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G20-Gesundheitsminister absolvieren Krisensimulationsübung

Arbeitsgruppe G20-Gesundheitskrisensimulationsübung v.li n.re: Clarke WHO; Vogt GIZ; Ifland BMG; Wilczek+Knop GIZ; Bayer BMG; Kickbusch, Moderation; Larisch GIZ; Ruehe RKI; Heymann; Gilsdorf RKI; Blasius BMG; M.a.d.Heiden RKI; Kloss GIZ; Shapiro WHOArbeitsgruppe G20-Gesundheitskrisensimulationsübung Quelle: BMG/Michael Gottschalk (photothek)

Am 19. und 20. Mai 2017 fand im AXICA Kongress- und Tagungszentrum am Brandenburger Tor in Berlin das erstmalige Treffen der G20-Gesundheitsminister statt. Neben antimikrobiellen Resistenzen stand als zentrales Thema das globale Gesundheitskrisenmanagement auf der Agenda, das in Form einer Gesundheitskrisensimulationsübung aufbereitet worden war. Für die ca. einjährige Entwicklung der Übung waren die GIZ und das Fachgebiet 32 „Surveillance“ des RKI inhaltlich verantwortlich unter Gesamtleitung des Bundesgesundheitsministeriums und mit Unterstützung der WHO.

Nach einführenden Ansprachen des gastgebenden Bundesgesundheitsministers Hermann Gröhe, der scheidenden WHO-Generaldirektorin Dr. Margaret Chan sowie Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel fand der erste von zwei Teilen der insgesamt viereinhalbstündigen Simulationsübung statt. Knapp 30 Gesundheitsminister der G20 und Gastländer sowie Repräsentanten verschiedener internationaler Organisationen fanden sich dazu mit jeweils einer Begleitperson in einem separaten Übungsraum ein. Die Übung leiteten Prof. Ilona Kickbusch des Genfer „Graduate Institute of International and Development Studies“ und Prof. David Heymann der „London School of Hygiene & Tropical Medicine“.

Als Format der Übung wurde eine moderierte Diskussion gewählt zur Behandlung von fünf relevanten Kernthemen: communication, collaboration, contributions, coordination und compliance. Jedes Kernthema wurde durch einen kurzen Filmbeitrag eingeleitet, der ein fortschreitendes Ausbruchsgeschehen eines bislang unbekannten respiratorischen Virus in dem fiktiven Land „Anycountry“ mit einem schwachen Gesundheitssystem darstellte. Jeder Filmbeitrag wurde von einer Abstimmungsfrage gefolgt, welche die Teilnehmer mittels anonymen Knopfdrucks auf einem elektronischen Handgerät beantworten konnten. Anhand des unmittelbar sichtbaren Abstimmungsergebnisses führten die Moderatoren in die anschließende inhaltliche Diskussion ein. Jeder Diskussionsbeitrag wurde mittels digitaler Zeitanzeige auf maximal zwei Minuten begrenzt und simultan in die sechs offiziellen Sprachen der Vereinten Nationen übersetzt. Den Abschluss der Übung bildete am zweiten Übungstag eine Schlussdiskussion, die den Teilnehmern die Gelegenheit zu einem persönlichen Statement zu ihren jeweils wichtigsten Anliegen gab.

Wiederkehrende Aussagen und Forderungen der Teilnehmer betonten unter anderem die Stärkung der WHO – insbesondere in ihrer Rolle, Länder zu unterstützen und zu koordinieren, wobei die letztliche Entscheidungsverantwortung in den betroffenen Ländern bleiben müsse (country ownership), die frühzeitige Involvierung der WHO in Ausbruchsgeschehen ohne dies als Krisenzeichen zu werten, die Notwendigkeit von gegenseitigem Vertrauen und Respekt zwischen der WHO und den Ländern um ein transparentes Vorgehen zu ermöglichen, die Involvierung sämtlicher Regierungsressorts bei der Implementierung der Internationalen Gesundheitsvorschriften (IGV) und der Bereitschaftsplanung für Gesundheitskrisen, und die Nützlichkeit von Simulationsübungen als Lernerfahrung sowohl auf technischer als auch auf höchster politischer Ebene. Der Dreiklang aus Filmbeitrag, aktiver Abstimmungsfrage und moderierter Diskussion ermöglichte eine direkte und engagierte Interaktion zwischen den Teilnehmern unter Verzicht auf vorbereitete, abgelesene Beiträge. Das Format erhielt eine deutlich positive Rückmeldung noch während der Veranstaltung sowie – laut Bundesminister Hermann Gröhe – auch auf der unmittelbar anschließenden Vollversammlung der Weltgesundheitsorganisation in Genf.

Zeitgleich zur Konferenz wurde die „Berliner Erklärung der G20-Gesundheitsminister“ verabschiedet. Weitere Details zum Ministertreffen, der Erklärung und der Simulationsübung finden sich unter http://www.bundesgesundheitsministerium.de/ministerium/meldungen/2017/mai/g20-gesundheitsministertreffen.html

Die Teilnehmer der G20 Gesundheitskrisensimulationsübung werden von Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel begrüßt.Die Teilnehmer der G20 Gesundheitskrisensimulationsübung werden von Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel begrüßt. Quelle: BMG/Inga Kjer (photothek)

Der Krisensimulationsraum im AXICA Kongress- und Tagungszentrum am Brandenburger TorDer Krisensimulationsraum im AXICA Kongress- und Tagungszentrum am Brandenburger Tor Quelle: Bildquelle: BMG/Michael Gottschalk (photothek)

Stand: 20.05.2017

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