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Charakterisierung der HIV-Reservoire in therapierten Patienten mit dem Ziel der Viruseradikation

Ansprechpartner: Stephen Norley, Oliver Hohn

Die Verfügbarkeit einer zeitgemäßen anti­retroviralen Therapie führt heute zu einer Lebens­erwartung eines HIV-Infizierten, die fast identisch mit der eines nicht infizierten Menschen ist. Zur Unterdrückung der Virusreplikation ist jedoch eine lebenslange Einnahme der antiretroviralen Medikamente nötig. Der Grund ist die Fähigkeit des Virus in bestimmten Sub­populationen von Lympho­zyten in einer latenten Form zu überdauern. Bei einer Aktivierung werden jedoch wieder Viruspartikel produziert, die zu einem Virus­rebound führen können, falls keine Therapeutika die Replikation verhindern. Im Rahmen des Projektes sollen Wege zu einer funktionellen Virus-Eradikation im Patienten und dessen Heilung gefunden werden.

Bisher wurden Methoden entwickelt, die eine Trennung der verschiedenen Subpopulation CD4-positiver Memory Zellen erlauben, die als HIV-Reservoire dienen. Darüber hinaus wurden sensitive PCRs erarbeitet, um die Zahl der HIV-1-Proviren in den jeweiligen zellulären Genomen zu bestimmen. Weiterhin sind bereits Techniken etabliert, welche die Bestimmung der Integrations­orte einzelner Proviren innerhalb der zellulären chromosomalen DNA ermöglichen. Damit sollen Informationen gewonnen werden, die zu einem besseren Verständnis der Entstehung und Diversifizierung des proviralen Reservoirs beitragen.

In einem weiteren Arm des Projektes werden Verfahren optimiert, die es erlauben sollen, hochsensitiv resistenzassoziierte Mutationen in Proviren des Reservoires zu erkennen und zu quantifizieren. Solche Erkenntnisse sind von Bedeutung für Analysen der Dynamik einzelner Resistenzen in den Reservoiren und für die Beurteilung von Therapie­optionen im Falle einer Reaktivierung. Die Daten der Sequenzierung sollen auch genutzt werden, um im Rahmen der „kick and kill“-Strategie wichtige Epitope für die zu induzierenden zyto­toxischen T-Zellen zu identifizieren.

Stand: 01.09.2017

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