FG 22 Epidemiologie nicht übertragbarer Krankheiten
- Leitung:
- Christa Scheidt-Nave
- Vertretung:
- Gert Mensink
Im Rahmen des bundesweiten kontinuierlichen Gesundheitsmonitorings des Robert Koch-Instituts überwacht und analysiert das Fachgebiet 22 die Verbreitung chronischer Krankheiten, potenzieller Einflussfaktoren und Krankheitsfolgen in der deutschen Bevölkerung. Die Datengrundlage hierzu bilden in erster Linie bundesweite, bevölkerungsrepräsentative Datenerhebungen der Abteilung 2 (Gesundheitssurveys und Kohortenstudien). Ergänzend werden vertiefende epidemiologische Studien in Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Kooperationspartnern durchgeführt und sekundäre Analysen von Versorgungsdaten sowie Daten der amtlichen Statistik vorgenommen.
Aktuelle thematische Arbeitsschwerpunkte bilden Diabetes mellitus und assoziierte Risikofaktoren (z. B. Adipositas, Fettstoffwechselstörungen), Herz-Kreislauf-Erkrankungen (koronare Herzkrankheit, Schlaganfall, Herzinsuffizienz), psychische Gesundheit und psychische Störungen, Asthma bronchiale, Allergien, Mehrfacherkrankungen und körperliche Funktionseinschränkungen im höheren Lebensalter, Ernährungsverhalten und Gesundheit, Umwelt-/Lebensbedingungen und Gesundheit, Arzneimittelanwendung.
Ziel ist der Aufbau umfassender Surveillance-Strukturen für eine regelmäßig wiederkehrende und zeitnahe Bewertung von Krankheitslast, Versorgungsbedarf und Präventionspotential im Zusammenhang mit chronischen Krankheiten. Die Ergebnisse fließen in die Gesundheitsberichterstattung des Bundes und wissenschaftliche Publikationen ein. Sie dienen der Politikberatung, der Information der Öffentlichkeit und des Öffentlichen Gesundheitsdienstes und der Gesundheitsforschung.
Aufgaben
- Konzeption, fachliche Begleitung und Analyse von periodisch wiederkehrenden repräsentativen Querschnittserhebungen (Gesundheitssurveys) und längsschnittlichen Studien (KiGGS-Kohorte, DEGS-Panel) der Abteilung 2 im Hinblick auf das bundesweite Monitoring zu chronischen Krankheiten, Krankheitsfolgen (z. B. Mortalität, gesundheitsbezogene Einschränkungen bei der Ausübung von Alltagsaktivitäten, Lebensqualität), potentiell beeinflussbaren Risikofaktoren und versorgungsrelevanten Aspekten
- Einschätzungen zur Prävalenz von Personen mit chronischen Krankheiten und relevanten Risikofaktoren nach Geschlecht, Altergruppe, Bildung und sozialer Lage
- Analysen zu zeitlichen Trends und regionalen Unterschieden
- Analysen zum Zusammenhang zwischen Ernährungsverhalten und Gesundheitsstatus unter Berücksichtigung möglicher Einflussfaktoren (soziodemografische Faktoren, Lebensbedingungen, psychische Gesundheit)
- Analysen zu ausgewählten Aspekten der Versorgungsqualität von Personen mit chronischen Erkrankungen (z. B. Ausmaß von Begleit- und Folgeerkrankungen, Muster der Arzneimittelanwendung, Polypharmazie und potentiell inadäquate Medikationen bei älteren Personen)
- Fachliche Expertisen zur Bewertung von Gesundheitsrisiken in Zusammenarbeit mit anderen Bundesbehörden (z.B. Bundesinstitut für Risikobewertung, BfR; Umweltbundesamt)
- Erschließung zusätzlicher Datenquellen für eine umfassende Surveillance chronischer Krankheiten
- Weiterentwicklung eines Indikatorensystems zum Monitoring von Krankheitslast, Versorgungsbedarf und Präventionspotential in der älteren Bevölkerung (ab 65 Jahren) in Privathaushalten, unter Mitwirkung an einer europäischen Harmonisierung
- Leitung der Geschäftstelle zur Kommission „Umweltmedizin“ am Robert Koch-Institut in enger Zusammenarbeit mit dem Umweltbundesamt
Stand: 13.04.2012
