwaltet, aufbereitet, geprüft und deskriptiv ausgewertet. Die Daten des RKI-Gesundheitsmonitorings werden vom Fachgebiet als Public Use Files bereitgestellt. Ein weiterer Schwerpunkt des Fachgebietes ist die kontinuierliche Weiterentwicklung der eingesetzten statistischen Methoden zur Datenprüfung und Datenanalyse. Das Fachgebiet wurde als Forschungsdatenzentrum vom Rat für Sozial- und Wirtschaftsdaten akkreditiert.

Das Fachgebiet 22 (Epidemiologie nicht übertragbarer Krankheiten, Umwelt­medizin) analysiert Krankheitslast, gesundheitliche Risiken, Präventionspotential und Versorgungsbedarf im Zusammenhang mit chronischen Gesundheits­problemen. Aktuelle Arbeits- und Forschungsschwerpunkte umfassen: Adipositas, Diabetes mellitus, Asthma bronchiale und Allergien, Multi- und Komorbidität, Gesundheit und Lebensqualität im Alter, Psychische Gesundheit und psychische Erkrankungen, Ernährungs­epidemiologie, Arznei­mittel­anwendung, Umweltmedizin sowie die Erschließung zusätzlicher Datenquellen für eine umfassende Surveillance chronischer Krankheiten. Zum Fachgebiet 22 gehört die Geschäftsstelle der RKI-Kommission „Umweltmedizin“.

Das Fachgebiet 23 (Gesundheit von Kindern und Jugendlichen, Präventions­konzepte) analysiert und bewertet Daten zur Gesundheit der jungen Generation und ermittelt Bedarf und Nachfrage für Prävention und Gesundheitsförderung bei allen Altersgruppen. Die Themenschwerpunkte umfassen unter anderem akute und chronische Gesundheitsstörungen einschließlich Allergien, impfpräventable Erkrankungen und Impfungen, Unfälle und Unfallverletzungen, Risikofaktoren für die Gesundheit (auch im Bereich Herz-Kreislauf-Erkrankungen), Schmerzen, Lebensqualität, plötzliche und unerwartete Todesfälle im Säuglings- und Klein­kindalter sowie die Einbeziehung von Menschen mit Migrationshintergrund in Gesundheitsstudien. Das Fachgebiet 23 ist maßgeblich an der Planung und Auswertung der KiGGS-Erhebungen beteiligt.

Das Fachgebiet 24 (Gesundheitsmonitoring: Befragungssurveys und europäische Zusammenarbeit) koordiniert die Durchführung der Befragungssurveys des bundesweiten Gesundheitsmonitorings am Robert Koch-Institut und führt die dafür erforderlichen Erhebungen durch. Es ist verantwortlich für die Konzeption der GEDA-Studie (Gesundheit in Deutschland aktuell), die regelmäßig aktuelle Befragungsdaten zum Gesundheitszustand und zum Gesundheitsverhalten der Bevölkerung liefert und Aussagen über zeitliche Entwicklungen und regionale Unterschiede der Gesundheit der Bevölkerung ermöglicht.

Das Fachgebiet 25 (Untersuchungssurveys und Kohortenstudien) koordiniert die Durchführung der Untersuchungssurveys und Kohortenstudien der Abteilung 2 im Rahmen des bundesweiten Gesundheitsmonitorings am Robert Koch-Institut und führt die dafür erforderlichen Befragungen und Untersuchungen durch. Dazu gehört die kontinuierliche, alle Altersgruppen berücksichtigende Beobachtung von Entwicklungen im Krankheitsgeschehen, im Gesundheits- und Risikoverhalten und im Umgang mit Krankheiten und gesundheitlichen Risiken verschiedener Bevölkerungsgruppen. Um Trends und deren Veränderungen feststellen zu können, werden sowohl Kinder und Jugendliche (KiGGS-Kohorte) als auch Erwachsene (DEGS) wiederholt befragt und untersucht.

Im Fachgebiet 26 (Epidemiologisches Zentrallabor) werden klinisch-chemische, immunologische und infektionsepidemiologische Parameter der im Rahmen des Gesundheitsmonitorings gesammelten biologischen Proben von Kindern und Erwachsenen gemessen. Sämtliche Tests unterliegen einer umfangreichen internen und externen Qualitätskontrolle.

Das Fachgebiet 27 ist verantwortlich für die Gesundheitsberichterstattung des Bundes (GBE) und gibt kontinuierlich Gesundheitsberichte zu gesund­heits­politisch relevanten Themen und Fragestellungen heraus. Mit den Themenheften, GBE kompakt, Beiträgen zur GBE und Gesundheitsberichten für Deutschland liegen mittlerweile vier verschiedene Publikationsformen vor, die den vielfältigen Informationsbedarfen und Nutzerinteressen gerecht werden. Neben der Erarbeitung der Gesundheitsberichte gehört auch die Beantwortung von Anfragen, die seitens der Politik, Fachöffentlichkeit oder Medien gestellt werden, zu den Aufgaben des Fachgebiets. Die Gesundheitsberichterstattung wird ständig weiterentwickelt, u. a. in Bezug auf die Aktualisierung des Themenspektrums und Verbesserung der Datenlage. Der Vernetzung mit vergleichbaren Berichtswesen auf Bundes-, Länder- und EU-Ebene wird dabei eine große Bedeutung beigemessen.

Stand: 01.02.2013

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Das Robert Koch-Institut ist ein Bundesinstitut im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit