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Global Outbreak Alert and Response Network (GOARN) der Weltgesundheitsorganisation: Partnertreffen zur Stärkung der Rapid Response-Kapazitäten im Robert Koch-Institut

GOARN-Partnertreffen am 23./24. März 2017 im RKI. Quelle: Andreas Schnartendorff/RKI

GOARN ist ein Netzwerk von über 200 wissenschaftlichen und Public-Health-Instituten, Labornetzwerken, UN-Organisationen, dem Roten Kreuz und weiteren Nichtregierungsorganisationen, die technische und operationelle Ressourcen bereitstellen können, um Ausbrüche schnell zu erkennen, zu bestätigen und einzudämmen.

Das Robert Koch-Institut als ein Partner von GOARN hat zusammen mit dem Operation Support Team von GOARN (GOARN OST) einen zweitätigen Workshop vom 23.3. bis 24.3.2017 organisiert, auf dem sich Experten von 20 Partnern trafen, die Rapid Response Teams (RRTs) in ihren Institution/Ländern implementiert haben oder in der Aufbauphase der Teams sind. Per Videokonferenz war am ersten Tag des Workshops Dr. Peter Salama, Executive Director WHO Health Emergency Programme, zugeschaltet, der die Bedeutung von GOARN und der Partner von GOARN für den Aufbau von internationalen Global Health-Kapazitäten betonte.

Die Rahmenbedingungen für die Einbindung der nationalen RRTs in den GOARN-Mechanismus waren ein zentrales Thema des Workshops. In Arbeitsgruppen wurde ein Konzept diskutiert, das folgende Kernkapazitäten in einem RRT vorsieht: Teamleitung, Sicherheit, operationelle Unterstützung, IT/Datenmanagement und technische Expertise. Für RRTs werden folgende Typen vorgeschlagen: Risk assessment, Outbreak Investigation and Response, Mobile Laboratory, Operational Research. Die Aufgabe von GAORN OST ist es, unterstützende Funktionen wie Koordination, Training, SOPs/Qualitätssicherstellung, und IT-Instrumente zur Verfügung zu stellen. In der Plenardiskussion wurde vorgeschlagen, Standard Operation Procedures für RRTs zu entwickeln und Trigger für die Entsendung von internationalen RRTs zu definieren.

In Arbeitsgruppen wurden die Themen Koordination, Sicherheit, Standards und operationelle Forschung besprochen. Beim GAORN OST wurden strategische und operationelle Kooperationsfunktionen gesehen, wobei hier institutionelle Probleme (langsame Umsetzung der geplante Änderungen innerhalb der WHO, Koordination bei bi-lateralen Entsendung von RRTs) und Managementprobleme identifiziert wurde (u.a. personelle Unterbesetzung bei GOARN OST). In Bezug auf die Sicherheit des entsandten Personals wurde die Erstellung von SOPs, die die Rolle und die Verantwortlichkeiten der WHO, GOARN OST und der Partner klar beschreiben, als vordringliche Aufgabe angesehen. Pre-Deployment-Training ist für die GOARN-Partner eine wichtige Vorbereitung für ihr Personal und es wurde angeregt, eine Zusammenstellung der unterschiedlichen Sicherheitstrainings der Partner zur Verfügung zu stellen. Die Arbeitsgruppe operationelle Forschung wollte den Begriff „Operationelle Forschung“ durch „Ausbruchsforschung“ ersetzt sehen. Operationelle Forschung kann dazu beitragen, die Antwort auf ein Ausbruchsgeschehen effizienter zu machen, andererseits hilft ein breiteres Forschungsansatz (Entwicklung von Schnelltesten, Impfversuche, molekulare Epidemiologie) langfristig, die Maßnahmen zur Kontrolle eines Ausbruchs zu verbessern. In der Arbeitsgruppe Standards wurde eine Liste von SOPs erarbeitet, die sicherstellen sollen, dass die Arbeit von GOARN transparenter wird (u.a. Safety & Security, Minimum- Standards für Logistik). Qualitätssicherung sollte u.a. durch systematische Evaluierung der Einsätze und Teams, Minimumstandards für die Vorbereitung von Teams und Trainingszertifizierung erreicht werden.

Zusammenfassend konnte der Workshop das große Potential der RRTs bei der Bekämpfung internationaler Krankheitsausbrüche aufzeigen. Gleichzeitig wurden die Bereiche definiert, in denen eine internationale Zusammenarbeit sinnvoll zur Verbesserung der Teams beitragen kann. In einem nächsten Schritt werden zu den einzelnen, oben dargestellten Themen kleinere Arbeitsgruppen unter der Leitung von GOARN Partnern gebildet. Für Ende des Jahres ist dann ein weiteres, die einzelnen Gruppen zusammenführendes Treffen geplant.

Stand: 25.03.2017

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