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Prävalenz und molekulare Analyse von HCV-Koinfektionen bei HIV-Neudiagnosen

Ansprechpartner: Patrycja Machnowska, Andrea Hauser

Neben HIV gehört HCV zu den sexuell oder durch Blut übertragenen Erregern mit der höchsten Bedeutung für die öffentliche Gesundheit. Bis zu 85 % der HCV-Infizierten entwickeln einen chronischen Verlauf, der zu einer Leberzirrhose oder einem Leberzellkarzinom führen kann. Der Krankheitsverlauf einer chronischen HCV-Infektion wird durch eine HIV-Koinfektion negativ beeinflusst. Aufgrund der genannten Transmissionswege sind HIV/HCV-Doppelinfektionen insbesondere bei den Risikogruppen der intravenös injizierenden Drogengebrauchern sowie bei Männer die Sex mit Männern haben (MSM) häufiger und hochrelevant.

Der hohe Heilungserfolg durch neuartige antivirale HCV-Therapeutika (DAA = direkte antivirale Agenzien) und die Änderung der Leitlinien zur HIV‐Behandlung zugunsten eines frühestmöglichen Therapiestarts können zu einer starken Veränderung in der Epidemiologie der beiden Infektionen, insbesondere bei den Hochrisikogruppen, führen. Eine intensive epidemiologische und molekulare Surveillance ist damit von entscheidender Bedeutung zur Sicherung einer effektiven Prävention und evidenz­basierter gesundheits­politischer Entscheidungen.

Basierend auf Erkenntnissen der DRUCK-Studie sowie dem Probenmaterial von HIV-Neudiagnosen der Studien InzSurv_HIV, MolSurv_HIV und der HIV-1 Serokonverterstudie werden im Zuge des drittmittelgeförderten Projektes KOKPIT (Klinische und molekulare Surveillance von HIV/HCV-Koinfektionen sowie HCV-Monoinfektionen vor dem Hintergrund der Paradigmenwechsel in der HCV- und HIV-Therapie) im Zeitraum 2016-2019 Daten zur Prävalenz von HCV-Koinfektionen unter den gemeldeten HIV-Neudiagnosen im Fachgebiet gewonnen. Darüber hinaus werden von HCV-Koinfektionen der Genotyp sowie vorhandene Resistenzen ermittelt. Des Weiteren wir untersucht, ob es sich um eine akute oder chronische Infektion handelt. KOKPIT ist ein Kooperationsprojekt der Fachgebiete 15, 18 und 34.

Stand: 01.09.2017

Ausgewählte Publikationen

  • Wenz B, Nielsen S, Gassowski M, Santos-Hövener C, Cai W, Ross RS, Bock CT, Ratsch BA, Kücherer C, Bannert N, Bremer V, Hamouda O, Marcus U, Zimmermann R; the DRUCK Study group (2016): High variability of HIV and HCV seroprevalence and risk behaviours among people who inject drugs: results from a cross-sectional study using respondent-driven sampling in eight German cities (2011–14).
    BMC Public Health 16 (1): 927. Epub Sep 6. doi: 10.1186/s12889-016-3545-4. mehr

  • Jansen K, Thamm M, Bock CT, Scheufele R, Kücherer C, Münstermann D, Hagedorn HJ, Jessen H, Dupke S, Hamouda O, Gunsenheimer-Bartmeyer B, Meixenberger K, HIV Seroconverter Study Group (2015): High prevalence and high incidence of coinfection with hepatitis B, hepatitis C, and syphilis and low rate of effective vaccination against hepatitis B in HIV-positive men who have sex with men with known date of HIV seroconversion in Germany.
    PLoS One 10 (11): e0142515. Epub Nov 10. doi: 10.1371/journal.pone.0142515. mehr

  • Zimmermann R, Marcus U, Schäffer D, Leicht A, Wenz B, Nielsen S, Santos-Hövener C, Ross RS, Stambouli O, Ratsch BA, Bannert N, Bock CT, Kücherer C, Hamouda O (2014): A multicentre sero-behavioural survey for hepatitis B and C, HIV and HTLV among people who inject drugs in Germany, using respondent driven sampling.
    BMC Public Health 14 (1): 845. Epub Aug 14. doi: 10.1186/1471-2458-14-845. mehr

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