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Resistenz gegen Pyrethroide bei Kopfläusen in Deutschland

Leitung:

  • Robert Koch-Institut: Fachgebiet 16 "Erreger von Pilz- und Parasiteninfektionen und Mykobakteriosen", Dr. Anton Aebischer
  • Umweltbundesamt: Fachgebiet IV 1.4 "Gesundheitsschädlinge und ihre Bekämpfung", Dr. Birgit Habedank

Ein Befall mit Kopfläusen (Pediculus humanus capitis) ist zwar zum Glück kein medizinischer Notfall, aber ohne viel Mühe leider kaum zu kontrollieren. Insbesondere in Gemeinschaftseinrichtungen erzeugt dies nicht eben wenig Frustration bei allen Beteiligten. Viele Einrichtungen und Vereine stellen Informationsmaterial zur Verfügung, so auch das RKI, das einen Ratgeber für Ärzte zu Kopfläusen anbietet. Dieser steht zur Überarbeitung an und behandelt bisher das Thema Resistenz gegen Pediculozide nur kursorisch. Fragen dazu erreichen das RKI aber immer wieder. Deswegen wird diesem Thema gemeinsam mit dem für die Mittelprüfung zuständigen Umweltbundesamt (UBA) und unter Mitwirkung von vielen Gesundheitsämtern in diesem Projekt nachgegangen.

Über die mitwirkenden Gesundheitsämter aus ganz Deutschland werden Beprobungssets an interessierte Betroffene oder Einrichtungen ausgegeben. Kopfläuse, deren Eier oder auch nur Nissen können mit diesen Sets ans RKI geschickt werden zusammen mit Informationen zur Herkunft der Kopfläuse und zur Behandlung und zu deren Erfolg.

Die Läuseproben werden am RKI aufbereitet und DNA von den Läusen bzw. ihren Eiern oder Nissen isoliert. Diese DNA wird im Anschluss auf Läusegenvarianten hin untersucht, die mit Pyrethroid-Resistenz in Verbindung gebracht werden (vor allem die sogenannten knock down resistance, kurz kdr-Genvarianten sind von Belang). Ergebnisse aus vorhergehenden Studien im Auftrag des UBA aus der Region Kiel, auf die sich z.T. Bialek et al. (2011; NEJM 364: 394) und Burow et al. (2010; Kinder u. Jugendarzt 41: 224) beziehen, deuten auf einen hohen Anteil von kdr-Genvarianten hin. Hier werden aber auch weitere Gene untersucht, die größeren Aufschluss über die Zusammensetzung der Kopflauspopulation in Deutschland geben können.

Ergebnisse dieser Studie werden ab Anfang 2017 unter anderem hier nachzulesen sein.

Stand: 16.08.2016

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